Schnellster Karriere-Doppelpack  Ein Steffens-Tor kommt bei Kickers Emden selten allein

| | 24.03.2024 11:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Tido Steffens traf binnen 92 Sekunden am Sonnabend zweimal. Fotos: Doden, Emden
Tido Steffens traf binnen 92 Sekunden am Sonnabend zweimal. Fotos: Doden, Emden
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Nach 19 gespielten Sekunden lag der Ball erneut im Tor. Wieder ließ sich Tido Steffens feiern. Wer bei Kickers Emden nach dem Eilvese-Sieg den Aufstieg in den Mund nimmt – und wer noch nicht.

Emden - Der Emder Erfolgszug Richtung Wiederaufstieg rollt immer weiter. Der 3:0-Sieg am Sonnabend inklusive eines 93-Sekunden-Doppelpacks von Tido Steffens gegen Eilvese war für Kickers der neunte in der Fußball-Oberliga in Folge. Da war der wiedergenesene Emder Stadionsprecher Gerd Krauledat bei der Eröffnung der Pressekonferenz in Gedanken kurzzeitig schon eine Liga höher.

Die 79-jährige Kickers-Legende sprach vom einem „Regionalliga-, äh Oberliga-Spiel“. Ein Raunen ging durch den VIP-Raum. „Da sind wir doch bald“, entgegnete Krauledat. Er glaubt fest an den Aufstieg seines BSV. Auch die Emder Fans nahmen am Sonnabend das A-Wort in den Mund. „Wir steigen auf und ihr steigt ab“, hallte es in der Schlussphase gegen das Schlusslicht Eilvese aus dem Emder „Block 5“ im Ostfriesland-Stadion.

Emdens Angreifer David Schiller behauptete zahlreiche Bälle und leitete das Tor zum 2:0 ein.
Emdens Angreifer David Schiller behauptete zahlreiche Bälle und leitete das Tor zum 2:0 ein.

Perfekte Englische Woche für Kickers Emden

Für das Emder Trainerteam kommt sowas aber zu früh. „Wir haben jetzt aus der Englischen Woche das Beste rausgeholt – müssen wir auch. Die Ergebnisse heute von Atlas Delmenhorst und Egestorf zeigen nun mal auf, dass man sich keine Nachlässigkeiten erlauben darf“, sagte Trainer Stefan Emmerling nach den drei Siegen gegen Heeslingen, Meppen II und Eilvese binnen acht Tagen.

Die Emder Aufstiegskonkurrenten Egestorf und Delmenhorst hatten ihre Partien am Sonnabend ebenfalls gewonnen. Auf beide hat Kickers sechs Punkte Vorsprung und Nachholspiele in der Hinterhand.

Zwischen Kickers (liegend Tobias Steffen) und Eilvese wurde hart um jeden Ball gekämpft.
Zwischen Kickers (liegend Tobias Steffen) und Eilvese wurde hart um jeden Ball gekämpft.

Dennis Engel darf weiterhin Ecken schießen

Am Sonnabend vor 1467 Zuschauern besiegte Kickers Emden den Letzten Eilvese in souveräner Manier. Torwart Moritz Onken erlebte einen ruhigen Abend. Vorne hatte Kickers Emden früh mehrere gute Gelegenheiten. Zweimal trafen die Emder die Latte – David Schiller aus der Distanz, Marvin Eilerts nach einem Schiller-Einwurf per Kopf.

Eilerts, der am Mittwoch sein erstes Saisontor gegen Meppen II erzielt hatte, wäre beinahe eine Kopie dieses Tores gelungen. Doch nach einem Kopfball nach einer Ecke von Dennis Engel wurde der Kopfball des Innenverteidigers kurz vor der Linie geblockt. Engel durfte – trotz der Rückkehr von Standardspezialist Tobias Steffen – weiterhin die Ecken von der rechten Seite treten. „Dennis hatte das gegen Meppen gut gemacht“, lobte Steffen. Engel freut’s: „Ich drehe die Ecken gerne vom Tor weg, schieße sie ein wenig anders als Tobi, nicht so scharf, eher etwas höher.“

Spieldaten

Emden: Onken; Ndiaye, Eilerts, Herbst, Engel, Kaissis (76. Lameyer), Stöhr (63. Siderkiewicz), Steffen (79. Buß), Steinwender (69. Abbey), Steffens, Schiller (86. Erdogan).

Tore: 1:0 Steffen (45 +1), 2:0/3:0 Steffens (65./67.).

Traum-Freistoß von Tobias Steffen

Einen Freistoß rund um den gegnerischen Strafraum lässt sich Tobias Steffen dagegen nicht nehmen. Und da bewies der Techniker wieder eindrucksvoll seine Stärke. Kurz vor der Halbzeit drosch er den Ball aus 20 Metern über die Mauer in die Maschen – Traumtor, 1:0 für Kickers. „Das war der Dosenöffner heute zum Sieg“, sagte Steffen nach seinem vierten direkt verwandelten Freistoß in dieser Saison. „So viele hatte ich, glaube ich, noch nie.“

Auch Stadionsprecher Gerd Krauledat war nach dem tollen Steffen-Treffer aus dem Häuschen. Dreimal rief er den Vornamen des Torschützen ins Mikrofon, dreimal schrien die Zuschauer den Nachnamen. Krauledat war froh, wieder vor Ort dabei zu sein. Am Mittwoch hatte er nach einem gesundheitlichen Vorfall gefehlt, erstmals seit 2010. „Damals hatte ich einen Herzinfarkt und hatte sechs Wochen verpasst“, schilderte Krauledat. Diesmal kehrte er schneller zurück.

In der zweiten Halbzeit sorgte Tido Steffens für die Highlights. Erst traf er nach einem Haken aus 16 Metern mit links, dann nach einem weiten Kopfball von Janek Siderkiewicz mit rechts. Dazwischen lagen nur 93 Sekunden. Nach Wiederanpfiff waren es sogar nur 19 Sekunden, bis der Ball erneut im Tor lag. „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich so schnell mal doppelt getroffen habe“, sagte Steffens. Es war bereits sein fünfter Doppelpack in dieser Oberliga-Saison. Ein Steffens-Tor kommt selten allein.

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