Probleme mit Wasser Streit um Emder Pannen-Sporthalle geht in neue Runde
Der Ärger um die von Anfang an mit Problemen behaftete Sporthalle des Max-Windmüller-Gymnasiums reißt nicht ab. Die Politik wird ungeduldig und findet deutliche Worte.
Emden - Die seit ihrem Bau im Jahr 2016 mit Problemen behaftete Sporthalle des Max-Windmüller-Gynasiums (Max) in Emden rückt wieder in den Fokus der Politik. Mehrere Fraktionen des Emder Stadtrates drängen jetzt auf grundlegende Schritte, die verhindern sollen, dass bei Starkregen-Ereignissen weiterhin Wasser von außen in das Gebäude dringt. Dafür soll jetzt kurzfristig ein Ortstermin anberaumt werden.
Die Initiative dazu ging von der SPD-Fraktion aus. Sie beantragte am Mittwoch, 21. Februar 2024, den Ortstermin im Betriebsausschuss des städtischen Gebäudemanagements (GME) und fand dafür breite Unterstützung aus den Reihen der anderen Fraktionen.
Das Gebäudemanagement hat Lösungen
Das GME will die Ursachen für das Wasser in der Halle mittlerweile ausgemacht haben. Betriebsleiterin Freia Visser legte in der Sitzung am Mittwoch auch einen ganzen Katalog konkreter Maßnahmen vor, die die problematische Oberflächenentwässerung rund um die Sporthalle am Früchteburger Weg verbessern soll.
Die Aufträge sollten eigentlich bald ausgeschrieben und erledigt werden, bevor in den Sommerferien ein neuer und etwa 300.000 Euro teurer Boden in der Sporthalle verlegt wird. Vorher sollten die Ursachen für die Nässe in der Halle beseitigt sein.
Politik ist noch nicht überzeugt
Offenbar hat der „Entwässerungsplan“ des GME die Politik bislang aber noch nicht ganz überzeugt. Im Beisein von Fachleuten wollen sich Ratsmitglieder deshalb vorher ein Bild von der Situation vor Ort machen. Die Fraktionen befürchten, dass durch die vorgeschlagenen Maßnahmen weitere hohe Kosten auf die Stadt zukommen. GfE-Fraktionschef Jochen Eichhorn äußerte zudem Zweifel an der Wirksamkeit und der Notwendigkeit einzelner Maßnahmen und stellte sie in Frage.
Sehr deutlich wurde Ratsmitglied Bernd Gröttrup. Das sei „großer Mist, hanebüchen“ und „hochgradig ärgerlich“ , sagte der CDU-Politiker zu den Problemen mit der Turnhalle und den bisherigen Entwicklungen. Ebenso wie Eichhorn zweifelte er an der Fachlichkeit der Planer, die für den Bau der Halle verantwortlich waren. Auch SPD-Frau Sabine Noetzel, die in ihrer beruflichen Funktion als Schulleiterin der BBS I nahe am Geschehen ist, sprach von einem „ernsthaften Problem“. Mittlerweile betreffe es auch die Verwaltung im Erdgeschoss der BBS I.
Wasser bleibt nicht nur beim Max stehen
Laut der GME-Betriebsleiterin bleibt das Wasser bei extremem Starkregen mit mehr als 120 Litern pro Quadratmeter im gesamten Schulzentrum rund um das Max, die BBS I und die Friesentherme stehen. Das komme ein- bis zweimal pro Jahr vor. In diesen Fällen laufe das Wasser über einen bestimmten und tiefer liegenden Notausgang in die Max-Sporthalle ein.
Eine Ursache dafür sei, dass der nahe Emder Stadtgraben bei extremem Starkregen so voll läuft, dass der Wasserspiegel über dem Niveau des Regenwasserkanals liegt. Die Folgen seien, dass das Regenwasser nicht mehr ablaufen kann und teilweise auch zurückgedrückt wird. Das soll künftig durch mehrere technische Maßnahmen verhindert werden.
In den Griff bekommen will das GME laut Freia Visser das unter anderem mit neuen Abflussrinnen vor der Halle, Rückstauklappen, einer neuen Zisterne auf dem Schulhof des Max sowie mit einer Verbindung zum Regenwasserkanal des Früchteburger Wegs für einen Notüberlauf. Ob das alles notwendig ist und greifen wird, wird sich zeigen. Zur Klärung soll der von der Politik geforderte Ortstermin beitragen.