Land verteilt Flüchtlinge  Mehr als 2000 Geflüchtete kommen nach Ostfriesland

| | 10.04.2024 18:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Mann betritt neben einem Schild vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen am Standort Braunschweig. Foto: Stratenschulte/DPA/Archiv
Ein Mann betritt neben einem Schild vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen am Standort Braunschweig. Foto: Stratenschulte/DPA/Archiv
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Hunderte Geflüchtete kommen derzeit etwa pro Woche in Niedersachsen an. Bis September werden mehr als 2000 den Kommunen in Ostfriesland zugewiesen.

Ostfriesland/Hannover - Etwas mehr als 2000 Geflüchtete sollen in den Monaten April bis September nach Ostfriesland kommen. Das geht aus den neuen Kontingenten für die Verteilung der Flüchtlinge in Niedersachsen hervor, die das Land am Mittwoch bekanntgegeben hat. Insgesamt rechnet das Innenministerium für die sechs Monate mit rund 21.000 Neuankömmlingen, die landesweit auf die Kommunen verteilt werden müssen.

Den Zahlen zufolge muss sich der Landkreis Leer um die Unterbringung von 1024 Menschen bemühen, auf den Landkreis Aurich entfallen 762 Geflüchtete und auf den Landkreis Wittmund 173. Der Stadt Emden sollen 88 weitere Geflüchtete zugeteilt werden. Das Ministerium wies darauf hin, dass es sich bei der Zahl um eine Prognose handelt, die den jeweiligen Kommunen als Einschätzung für die kommenden Monate dienen soll.

Verteilquote eine „rechnerische Größe“

Im Herbst und Winter des vergangenen Jahres hatten gestiegene Flüchtlingszahlen in Niedersachsen einige Kommunen dazu veranlasst, Hilferufe in Richtung Landesregierung zu senden. Ein gutes halbes Jahr später scheint die Lage entspannter. „Aktuell gibt es bei uns ausreichend Unterbringungsmöglichkeiten, um Menschen in der genannten Anzahl bei uns aufzunehmen“, signalisiert Sprecher Rainer Müller-Gummels für den Landkreis Aurich. Allerdings seien die Verteilquoten zunächst eine rechnerische Größe. Die tatsächlich in den Landkreis kommende Zahl an Flüchtlingen könne dann letztlich deutlich anders ausfallen.

Ausreichend Kapazitäten für die Unterbringung der Neuankömmlinge stünden auch im Landkreis Wittmund bereit, berichtet Sprecher Ralf Klöker auf Anfrage unserer Redaktion. Dies liege auch daran, dass der Landkreis Wittmund aufgrund einer Überquote im laufenden Jahr bisher lediglich 24 Zuweisungen bekommen habe. Von den rund 434 Menschen, die Stand Ende März von den Mitarbeitern der Verwaltung im Asylverfahren betreut würden, sei ein Großteil bereits dezentral untergebracht worden. Die Gemeinschaftsunterkunft „Willkommenszentrum Wittmund“ sei noch mit 50 Menschen belegt.

Mitarbeiter der Verwaltungen hoch belastet

Auch in der Stadt Emden seien mit Stand vom 30. März alle 244 Personen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, in dezentralem Wohnraum untergebracht, teilt Stadtsprecher Eduard Dinkela mit. Prognostisch werde eine dezentrale Unterbringung in Wohnungen bis in den Sommer hinein weiter möglich sein. Zeitlich darüber hinausgehende Einschätzungen seien schwierig. Je nach Zahl der aufzunehmenden Flüchtlinge sei auch eine Unterbringung in Sammelunterkünften im Laufe des Jahres nicht auszuschließen.

Im Landkreis Leer werden der Kreisverwaltung zufolge die Geflüchteten weiterhin dezentral in den Städten und Gemeinden untergebracht, die sich auch am Ort um die Unterbringung kümmern. Gegenwärtig würden 1167 Asylbewerber im Kreis Leer betreut, hieß es.

Innenministerin Daniela Behrens (SPD) sagte: „Die Kommunen werden durch die nach wie vor hohen Zugangszahlen auch weiterhin großen Belastungen ausgesetzt sein.“ Das Land tue alles, um sie bei der Bewältigung der Lage zu unterstützen. Dies scheint nötig zu sein. „Die mit dem Thema befassten Mitarbeiter der Kreisverwaltung arbeiteten an der Belastungsgrenze. Die Fallzahlenbelastung pro Mitarbeiter liege auf einem Höchststand“, heißt es etwa aus Wittmund. Und auch in Emden ist „die Beschaffung von ausreichend Wohnraum zur Unterbringung von Geflüchteten seit der großen Fluchtbewegung aus der Ukraine im Jahr 2022 und den hohen Asylbewerberzahlen eine Herausforderung“ und „nur durch viel Engagement der Mitarbeiter“ zu bewältigen.

Mit Material von DPA

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