Nach plötzlichem Tod des Vorsitzenden  DRK in Hinte geht neue Wege

| | 17.03.2024 10:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Erik Heeren ist der neue Vorsitzende des DRK-Ortsvereins in Hinte. Foto: Weiden
Erik Heeren ist der neue Vorsitzende des DRK-Ortsvereins in Hinte. Foto: Weiden
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Nach dem unerwarteten Tod des damaligen Vorsitzenden im Oktober 2023 musste sich der DRK-Ortsverein in Hinte erst einmal neu finden. Jetzt wurde ein neuer Vorstand gewählt.

Hinte - Die vergangenen Monate waren nicht leicht für den Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Hinte. Im Oktober 2023 starb der damalige Vorsitzende Arne Wirth völlig unerwartet im Alter von 31 Jahren. „Das hat uns alle sehr hart getroffen“, sagt Erik Heeren, damaliger Vize-Vorsitzender des Vereins. „Arne und ich waren sehr gut befreundet, das war echt hart. Gleichzeitig hab ich überlegen müssen, was ich mit dem Verein mache. Denn der hing dadurch natürlich ziemlich in der Luft“, so Heeren. „So etwas kann einen Verein auch kaputt machen.“

Das ist dem Hinteraner Ortsverein zum Glück nicht passiert. „Mittlerweile ist wieder ein bisschen Ruhe reingekommen“, sagt Erik Heeren. Bei einer Versammlung am Sonntag, 10. März 2024, haben die Mitglieder des Ortsvereins ihn einstimmig an die Spitze des neu aufgestellten Vorstands gewählt. „Das war für uns jetzt noch einmal eine Art Abschluss. So fällt es uns leichter, in die Zukunft zu schauen.“

Katastrophenschutz ausbauen

Der Vorstand ist nun breiter aufgestellt als zuvor. Mit dem Zweiten Vorsitzenden und der Kassenwartin, Jens Kleine-Venekamp und Silvia Murra, haben sich an der Spitze zwei weitere junge Menschen gefunden, die schon länger im DRK aktiv sind. Bereitschaftsleiter ist nun Marcel Klaaßen, Anna-Lena Klein übernimmt die Leitung des Jugendrotkreuz (JRK) und Erika Heeren die Wohlfahrts- und Sozialabteilung. „Uns war wichtig, dass das alles von mehreren Schultern getragen wird“, sagt Erik Heeren. So sollen zugleich die jeweiligen Bereiche gestärkt und eigenständiger werden.

Der DRK-Ortsverein in Hinte möchte den Bereich Katastrophenschutz ausbauen. Steffen Poppen, der bisher Bereitschaftsleiter beim Ortsverein war, aber mittlerweile in Rheine arbeitet, ist nun für die Koordination und die Kommunikation, zum Beispiel mit dem Landkreis, zuständig. In den kommenden Monaten möchte der Ortsverein zum Beispiel Pläne konkretisieren, das Live Music Center (LMC) in Hinte im Ernstfall als Notunterkunft nutzen zu können. „Wir wollen gern Notfallpläne haben“, sagt Erik Heeren. Nach aktuellen Plänen könnten dort bis zu 70 Menschen untergebracht werden. „Da müssen zwar noch Kooperationsverträge mit der Gemeinde und mit dem LMC vereinbart werden, aber da sind wir grundsätzlich auf einem guten Weg“, so Heeren.

Das hat der Verein dieses Jahr vor

Auf dem Gelände des LMC soll demnächst auch eine kleinere Gerätehalle für den Krankentransportwagen des Ortsvereins entstehen. Dafür hat das DRK Hinte gerade eine Förderung für Nachhaltigkeit bei der EWE abgesahnt, weil die Halle durch eine PV-Anlage autark betrieben werden soll.

Außerdem plant das DRK Hinte in diesem Jahr einen Tag der offenen Tür, einen Aktionstag zum 40-jährigen Bestehen des JRK sowie wieder regelmäßige Seniorennachmittage. Die Jugendfreizeit in den Sommerferien ist bereits komplett ausgebucht. „In den ersten beiden Ferienwochen werden wir an den Gardasee fahren“, sagt Erik Heeren. Dort findet zu diesem Zeitpunkt auch die Fiaccolata statt, ein internationales Treffen der Roten Kreuze. „Wir haben also genug vor dieses Jahr“, sagt Erik Heeren. „Und gute Ideen haben wir auch.“

Dass er einmal Vorsitzender wird, hätte Erik Heeren nicht gedacht. „Eigentlich wollte ich das auch nie. Ich hatte, bevor das mit Arne passiert ist, auch gedacht, dass ich in vier Jahren aufhöre mit dem zweiten Vorsitz“, sagt er. Erik Heeren ist seit 1999 Mitglied des DRKs und hat schon viele Posten durchlaufen. Trotzdem stand für ihn außer Frage, dass er das Ehrenamt, wenn auch aus traurigem Anlass, übernimmt. „Ich war zu diesem Zeitpunkt ja auch der einzige, der es hätte machen können“, sagt er. Trotz alldem freut er sich auf die kommenden Monate. „Das ist vielleicht auch was Gutes an dieser Sache. Wir sind wie eine Familie und passen jetzt noch besser aufeinander auf.“

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