Osnabrück  SAP will Stellen streichen und setzt auf KI: Das ist erst der Anfang

Daniel Batel
|
Von Daniel Batel
| 07.04.2024 15:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Firmenzentrale von SAP in Walldorf bei Heidelberg. Foto: imago-images/Arnulf Hettrich
Die Firmenzentrale von SAP in Walldorf bei Heidelberg. Foto: imago-images/Arnulf Hettrich
Artikel teilen:

Europas größter Softwarekonzern will sein Geschäft mit KI ausbauen. Im Zuge dessen sollen 8000 Stellen wegfallen, auch tausende deutsche Arbeitsplätze sind in Gefahr – und das bei Weitem nicht nur bei SAP.

Fragt man den Chatbot GPT, ob künstliche Intelligenz bald immer mehr Mitarbeiter in Unternehmen ersetzt, antwortet einem das Programm: „Ich verstehe deine Bedenken, aber ich kann keine Arbeitsplätze ersetzen. Es ist wichtig, dass wir als Gesellschaft verantwortungsbewusst mit KI umgehen und sicherstellen, dass sie zum Wohl aller eingesetzt wird.“ Nun dann.

Deutschlands Software-Flaggschiff SAP will bis 2025 dennoch tausende Stellen streichen – um im Gegenzug rund eine Milliarde Euro in die Entwicklung von KI zu investieren. Am Markt löste das Euphorie aus: Der Aktienkurs schoss nach der Bekanntgabe auf ein Rekordhoch. Die Anleger begrüßen es, dass SAP im internationalen KI-Geschäft vorne mitmischen will.

Klar ist: Für einen Fokus auf künstliche Intelligenz muss SAP seine Struktur verändern, und Mitarbeiter benötigen neue Qualifikationen. 2024 gilt an allen 19 deutschen Standorten noch ein Sozialplan. Laut einem Zeitungsbericht könnte trotzdem 2600 SAP-Mitarbeitern hierzulande das Aus drohen.

Im größeren Kontext betrachtet, markieren die Stellenkürzungen aber nur den ersten Schneeball, der eine ganze Lawine lostreten könnte. Denn SAP will nicht nur seine eigenen Produkte smarter machen. Auch innerhalb des Konzerns soll künftig viel mehr KI zum Einsatz kommen. „Die Arbeitsplätze werden sich verändern“, erklärte SAP-Chef Christian Klein richtungsweisend.

So richtig ins Rollen kommen könnte die Lawine aber vor allem außerhalb der Konzernmauern. Schließlich wird SAP-Software von unzähligen Firmen verwendet, wo sie vielerorts eine Art digitale Schaltzentrale für betriebliche Abläufe ist. Wenn immer intelligentere Software künftig mehr Daten automatisch erfassen und verarbeiten kann, stehen weitere Arbeitsplätze auf dem Spiel. Nur dann eben nicht mehr bei SAP selbst.

Ähnliche Artikel