Rekordmann verlässt TV Bunde Eike Schmidt wechselt – die Hintergründe und Stimmen
Der Top-Torjäger des TV Bunde schließt sich im Sommer GVO Oldenburg an. Wir haben mit Eike Schmidt über die Gründe sowie mit beiden Klubs gesprochen.
Bunde/Oldenburg - Der Wechsel von Eike Schmidt zum GVO Oldenburg ist ein Paukenschlag. Was steckt hinter dem Transfer? Was bedeutet er für die Fußball-Bezirksliga und vor allem den TV Bunde? Wir haben mit den Beteiligten gesprochen.
„Bei Bunde ist alles bestens, die Mannschaft und das Trainerteam sind top“, betont Eike Schmidt. „Der Wechsel ist halt zustande gekommen, da die Fahrerei ein bisschen anstrengend geworden ist.“ Der Top-Torjäger arbeitet als Zollbeamter in Bremerhaven, braucht zur Arbeit von seinem Wohnort Oldenburg eine Stunde. „Deswegen möchte ich gerne hier vor Ort in Oldenburg spielen.“ Eike Schmidt kenne das GVO-Trainerteam um André Geiken und Tony Petermann sowie ein paar Spieler des Vereins. So sei Kontakt zustande gekommen.
GVO freut sich über den „Glücksgriff“
Bei seinem neuen Klub GVO Oldenburg freuen sich die Verantwortlichen riesig über den Coup. „Eike ist ein Glücksgriff“, sagt Tony Petermann, Co-Trainer und Sportlicher Leiter bei GVO. Der 35-Jährige, der in Esens aufgewachsen ist, kennt Eike Schmidt schon lange aus seiner aktiven Fußballzeit in Ostfriesland, ist auch mit seinem Bruder Keno befreundet.
„Eike ist nicht nur ein Torgarant, sondern auch menschlich 1a.“ Beides bewies er auch am vergangenen Wochenende. Beim Bunder 3:2 in Westrhauderfehn traf er doppelt und schoss einmal absichtlich am nahezu leeren Tor vorbei, weil sich ein gegnerischer Spieler bei einer Rettungsaktion am Kopf verletzt hatte und er davon nicht profitieren wollte.
TV Bunde sieht Wechsel auch als Chance
Wegen seines fairen Verhaltens, seiner lockeren Art und amüsanten Wortwechseln auch während der Spiele wird der Top-Torjäger von den Gegnern sehr geschätzt. Der Weggang des besten und bekanntesten Spielers ist ein Verlust für die Liga. Für die Angreifer der Bezirksliga öffnet der Wechsel von Eike Schmidt neue Möglichkeiten, sich mal die ligainterne Torjägerkanone zu sichern.
Beim TV Bunde schmerzt der Abgang des Torjägers und Kapitäns. „Eike ist ein Phänomen, ein überragender Spieler und Typ“, sagt Bundes Fußballobmann Bernhard Lübbers. „Bis zuletzt hatten wir gehofft, ihn doch noch von einem Verbleib zu überzeugen. Uns war aber klar, dass irgendwann auch eine Ära nach Eike Schmidt kommen wird.“ Jene sei auch eine Chance, so Lübbers. Die Chance, sich neu aufzustellen. Die Verantwortung, die ein Eike Schmidt trägt, auf breitere Schultern zu verteilen. „Mit zwei Neuzugängen haben wir schon einen guten Grundstein gesetzt“, sagt Lübbers und meint die bereits vorgestellten Sommer-Verpflichtungen Arjom Voronin (SV Holtland) und Corvin Braun (vereinslos, zuletzt Kickers Emden). „Zudem haben wir eine gute Jugendarbeit.“
Knackt Eike Schmidt die 300-Tore-Marke?
Den TV Bunde verlässt Eike Schmidt als Rekordmann. Obwohl er erst 28 Jahre alt ist, ist er der Rekord-Torschütze des Vereins. Aktuell steht Eike Schmidt bei 288 Punktspiel-Toren bei 267 Einsätzen. Hält er seinen Schnitt von etwas mehr als einem Tor pro Partie, knackt er vor seinem Abschied gen GVO Oldenburg noch die 300er Marke. Aktuell steht Schmidt bei 29 Saisontoren in 17 Partien. In der vergangenen Saison hatte sich Eike Schmidt an die Spitze des Bunder Torjäger-Rankings gesetzt, das Vereinsstatistiker Dieter Modder von 1950 an akribisch pflegt.
Auf Platz zwei steht Holger Relotius, der zwischen 1966 und 1980 insgesamt 250 Tore in 380 Spielen für Bundes erste Mannschaft schoss. Eikes Schmidts Vater Ralph Schmidt rangiert in der ewigen TV-Torjägerliste auf Position drei mit 242 Treffern in 524 Spielen.