Absage der Niederdeutschen Bühne  Loriot darf in Wiesmoor nicht gespielt werden

| 08.03.2024 14:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Vicco von Bülow alias Loriot mit der Büste einer seiner bekanntesten Figuren, dem Knollennasenmann. Foto: Schindler/dpa
Vicco von Bülow alias Loriot mit der Büste einer seiner bekanntesten Figuren, dem Knollennasenmann. Foto: Schindler/dpa
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Die Niederdeutsche Bühne Wiesmoor darf „Loriot trefft Heinz Erhardt“ nicht zeigen. Warum auch ein Anruf bei Loriots Tochter dies nicht ändern kann.

Wiesmoor - Unter dem Titel „Loriot trefft Heinz Erhardt“ hatte die Niederdeutsche Bühne Wiesmoor ein humoriges Programm ausgearbeitet, das ab dem 15. März 2024 in der „Theaterstuuv“ zur Aufführung gekommen wäre. Jetzt müssen alle sechs geplanten und bereits ausverkauften Veranstaltungen sowie der anberaumte Zusatztermin abgesagt werden, wie Christian Behrends in einer Pressemeldung mitteilt.

„Wir bekommen für unser Programm in der angedachten Form leider keine Aufführungsrechte zugesprochen“, so der Bühnenleiter. Die Sketche von Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot, bilden in der ganzen Geschichte den Knackpunkt. Sie dürfen nur in der Originalfassung gespielt werden; andere Dialektfassungen oder Übersetzungen sind nicht erlaubt. „Damit hatten wir uns als plattdeutsche Bühne abgefunden und unsere eigenen Übersetzungen zur Seite gelegt“, so Behrends. Doch die Änderung, die Sketche auf hochdeutsch zu spielen, sollte nicht ausreichen.

Telefongespräch mit Loriots Tochter

Das Studio-Loriot, das von Loriots Erben verwaltet wird, lehnte ebenfalls ab, dass die Sketche in einem „gemischten“ Programm, also zum Beispiel im Wechsel mit Nummern anderer Künstler gezeigt werden. Der Vorschlag, in der ersten Programmhälfte ausschließlich Loriot-Nummern und in der anderen nur Gedichte von Heinz Erhardt zu präsentieren, stieß im Telefongespräch mit Loriots Tochter Susanne von Bülow ebenfalls auf Ablehnung, teilt Behrends mit.

„Wir haben hin- und herüberlegt, aber jede Änderung hatte zur Folge, dass wir nur einen Abklatsch des Programms gezeigt hätten. Damit wären wir und sicherlich auch die Zuschauer nicht zufrieden gewesen. Deshalb blieb uns leider nur noch die Absage, so sehr uns dieser Schritt auch schmerzt“, so Christian Behrends.

Neue Pläne für den Herbst

So ganz möchte die Niederdeutsche Bühne ihre Idee jedoch nicht über Bord werfen. Im Herbst 2024 soll es mit den gleichen Laienspielern auf der Bühne ein neues Sketche-Programm geben – ohne Loriot. Ob dieses Programm Elemente von Heinz Erhardt beinhaltet steht aktuell noch nicht fest.

Ansonsten hält die Theatergruppe an ihrer Spielzeit fest. Diese begann mit der Eröffnungsinszenierung „Offline för een Avend“. 1873 Besucher schauten sich laut Behrends die Komödie in der neuen Spielstätte an. „Das entspricht einer Auslastung von 99 Prozent“, freut sich Behrends, der die Proben für die zweite Inszenierung derweil schon aufgenommen hat. Gezeigt wird der Vierakter „Ik hass‘ di – heiraadt mi!“. In der Komödie werden Waltraud Meyer, Hermann Harms und Frauke Unruh zu sehen sein. Die Premiere in der „Theaterstuuv“ (Hauptstraße 237) ist für den 20. April 2024 vorgesehen.

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