Berlin  Betrugsmasche bei Jobangeboten: So können Sie sich schützen

Karolin Nemitz
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Von Karolin Nemitz
| 08.04.2024 21:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Nun muss man auch bei der Jobsuche aufpassen, denn auch da sind Betrüger unterwegs. Foto: IMAGO/Imagebroker
Nun muss man auch bei der Jobsuche aufpassen, denn auch da sind Betrüger unterwegs. Foto: IMAGO/Imagebroker
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Im Internet sind immer mehr gefälschte Stellenanzeigen zu finden. Bei der Betrugsmasche geht es darum, an die Identität von Arbeitssuchenden zu kommen. Diese missbrauchen die Betrüger dann zur Kontoeröffnung für illegale Zwecke.

Betrüger haben es auf die Daten von Menschen abgesehen, die im Internet nach einem passenden Job suchen. Bei der Betrugsmasche werden gefälschte Stellenanzeigen im Internet veröffentlicht. Bewirbt man sich darauf, bekommt man schnell eine positive Rückmeldung.

Dann wird von den Bewerbern gefordert, dass sie ein neues Konto bei der Partnerbank des Unternehmens einrichten und mit einem Video-Ident-Verfahren ihre Identität bestätigen lassen sollen. Das Konto wird von den Betrügern dann für kriminelle Zwecke missbraucht. Die Masche nennt sich auch Job-Scamming.

Mal wird die Kontoeröffnung damit begründet, dass es angeblich darum gehe, eine App zur Identitätsfeststellung bei der Kontoeröffnung zu testen. Oder die Kontoeröffnung soll dazu dienen, um die Identität mit einem Video-Ident-Verfahren festzustellen. In beiden Fällen wird versichert, dass das Konto lediglich zu Testzwecken beziehungsweise zur Legitimation dient und im Anschluss sofort wieder geschlossen wird.

Die Täter leiten die Eröffnung des Kontos aber bereits vorher auf den Namen der Bewerber ein, allerdings mit falschen Kontaktdaten. Wenn sich der Bewerber nun über das Video-Ident-Verfahren bei der Bank identifiziert, eröffnet die Bank ein Konto mit den von den Tätern zuvor übermittelten falschen Kontaktdaten. Somit haben die Täter Zugang zu diesem Konto.

Oder die Betrüger bitten die Opfer, die nach der Bestätigung zugesendeten Unterlagen für die Kontoeröffnung an sie weiterzuleiten. Laut Polizei Hessen begründen die Kriminellen dies damit, dass sie das Konto nach der Identitätsbestätigung für den Bewerber wieder schließen würden, es sei ja nur zu Testzwecken eröffnet worden.

Die Betrüger verändern daraufhin die Onlinezugangsdaten, sodass die Bewerber keinen Zugriff mehr haben und glauben, dass das Konto geschlossen wurde. Das Konto wird dann für illegale Geldgeschäfte wie beispielsweise Fake-Shops unter dem Namen des Opfers weitergenutzt.

Kein seriöses Unternehmen wird von Ihnen fordern, dass Sie während des Bewerbungsprozesses ein neues Bankkonto eröffnen sollen. Auch wird es keine Kopie Ihres Personalausweises zum Nachweis Ihrer Identität noch vor der Zusendung des Arbeitsvertrags verlagen.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass vor allem eine schnelle, positive Rückmeldung, in der eine Identitätsprüfung gefordert wird, bevor Sie den Arbeitsvertrag zugesendet bekommen, ein Hinweis auf Betrüger sein kann.

Ein weiteres Zeichen ist, dass der angebliche Arbeitgeber nie den persönlichen Kontakt über ein Vorstellungsgespräch am Telefon oder im Unternehmen sucht. Auch auffallend viele Rechtschreib- und Grammatikfehler können auf die Betrugsmasche hinweisen.

Sie sollten keine persönlichen Daten wie Kontonummer und Ausweis-Kopien über einen Chat wie WhatsApp oder per E-Mail senden. Wenn Sie sich unsicher sind, ob das Video-Ident-Verfahren wegen eines Betrugsversuchs gefordert wird oder wirklich für einen realen Job notwendig ist, wird empfohlen, dass Sie im Videogespräch sagen, dass Sie sich wegen einer Stellenanzeige identifizieren sollen. So kann der Anbieter des Identifizierungsverfahrens die Daten noch einmal genauer prüfen und möglicherweise Schaden verhindern.

Wenn die Betrüger das Konto für einen Fake-Shop nutzen, dann ist für Betroffene der vermeintliche Kontoinhaber der einzige, der „greifbar“ ist. Zivilrechtliche Klagen auf Rückzahlung des Geldes können die Folge sein.

Wenn Sie auf einen solchen Trickbetrug hereingefallen sind, sollten Sie sich erst einmal mit der Bank in Kontakt setzen und das Konto sperren lassen. Außerdem sollten Sie alle wichtigen Passwörter, wie zum Beispiel für das Online-Banking, ändern.

Weiterhin sollten Sie in jedem Fall eine Strafanzeige bei der Polizei stellen, damit die Möglichkeit besteht, die Betrüger ausfindig zu machen. Dafür sollten Sie die Chatverläufe zwischen dem Betrüger und Ihnen sichern, um den Betrug beweisen zu können.

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