Pausenaktion der Gewerkschaft  Opti-Belegschaft kämpft um die Jobs in Rhauderfehn

Marion Janßen
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Von Marion Janßen
| 22.02.2024 16:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Belegschaft, Betriebsrat und Gewerkschaft hängten in einer Pausenaktion ein Banner am Opti-Werksgelände auf. Foto: IG Metall
Die Belegschaft, Betriebsrat und Gewerkschaft hängten in einer Pausenaktion ein Banner am Opti-Werksgelände auf. Foto: IG Metall
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An diesem Mittwoch gab es intensive Verhandlungen mit der neuen Geschäftsführung des Reißverschlussherstellers in Rhauderfehn. Auch anderswo wird das Gespräch gesucht.

Rhauderfehn - Die Mitarbeiter der Opti Germany GmbH aus Rhauderfehn kämpfen um ihre Arbeitsplätze. Am Mittwoch haben sie in einer Pausenaktion, die mit der IG Metall Leer-Papenburg zusammen organisiert wurde, ein großes Banner am Werksgelände an der 1. Südwieke angebracht. „Wir kämpfen für die Zukunft des Standortes und um unsere Arbeitsplätze“ ist darauf zu lesen. „Wir wollen zeigen, dass wir bereit sind, um unsere Jobs zu kämpfen. Wir wollen Flagge zeigen“, sagt Opti-Betriebsrats-Vorsitzender Marcel Taubert.

Er und die anderen Betriebsräte sowie die Gewerkschaft-Vertreter hatten an diesem Mittwoch, 21. Februar 2024, einen äußerst anstrengenden Tag. Zusammen mit den Vertretern des Münchner Unternehmens Aequita, das den Reißverschlusshersteller im vergangenen Jahr übernommen hatte, und den Rechtsanwälten beider Seiten sei den ganzen Tag lang verhandelt worden. „Und an diesem Donnerstag ging es gleich weiter: Wir haben Gespräche mit der Belegschaft geführt und eine Betriebsratssitzung gehabt“, so Taubert.

Es geht um 30 bis 40 Arbeitsplätze

Stellenkürzungen waren bei der Übernahme durch die Münchner nicht angekündigt worden. Neben dem Werk in Rhauderfehn gibt es weitere Werke in Italien, Estland und der Türkei. Auf dem Fehn stehen nach jüngster Ankündigung der neuen Besitzer nun mindestens 30 der insgesamt 141 Arbeitsplätze auf der Abschussliste. Zuvor war die Belegschaft lange in Kurzarbeit gewesen.

Seit der Ankündigung des massiven Stellenabbaus laufen intensive Verhandlungen über die Sicherung der „30 bis 40 Arbeitsplätze“, wie Thomas Gelder, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leer-Papenburg, betont. Seine Einschätzung nach den langen Verhandlung am Mittwoch: „Die Lage ist bei der Belegschaft sehr angespannt, sie ist in großer Sorge, das muss man deutlich sagen.“ Die Belegschaft habe gehofft, durch den neuen Investor eine vernünftige Perspektive für die Zukunft zu haben. Man habe den Mitarbeitern suggeriert, dass man anpacke und es vorwärts gehe. Stattdessen stehe nun ein Stellenabbau an.

Forderung: eine Beschäftigungsgarantie

Zum Erfolg der bisherigen Verhandlungen kann er wenig sagen: „Die Einschätzung, wie der Betrieb zukunftsfähig zu machen ist, sind sehr unterschiedlich.“ Wirklich erreicht habe man also noch nichts. Was Gewerkschaft und Betriebsrat erreichen wollen, kann er aber deutlich formulieren: „Wir erwarten, dass der Abbau so gering wie möglich ist. Und dass es für die anderen Mitarbeiter eine Beschäftigungsgarantie gibt. Es darf nicht sein, dass es jetzt Kündigungen gibt und der Betrieb dann trotzdem in einem halben Jahr wieder vor dem Aus steht.“

Es müsse so viel Personal an Bord bleiben, dass es in den nächsten Jahren mit der Produktion weitergehen könne. Und: Der Stellenabbau müsse so sozialverträglich wie möglich gehen. „Da muss der Investor nochmal Geld in die Hand nehmen. Die meisten Mitarbeiter haben hier eine lange Betriebszugehörigkeit zwischen 20 und 40 Jahren. Kaum einer ist kürzer hier als zehn Jahre.“ Der Investor solle denen, die vor der Rente stehen, ein Angebot machen, mit dem sie gut in die Rente hinüber kommen.

„Tun alles, um Standort Rhauderfehn zu erhalten“

„Unsere Arbeitsplätze und die Zukunft des Standortes stehen auf dem Spiel und wir werden nicht tatenlos zusehen. Wir sind entschlossen, für den Erhalt unserer Arbeitsplätze zu kämpfen und werden alles dafür tun, um den Standort in Rhauderfehn zu erhalten,“ betont Marcel Taubert. In der kommenden Woche, sagt er, stünden noch einmal Sitzungen an. Etwa mit der Gewerkschaft, um „Revue passieren zu lassen, welche Ansätze es gibt“.

Auch mit der Geschäftsleitung, also den Münchner Investoren, werde noch einmal das Gespräch gesucht, so Thomas Gelder. Außerdem habe man mit dem Niedersächsischen Wirtschaftsminister Kontakt aufgenommen. „Wir wollen schauen, ob wir von Seiten des Landes Unterstützung bekommen könne.“

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