Feuer in Wiesmoor Brand in Fehn-Hotel – so ist der aktuelle Stand
Am Sonnabend hat das ehemalige Fehn-Hotel in Wiesmoor gebrannt. Neben gewerblich genutzten Räumen gibt es dort auch Mietwohnungen. Zum Teil waren dort Geflüchtete untergebracht. Was zurzeit bekannt ist.
Wiesmoor - Nach dem Brand des ehemaligen Fehn-Hotels in Wiesmoor ist die Brandursache noch immer unklar. Die Polizei hat die Brandermittlungen aufgenommen, wollte sich aber am Montag noch nicht abschließend zur Ursache des Brandes äußern. Unbestätigten Meldungen zufolge könnte ein technischer Defekt das Feuer verursacht haben.
Entgegen ersten Angaben wurden nicht fünf, sondern acht Personen leicht verletzt, durch Rauchgasvergiftungen und Verletzungen aufgrund des Feuers. Sie konnten vor Ort medizinisch versorgt werden. Ins Krankenhaus musste niemand. Auch zwei Katzen wurden im Obergeschoss des Hauses lebend aufgefunden. „Die Katzen wurden vom DRK mit Sauerstoff versorgt und der Besitzer hat sie noch am Abend abgeholt“, so der Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Wiesmoor, Jan-Marco Bienhoff. Bei der Rettung wurden die Einsatzkräfte selbst hingegen von den verängstigen Tieren verletzt – trotz der Schutzkleidung.
Neue Unterkünfte für Bewohner
Bis auf Weiteres ist das Gebäude, das nun als unbewohnbar gilt, weiträumig abgesperrt. In dem Wohnkomplex sind derzeit 36 Personen gemeldet. Das Gebäude ist in Privatbesitz. Zu den Bewohnern und Bewohnerinnen des Hauses gehören auch etwa 20 Personen, die als Geflüchtete über den Landkreis Aurich darin untergebracht sind. Sie sind in der ehemaligen Kaserne in Aurich untergekommen. Fünf Hausbewohner, denen Obdachlosigkeit drohte, sind vorübergehend von der Stadt Wiesmoor im Hotel „Torfkrug“ untergebracht worden. „Wir machen uns jetzt auf den Weg, Alternativen zu finden“, sagte Bürgermeister Sven Lübbers (parteilos).
Außer zu Wohnzwecken wurde das ehemalige Hotel auch gewerblich genutzt. Im vom Brand betroffenen Teil befanden sich die Räume einer Praxis für Physiotherapie und eine Anwaltskanzlei. In dem anderen Bereich befinden sich eine Massagepraxis, eine Versicherung und ein gastronomischer Betrieb. Ob und wann zumindest ein Teil der Mieter zurückkehren kann, ist unklar. Es war zwar nur ein Teil des Gebäudes direkt vom Brand betroffen, aber auch der Teil, in dem es nicht gebrannt hat, ist beschädigt, etwa durch Löschwasser. Zudem seien Strom- und Gaszufuhr im Zuge der Löscharbeiten gekappt worden. Die Schadenshöhe beläuft sich nach ersten Schätzungen auf etwa 800.000 Euro.
Was den Bürgermeister beeindruckt
Lübbers wertet den Einsatz als Erfolg: „Für mich war es, so schlimm die Situation war, auch beeindruckend zu sehen, wie gut der Einsatz Hand in Hand lief – ob Feuerwehr, Polizei, DRK, THW – welcher Zusammenhalt da vorhanden ist und welche Einsatzbereitschaft“, sagte er im Gespräch mit der Redaktion „Da merkt man: Die Leute wissen, was sie tun. Das war herausragend.“
Insgesamt dauerte der Einsatz für die Feuerwehr Wiesmoor etwa zwölf Stunden. Die Meldung „Feuer aus“ kam gegen 18 Uhr, dann folgten die Aufräumarbeiten und die Arbeiten an den Fahrzeugen und Geräten, die sofort wieder einsatzbereit gemacht werden mussten.
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