Bewegte Bilder  Publikum feierte Tanztheater der Norder Kunstschule

Rebecca Kresse
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Von Rebecca Kresse
| 22.02.2024 16:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Tanz von Henry Matisse zog nicht nur auf der Leinwand, sondern auch auf der Bühne das Publikum in seinen Bann. Foto: Rebecca Kresse
Der Tanz von Henry Matisse zog nicht nur auf der Leinwand, sondern auch auf der Bühne das Publikum in seinen Bann. Foto: Rebecca Kresse
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Tänzer und Theaterwerkstatt der Norder Kunstschule erweckten mit ihrem Stück „Bewegte Bilder“ die großen Kunstwerke der Welt zum Leben. Neben viel Musik gab es auch einen Kriminalfall zu lösen.

Norden - Standing Ovations und viel Applaus – sowohl die Premiere des Tanztheaters „Bewegte Bilder“ der Norder Kunstschule als auch die zweite Aufführung im Theatersaal an der Oberschule waren ein voller Erfolg. Dabei verzauberten vor allem die kleinen Balletttänzer das Norder Publikum. Bei ihnen ging nicht nur ein verzücktes Raunen durch den Theatersaal, sie bekamen auch besonders viel Szenenapplaus.

Die kleinen Seerosen vor Monets japanischer Brücke, lösten ein Raunen und Szenenapplaus im Publikum aus. Foto: Rebecca Kresse
Die kleinen Seerosen vor Monets japanischer Brücke, lösten ein Raunen und Szenenapplaus im Publikum aus. Foto: Rebecca Kresse

Darum geht es in dem Stück: Wir befinden uns mitten in der Nacht in einer der größten Kunstausstellungen – zwischen Vincent van Goghs Sternennacht, Edward Hoppers Nighthawks, dem Tanz von Henry Matisse, Dora Maar von Pablo Picasso oder dem kleinen Gartengeist von Paul Klee. Doch die Bilder hängen nicht nur an der Wand, sie beginnen zu leben und mit ihnen ihre Erschaffer. Und dann wird die weltberühmte Mona Lisa entführt - oder doch nicht? Salvador Dalí, Vincent van Gogh, Frida Kahlo, Leonardo da Vinci, die Venus begeben sich mit weiteren Künstlern auf Spurensuche. Es beginnt eine wilde Jagd durch die Gemäldegalerie und die verschiedenen Kunstepochen.

Bunt und schwungvoll ging es beim Stillleben mit Sonnenblumen von Claude-Oscar Monet zu. Foto: Rebecca Kresse
Bunt und schwungvoll ging es beim Stillleben mit Sonnenblumen von Claude-Oscar Monet zu. Foto: Rebecca Kresse

Von Vivaldi bis hin zu Robbie Williams

Am Ende zeigt sich: Trotz Millionen von Besuchern – auch eine Mona Lisa fühlt sich mitunter einsam. Sie wurde nicht entführt, sondern musste nur mal raus. Raus aus der Enge ihres Rahmens und raus aus ihrem langweiligen Dasein als berühmtestem Gemälde der Welt.

Klassisches Ballett auf Spitzenschuhen präsentierten die Tänzerinnen vor einem Bild von Degas. Foto: Rebecca Kresse
Klassisches Ballett auf Spitzenschuhen präsentierten die Tänzerinnen vor einem Bild von Degas. Foto: Rebecca Kresse

So abwechslungsreich wie die Gemälde war auch die Musik. So wurde die Mona Lisa zu Klängen von „Smooth Criminal“ von David Garrett entführt. Die kleinen Seerosen brachten „Die japanische Brücke“ von Claude-Oscar Monet zu „Aquarium“ aus „Karneval der Tiere“ von Saint-Saëns zum Leuchten. Neben Vivaldi, erklang auch „Champs Elysées“ von Zaz. Die Frau am Fenster von Caspar David Friedrich wurde zu Michael Jacksons „The way you make me feel“ lebendig und am Ende durfte auch Robbie Williams „Let me entertain you“ nicht fehlen.

Zweimal fast ausverkauftes Haus

Gemeinsam haben die Theaterwerkstatt und die Tänzer der Norder Kunstschule in den vergangenen Monaten Choreografien einstudiert und das Stück entwickelt. Hauptverantwortlich dafür waren die Choreografen Katharina Ihnen und Cornelia Kruse. Ohne die zahlreichen Hände aus den Reihen der Kunstschule für das Bühnenbild, die Requisiten und die Bühnentechnik wäre die Aufführung aber nicht möglich gewesen, betonte Ihnen. Sie dankte auch den Eltern, die bei den Kostümen und vor und hinter der Bühne zum Gelingen beigetragen haben.

Die pure Lebensfreude brachten die Tänzer vor dem Bild „Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte" von Georges Seurat zu den Klängen von „Champs Elysées“ von Zaz auf die Bühne. Foto: Rebecca Kresse
Die pure Lebensfreude brachten die Tänzer vor dem Bild „Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte" von Georges Seurat zu den Klängen von „Champs Elysées“ von Zaz auf die Bühne. Foto: Rebecca Kresse

In zwei fast ausverkauften Veranstaltungen kamen vor allem die Tänzer der Kunstschule besonders gut beim Publikum an – von den ganz kleinen Balletteleven bis hin zu den Tänzern im Seniorenalter. So bezauberten Gartengeister in ihren gelben Kostümen, die Seerosen mit ihren Blütenhüten; großen Applaus bekamen auch die Spitzenschuhtänzerinnen, die „Das Tanzfoyer der Oper in der Rue le Peletier“ von Edgar Degas zum Leben erweckten, ebenso wie die Tänzerinnen, die „Primavera“ von Sandro Botticelli tanzten. Auch die Theatergruppe schlug sich wacker und sorgte auf ihrer Reise durch das Museum für manchen Lacher – wenn auch der ein oder andere Texthänger die Truppe mitunter etwas ins Schleudern brachte.

Vincent van Gogh begab sich mit seinen Künstlerkollegen auf die Suche nach der berühmten Mona Lisa. Foto: Rebecca Kresse
Vincent van Gogh begab sich mit seinen Künstlerkollegen auf die Suche nach der berühmten Mona Lisa. Foto: Rebecca Kresse

In zwei Jahren gibt es das nächste Kunstschulprojekt

Am Ende standen glückliche, aber auch ziemlich kaputte Kunstschüler auf der Bühne und ließen sich feiern. Die langen Proben- und Vorbereitungswochen haben nicht nur die Kleinen ziemlich geschlaucht. Gelohnt hat es sich trotzdem, sagte Katharina Ihnen voller Inbrunst. „Es war wunderschön“, sagte sie nach der Premiere. Trotz aller Aufregung sei es „wunderschön, die Kinder auf der Bühne so strahlen zu sehen“, sagte sie. Die Arbeit lohne sich immer. Sowohl im Ballettsaal als auch auf der Bühne. „Eigentlich lohnt sich jede Minute, die ich mit den Kindern verbringen darf“, so die engagierte Ballettlehrerin. Die Leiterin der Norder Kunstschule, Linda Peters, zeigte sich ebenfalls begeistert. Auch, wenn sie sich beim Schlussapplaus nur kurz auf die Bühne traute, war sie glücklich und voll des Lobes für alle Mitwirkenden der Kunstschule.

Am Ende einfach nur glücklich: Tänzer, Schauspieler und die beiden Choreografinnen Katharina Ihnen und Cornelia Kruse, die sich nach der Premiere in die Arme fielen. Foto: Rebecca Kresse
Am Ende einfach nur glücklich: Tänzer, Schauspieler und die beiden Choreografinnen Katharina Ihnen und Cornelia Kruse, die sich nach der Premiere in die Arme fielen. Foto: Rebecca Kresse

Das Medienzentrum Aurich hat die Aufführung gefilmt. Die DVDs können bei der Kunstschule gekauft werden. Und in zwei Jahren wird es das nächste Kunstschulprojekt geben, kündigte Katharina Ihnen an.

Am Ende war auch die Mona Lisa (Mitte, dargestellt von Frieda Johanne Pieper) wiedergefunden und glücklich. Foto: Rebecca Kresse
Am Ende war auch die Mona Lisa (Mitte, dargestellt von Frieda Johanne Pieper) wiedergefunden und glücklich. Foto: Rebecca Kresse

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