Fortschritte bei Flugplatz-Sanierung Warten auf den „Sound of Wittmund“
Anfang 2022 zogen die Eurofighter des Wittmunder Richthofen-Geschwaders um nach Rostock-Laage. Grund: Ihr Heimatflugplatz soll komplett neu gebaut werden. Dort gibt es Fortschritte.
Witmundhafen - Noch sind die Eurofighter des Wittmunder Richthofen-Geschwaders ausquartiert; doch ihre Rückkehr ist absehbar. „Im Januar 2025 wollen wir den ‚Sound of Wittmund‘ wieder hier vor Ort haben“, erklärt der Kommodore des Geschwaders, Oberst Björn Andersen, am Donnerstag, 4. April 2024, beim Richtfest auf dem Fliegerhorst-Gelände. Der „Sound of Wittmund“ – gemeint ist der Geräuschpegel, wenn die Kampfflugzeuge starten oder landen, oder auch einfach über der Region unterwegs sind.
In den vergangenen zwei Jahren war es etwas stiller im Luftraum über Ostfriesland. Die Eurofighter des Wittmunder Geschwaders zogen im Januar 2022 um, zum Luftwaffen-Flugplatz Laage in Mecklenburg-Vorpommern. Im Februar 2022 wurde der Wittmunder Fliegerhorst dann geschlossen. Grund: Der mit seinen 285 Hektar vergleichsweise kleine Militär-Flugplatz ist in die Jahre gekommen und muss kernsaniert werden. Ein Großteil der Infrastruktur stammt noch aus den 1960er und 1970er Jahren. Den Anforderungen an den Flugbetrieb mit den technisch anspruchsvollen Eurofightern wurde er nicht mehr gerecht.
Die Baustelle
Es ist ein echtes Großprojekt, denn im Grunde wird auf dem Gelände des alten ein komplett neuer Flugplatz errichtet. Neue Start- und Landebahn, neue Gebäude, neue unterirdische Leitungsstrukturen. Nach Angaben der Bundeswehr ist der Wittmunder Fliegerhorst die größte Militärbaustelle in ganz Niedersachsen. Nachdem zunächst hauptsächlich abgerissen und zurückgebaut wurde, nimmt das Vorhaben nun langsam Gestalt an. Das Richtfest am Donnerstag gilt gleich zwei Gebäuden, der neuen Waffenkammer und dem neuen Wachgebäude. Im vergangenen Jahr wurden schon die Richtfeste für eine neue Lärmschutzhalle und für die Unterbringung der sogenannten Alarmrotte gefeiert.
Und es ist ein teures Projekt: Nach Auskunft der Bundeswehr belaufen sich die Baukosten für Waffenkammer und Wachgebäude zusammen auf rund acht Millionen Euro. Insgesamt wurden demnach in den vergangenen fünf Jahren bereits 315 Millionen Euro in den Standort investiert. Bis zum Ende des Jahrzehnts würden es nochmal etwa 450 Millionen Euro sein. Aber eigentlich, sagt dazu Maike Middelkampf vom Staatlichen Baumanagement Nord-West, sei auch das wie ein Blick in die Glaskugel. Zum einen dauere der Neubau viele Jahre, zum anderen wisse man nicht, was im Boden noch so alles gefunden werde. Tatsächlich wird auf dem ganzen Areal der Boden ausgehoben, in einer eigens auf dem Gelände eingerichteten Anlage gefiltert und gereinigt, und danach wieder verwendet.
Die Eurofighter
Wenn alles läuft wie geplant, sollen die ersten Eurofighter ab Januar 2025 wieder auf den Wittmunder Fliegerhorst zurückkehren. Acht bis zehn Maschinen sollen es erstmal sein, sagt Björn Andersen, man werde dann auch gleich versuchen, jeden Tag zu fliegen. Die restlichen Kampfflugzeuge sollen dann im Laufe des Jahres nachkommen. „Und Mitte 2026 soll es dann eine vollumfängliche Flugaufnahme geben“, so der Kommodore. Zum Verband würden dann mehr als 30 Kampfflugzeuge gehören, von denen mehr als 20 auch in Wittmund stationiert sein sollen. Acht bis zehn Maschinen würden dann täglich in die Luft gehen.
Bauherrin des Flughafen-Neubaus ist die Bundesrepublik Deutschland. Die Projektleitung hat das Staatliche Baumanagement Region Nord-West.