Alte Waage, Kunstmeile, Emsschule und Co.  Stadt Emden äußert sich zu zahlreichen Bauvorhaben

| | 08.03.2024 16:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 6 Minuten
In die Alte Waage am Neuen Markt soll ein Brauhaus einziehen. Grafik: Archiv
In die Alte Waage am Neuen Markt soll ein Brauhaus einziehen. Grafik: Archiv
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Viele Bauvorhaben in Emden wurden zuletzt durch zahlreiche Faktoren ausgebremst. Jetzt gibt die Stadt einen Sachstandsbericht zu aktuellen Großprojekten.

Emden - Corona, Energiekrise, Baumaterial- und Personalmangel, hohe Zinsen: Viele Faktoren haben Bauvorhaben und Investitionen in der Stadt Emden ausgebremst. Jetzt kommt vieles aber offenbar endlich voran.

Die Stadtverwaltung hat sich am Freitagmittag, 8. März 2024, zu zahlreichen Bauvorhaben geäußert. Wir stellen die Projekte und den jeweiligen Sachstand in einer Übersicht vor.

Bis zum 15. August 2024 soll noch der Euro-Shop in der Alten Waage bleiben. Foto: Hanssen/Archiv
Bis zum 15. August 2024 soll noch der Euro-Shop in der Alten Waage bleiben. Foto: Hanssen/Archiv

Alte Waage

In der Alten Waage am Neuen Markt soll ein Brauhaus entstehen. Die Konzeptvergabe wurde bereits im Sommer 2021 durch den Rat der Stadt Emden beschlossen. Der Investor - das ist die Firma Getränke Nordmann aus Wildeshausen - sei auch weiterhin daran interessiert, das Objekt zu entwickeln und zu erwerben und befinde sich derzeit in der Konzeptüberarbeitung, heißt es in der Pressemitteilung. Er habe mitgeteilt, dass er das Projekt nun verstärkt angehen möchte.

„Nach Rücksprache mit dem Investor, ist allerdings nicht davon auszugehen, dass der Baubeginn noch in diesem Jahr erfolgt“, so die Stadt. Aber: Das Ziel sei es, bis zum 31. Mai 2024 die Architektenleistung verbindlich vergeben zu haben, um ein Voranschreiten des Projektes im Interesse der Stadtverwaltung und des Rates zu gewährleisten. Derzeit befindet sich in dem denkmalgeschützten Gebäude unter anderem der Euro-Shop. Dieser habe einen Verlängerungsvertrag bis zum 15. August 2024 geschlossen. Der Euro-Shop soll dann an einen anderen Standort in der Innenstadt umziehen. Um nach dem Auszug des Euro-Shops keinen Leerstand an der zentralen Stelle zu haben, würden aktuell die Möglichkeiten einer Zwischennutzung geprüft. Die Zwischennutzung durch einen Einzelhändler werde dabei von der Koordination Innenstadt forciert.

Im Frühjahr soll der Spielplatz am Stephansplatz wieder eröffnen. Derzeit sind die Spielgeräte abgebaut. Foto: Hanssen/Archiv
Im Frühjahr soll der Spielplatz am Stephansplatz wieder eröffnen. Derzeit sind die Spielgeräte abgebaut. Foto: Hanssen/Archiv

Spielplatz am Stephansplatz

Die Sanierung des Spielplatzes am Stephansplatz läuft wie geplant, teilt die Stadt mit. Die Stadtverwaltung hält weiterhin an einer Wiedereröffnung im Frühjahr 2024 fest. Die Firma Michael Kindt Spielplatzeinrichtungen GmbH, Möhnsee, hat den Auftrag zum Bau und zur Renovierung des Kinderspielplatzes erhalten. Die Auftragssumme beträgt 111.895,70 Euro brutto.

Bunker Borssum

Das Bauleitplanverfahren für die Nachnutzung des alten Hochbunkers in Borssum zwischen der Schöpfwerkstraße und dem Hatzumer Weg ist abgeschlossen. Es sollen zwölf Wohneinheiten am Bunker mit einer Fläche zwischen 40 und 43 Quadratmeter entstehen sowie vier auf dem Dach, die ungefähr doppelt so groß ausfallen, hieß es 2021. Die Hälfte der Wohnungen soll barrierefrei sein.

Auf Nachfrage der Stadt beim Vorhabenträger wurden die Gründe der Verzögerung vorgetragen. „Diese sind unter anderem die äußerst schwierige gesamtwirtschaftliche Situation im Bausektor, die Überlastung vieler Gutachter und Baufirmen sowie die Zinssituation bei der Finanzierung, die es privaten Investoren sehr schwierig macht, konkrete Zeitplanungen abzugeben“, schreibt die Stadt. Der Bauantrag wurde bereits eingereicht und die Genehmigung wurde erteilt. Der Baubeginn wird nun zeitnah erwartet.

Eine Kindertagesstätte und Büroräume sollen in der ehemaligen Ems-Schule entstehen. Grafik: Archiv
Eine Kindertagesstätte und Büroräume sollen in der ehemaligen Ems-Schule entstehen. Grafik: Archiv

Ems-Schule

Das Gebäude der ehemaligen Ems-Schule wurde an eine Investorenkonsortium verkauft. Es sollen eine Kindertagesstätte und Büroräume für ein Privatunternehmen erstellt werden. Die Bauantragsunterlagen wurden nach Vorbefassung der einzelnen beteiligten Fachämter eingereicht. Die Planunterlagen werden nun sukzessive in Abstimmung mit der unteren Denkmalschutzbehörde vertiefend abgearbeitet.

Auch die Förderproblematik des Gebäudes ist intensiv bearbeitet worden. In enger Abstimmung mit der unteren Denkmalschutzbehörde starten die Bauarbeiten zur weiteren Entkernung des Gebäudes in der kommenden Woche, also ab dem 11. März 2024.

Ins Torhaus sollen Luxuswohnungen und Büroräume einziehen. Grafik: Archiv
Ins Torhaus sollen Luxuswohnungen und Büroräume einziehen. Grafik: Archiv

Torhaus am Neuen Delft

Zum sogenannten Torhaus, einem Hochhaus am Neuen Delft, hatte es zu Beginn der Planung einige Diskussionen gegeben. Anwohner hatten die Sorge geäußert, dass ihre Wohnungen durch die Gebäudehöhe zeitweise im Schatten liegen werden. Danach war es lange ruhig um das Projekt. Jetzt teilt die Stadt mit: „Das Bauleitplanverfahren ist abgeschlossen.“ Nach Aussage des Investors sei die Erarbeitung des Bauantrages in den letzten Zügen. Neben Luxuswohnungen sind auf dem Grundstück an der Blauen Brücke in insgesamt zwei stilprägenden Gebäuden Büro- und Geschäftsräume vorgesehen.

Das Parkgelände Schwanenteich soll aufgewertet werden. Grafik: Archiv
Das Parkgelände Schwanenteich soll aufgewertet werden. Grafik: Archiv

Schwanenteich

Das Parkgelände Schwanenteich soll aufgewertet werden. Dafür wurde im vergangenen Herbst eine Ausschreibung für anstehende Arbeiten veröffentlicht. Die in diesem Zuge angebotenen Preise waren jedoch aufgrund der hohen Bau- und Materialkosten sehr hoch und überstiegen die im Rahmen des Förderprogrammes „Grünes Band Emden“ zur Verfügung stehenden Mittel. Die Ausschreibung musste daher aufgehoben werden, so die Stadt.

Daraufhin wurde der Umfang der geplanten Sanierung durch die Stadtplanung angepasst, um Kosten für die Sanierung einzusparen. Vorrang hat die Trockenlegung des Bereiches, die Sonnenliegewiese und der Baumbestand. Rosen- und Blumenbeete sind erstmal entfallen und sollen in den Folgejahren gegebenenfalls über den Bereich Grünfläche vom Bau- und Entsorgungsbetrieb (BEE) ergänzt werden. Das zuständige Planungsbüro erstellt derzeit ein neues Leistungsverzeichnis und die erneute Ausschreibung wird vorbereitet. Sobald diese erfolgreich war und die Bauleistungen vergeben werden können, kann dazu ein konkreter Zeitplan mitgeteilt werden.

Die geplante Kunstpromenade soll den Weg vom Bahnhof zur Kunsthalle verschönern. Grafik: Archiv
Die geplante Kunstpromenade soll den Weg vom Bahnhof zur Kunsthalle verschönern. Grafik: Archiv

Kunstpromenade

Der Bereich Hahn’schen Insel wird zur einer Kunstpromenade umgestaltet und aufgewertet. Vorbereitend waren am 21. Februar bereits 23 Bäume gefällt worden. Die Ausschreibung für die folgenden Arbeiten wurde in der ersten Märzwoche veröffentlicht, teilt die Stadt mit. Ein genauer Bauzeitenplan soll nach Abschluss des Vergabeverfahrens zwischen Stadt und dem dann feststehenden Ausschreibungsgewinner abgestimmt und vorgestellt werden.

Das Schild "Stadtbäckerei" hängt noch immer am "Hartmann-Haus". Lange steht es schon leer. Foto: Müller/Archiv
Das Schild "Stadtbäckerei" hängt noch immer am "Hartmann-Haus". Lange steht es schon leer. Foto: Müller/Archiv

Hartmann-Gebäude

Ende 2023 hatte die Stadt Emden das „Hartmann-Gebäude“ in der Innenstadt gekauft. Darin war die ehemalige Stadtbäckerei und -konditorei Hartmann am Neuen Markt untergebracht. Seit langem steht das Geschäft aber leer. Die Stadt kaufte es, um einen Investor zu suchen, der die Innenstadtentwicklung mit vorantreibt. Derzeit erfolgen Gebäudesichtungen und das Entrümpeln der Immobilie sowie die genehmigungsrechtliche Überprüfung durch die Bauaufsicht. Diese Vorbereitungen sollen bis zum 30. April 2024 abgeschlossen sein. Im Anschluss wird es ein Interessensbekundungsverfahren geben.

„Es haben bereits verschiedene Interessenten Besichtigungen des Objektes wahrgenommen“, heißt es. Die Stadtverwaltung möchte mindestens schnellstmöglich zu einer Nutzung der gewerblichen Räume kommen. Auch eine Zwischennutzung wird als eine mögliche Option unterstützt. Die Stadtverwaltung hat sich intern darauf verständigt bis zum 30. April 2024 noch verschiedene Möglichkeiten zu prüfen, um ein bestmögliches Konzept zu erhalten. Oberstes Ziel der Stadtverwaltung sei es, „keinen dauerhaften Leerstand zu verwalten“.

Ein Hotel mit Restaurant soll in die ehemalige Schule Nord im Stadtteil Barenburg einziehen. Foto: Hanssen/Archiv
Ein Hotel mit Restaurant soll in die ehemalige Schule Nord im Stadtteil Barenburg einziehen. Foto: Hanssen/Archiv

Schule Nord

In die leerstehende Schule Nord im Stadtteil Barenburg soll ein Hotel mit Restaurant einziehen. Der Investor habe auf Rückfrage der Stadt erneut mitgeteilt, dass er das Projekt auch weiterhin mit der Stadt entwickeln möchte. Im Dezember 2023 habe es einen Termin mit der Verwaltung gegeben, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Derzeit gehe es hier um Abstimmungen zur Ausgestaltung des Kaufvertrags, konkret um die einzuhaltenden Fristen.

Im ehemaligen Apollo-Theater soll es ein gastronomisches Angebot sowie Wohnungen geben. Grafik: Archiv
Im ehemaligen Apollo-Theater soll es ein gastronomisches Angebot sowie Wohnungen geben. Grafik: Archiv

Projekt Apollo

Schon im Sommer 2021 war für das ehemalige Apollo-Theater eine Konzeptvergabe beschlossen worden. „Weiterhin laufen die Gespräche mit dem Investor, um die weiteren Schritte zu planen“, schreibt die Stadt jetzt. Das Vorhaben sieht im Haupthaus des ehemaligen Kinos das „Teeater“ mit einer Kombination aus Gastronomie und Kleinkunstbühne im Erdgeschoss und Büroräumen in den Obergeschossen vor, hieß es im Juli 2022. Im hinteren Teil sollen Wohnungen entstehen. Auch Klein- und Kleinstappartements sind geplant.

Hierbei seien nicht nur die Bedingungen der unteren Denkmalschutzbehörde ausschlaggebend, sondern ebenfalls die der Oberen Denkmalschutzbehörde auf Landesebene, da es sich beim Apollo um eines der herausragenden stadtbildprägenden Objekte Emdens sowie Teil eines Denkmalensembles (AOK, Martin-Luther-Kirche) handle. „Derzeit wird an dem Kaufvertrag sowie an der Überarbeitung des städtebaulichen Entwurfs gearbeitet“, schreibt die Stadt.

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