Osnabrück Pedelec-Unfälle: Das Problem sind ignorante Autofahrer und fehlende Radwege
Schon wieder ein Toter bei einem Radunfall. Viel zu häufig hört man diese Nachricht. Die Schuld wird dabei oft Senioren auf dem Pedelec und rasenden Fahrradfahrern gegeben. Doch das Problem sind auch unachtsame Autofahrer und fehlende Infrastruktur.
Mit dem Beginn der Fahrradsaison sind wieder vermehrt Pedelecs unterwegs und die Unfallzahlen steigen. Diese elektrifizierten Räder, mit einem Tempo bis zu 25 km/h, sind ein Risikofaktor für sich und andere. Was dabei oft nicht bedacht wird: Zu einem Unfall gehören meistens zwei. Genauso, wie Pedelecfahrer vorsichtiger fahren sollten, müssen auch Autofahrer besser Acht geben.
Etwa drei Viertel aller tödlichen Fahrradunfälle sind auf Kollisionen mit Autos zurückzuführen. In rund 66 Prozent der Fälle hat der Autofahrer den Unfall verursacht. Im eingeschränkten Sichtfeld und ohne Schulterblick kann ein Fahrrad im Auto leicht übersehen werden, vor allem das schnellere Pedelec. Da Fahrradfahrer keinen schützenden Airbag haben und häufig keinen Helm tragen, verletzen sie sich schnell. Die Anzahl der Unfälle zeigt die Dringlichkeit, mit der das Problem angegangen werden muss. Wäre ein Abbiegeassistent für Autos, der bei der Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern warnt, eine Lösung? Bei neuen Lkws ist er bereits Pflicht.
Ein weiteres Problem ist die fehlende Infrastruktur. Wen wundert es, wenn der Radfahrer auf einem zu schmalen Streifen, auf einer schmalen Fahrbahn, vom zu eng vorbeifahrenden Lkw angefahren wird? In Großstädten gibt es zwar bereits abgetrennte Radwege, aber noch lange nicht genügend – ganz zu schweigen von kleineren Städten. Anders sieht es zum Beispiel in Dänemark aus: Dort gibt es deutlich mehr abgegrenzte Fahrradspuren. So kommen sich die Verkehrsteilnehmer gar nicht erst in die Quere, wovon auch die Autofahrer profitieren. Warum nehmen wir uns das Land nicht zum Vorbild?
Es darf doch nicht sein, dass die Verantwortung zu den Radfahrern geschoben wird. Obwohl oft ein Auto oder ein Lkw beteiligt sind. Soll diese Langzeit-Tragödie enden, müssen auch Kraftfahrer stärker sensibilisiert und sichere Fahrradwege geschaffen werden.