Hengasch  „Mord mit Aussicht“-Formel: Petra Kleinert erklärt, wann ein Krimi gelingt und wann nicht

Daniel Benedict
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Von Daniel Benedict
| 22.04.2024 10:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Auch Schmunzelkrimis müssen handwerklich gut sein: Petra Kleinert („Mord mit Aussicht“) tritt für mehr Qualitätsbewusstsein im TV-Krimi ein. Foto: Reinhold Kammerer
Auch Schmunzelkrimis müssen handwerklich gut sein: Petra Kleinert („Mord mit Aussicht“) tritt für mehr Qualitätsbewusstsein im TV-Krimi ein. Foto: Reinhold Kammerer
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Petra Kleinert ist seit der ersten Staffel im Cast von „Mord mit Aussicht“ – auch nach einer Krise hält sie den Schmunzelkrimis die Treue. Sie pocht aber auch auf ganz bestimmte Qualitätsmaßstäbe.

TV-Star Petra Kleinert (56) stellt auch an leichte Unterhaltung hohe Ansprüche „Ich höre immer wieder den Satz: Leute, der Fall ist nicht so wichtig. Ist er doch. Ich will meine Zuschauer nicht verarschen“, sagte die Krimi-Schauspielerin im Gespräch mit unserer Redaktion. Als Grundhaltung für einen gute TV-Krimi gab Kleinert das Credo aus: „Ich bin nicht besser als mein Publikum. Unsere Zuschauer sind gestandene Menschen, die haben Lebenserfahrung. Vielleicht kennen sie nicht unser Fachvokabular, aber wenn sie einen schlechten Krimi gucken, merken die das. Es ist auch ein Handwerk, und das sollte man anständig ausüben.“

Das Interview im Wortlaut: Petra Kleinert über ihre Zeit im Sprechzimmer von „Frauenarzt Dr. Markus Merthin“

Beim sogenannten Schmunzelkrimi schwört die „Mord mit Aussicht“-Darstellerin auf die Formel: „Erst kommt der Krimi, dann die privaten Befindlichkeiten.“ Wo nicht genug Handlung da ist, wird es für Kleinert abgehoben: „Dann sind wir beim Kommissar, der nur noch mit seinem Alkoholproblem am Imbiss steht und Burger in sich reinschaufelt. Langweilig. Interessant wird es erst, wenn er unter Druck kommt und handeln muss. Um auf der Bananenschale auszurutschen, muss man in Bewegung sein.“

Dass ihr Kollege Bjarne Mädel seinen Ausstieg aus der ARD-Reihe „Mord mit Aussicht“ mit einer öffentlichen Kritik am Format verbunden hatte, lobte Kleinert ausdrücklich: „Bjarne Mädel soll bitte immer genau das sagen, was er für richtig hält. Ich finde, dass viel zu selten offen gesprochen wird – gerade in unserer Branche“, sagte Kleinert. „Was ‚Mord mit Aussicht‘ angeht, hatte er völlig recht. Ich bin damals genauso ausgestiegen wie er, aus denselben Gründen. Dann gab es die Idee, das Format doch noch mal neu zu beleben. Und nach und nach habe ich Lust bekommen, zu meiner Figur zurückzukommen.“

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