Pfützen-Fußball  Denkwürdige Wasserschlacht von Loquard – auch im Video

| | 02.04.2024 15:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Nach der Pause wurde Pfützen-Fußball geboten. Fotos: Poets
Nach der Pause wurde Pfützen-Fußball geboten. Fotos: Poets
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Am Vormittag sah noch alles gut aus. Doch die Sintflut ab 11 Uhr machte das Spiel zu einem kuriosen Spektakel.

Loquard - Seit mehr als 45 Jahren tummelt sich Andreas Ysker auf Fußballplätzen herum. „Aber so etwas wie Ostermontag habe ich noch nie erlebt“, sagt der Trainer des FC Loquard. Das Ostfrieslandliga-Heimspiel gegen den TuS Leerhafe-Hovel entwickelte sich zu einer denkwürdigen Wasserschlacht. „Am Ende war das Spielfeld ein Swimmingpool“, erzählt der Trainer schmunzelnd. Es rollte quasi kein Ball mehr durchs Mittelfeld. Das Leder platschte mal hierhin und mal dorthin. Der Pfützenfußball auf Krummhörner Kleiboden stellte laut Ysker höchste Ansprüche an die Akteure. Sie konnten keinen Ball führen und mussten manchmal mehrfach dagegen treten, damit sie ihn vorwärts bekamen.“ Irgendwie besaßen die Gäste die etwas ausgereifteren Rutsch- und Schwimmtugenden. Sie siegten 4:2.

Der Linienrichter marschierte von Beginn an durch riesige Pfützen. Fotos: Poets
Der Linienrichter marschierte von Beginn an durch riesige Pfützen. Fotos: Poets

Als die Loquarder am Morgen um 10.30 Uhr das Feld inspizierten, ahnte noch niemand, dass sich die Partie am Nachmittag zu solch einer einzigartigen Slapstick-Show entwickeln würde. „Das Spielfeld war ein bisschen weich“, schildert Ysker den Zustand des Rasens. „Aber es gab keine Pfützen und keinen Grund zur Absage.“ Doch ab 11.15 Uhr öffnete Petrus die Schleusen über Loquard. „Das war wie unter der Dusche. Es schüttete stundenlang wie aus Eimern.“

Linienrichter stand im Wasser

Beim Anpfiff um 14 Uhr machte der Platz noch einen halbwegs passablen Eindruck. Lediglich der Linienrichter stand schon so tief im Wasser, dass er sich zur zweiten Halbzeit auf die gegenüberliegende Seite begeben musste.

Im strömenden Regen gaben die Akteure ihr Bestes.
Im strömenden Regen gaben die Akteure ihr Bestes.

Zu diesem Zeitpunkt hatten aber schon alle Gefallen an dem denkwürdigen Fußballspiel gefunden. Die Zuschauer waren mit Regenschirmen gegen die Fluten gewappnet und hatten ihren Spaß am schlammigen Spektakel. „Ein Spielabbruch war irgendwie kein Thema“ sagte der Loquarder Coach. „Alle wollten das durchziehen. Jeder hat sich damit abgefunden, wie es so auf dem Platz war.“ Andreas Ysker machte dem Bunder Schiedsrichter Sascha Hinderks und seinen Assistenten ein dickes Kompliment. „Das Gespann hat eine richtig tolle Leistung geboten.“

Andreas Ysker
Andreas Ysker

Die Akteure wühlten unverdrossen 90 Minuten lang bei unfassbarem Dauerregen im Schlamm herum. Spieler wie Zuschauer waren sich nach dem Leerhafer 4:2-Erfolg schnell bewusst, dass sie einem seltenen Spektakel beigewohnt hatten. Kurz nachdem der Schiedsrichter die Begegnung beendet hatte, war es urplötzlich vorbei mit der Sintflut von Loquard. „Als wir vom Platz gingen, wurde es trocken“, erzählt Andreas Ysker. „Hinterher konnten wir sogar draußen im Trockenen unser Bierchen trinken.“ Da blickten dann alle Akteure zurück auf 90 ultranasse Minuten, die sie so schnell nicht vergessen werden.

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