Hannover  Nach Abi-Panne keinen Extra-Punkt: Richtige Entscheidung

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 16.04.2024 17:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Nach den Problemen bei den Abiturprüfungen im Fach Politik-Wirtschaft zieht das Land Niedersachsen nun Konsequenzen. Foto: Silas Stein/dpa
Nach den Problemen bei den Abiturprüfungen im Fach Politik-Wirtschaft zieht das Land Niedersachsen nun Konsequenzen. Foto: Silas Stein/dpa
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Nach der Abi-Panne vorige Woche bleibt das Kultusministerium in Niedersachsen hart: Es gibt keinen zusätzlichen Punkt. Und das ist auch richtig so.

Das Kultusministerium in Niedersachsen will nach der Abi-Panne in der vorigen Woche ihre Kommunikation mit den Schulen verbessern und plant künftig auch einen „Alarmtag“ vor Beginn der Prüfungen, um Notfallszenarien durchzuspielen.

Es scheint, als lerne auch eine Behörde wie das für Schulen zuständige Haus nie aus. Nachdem das Ministerium von Julia Willie Hamburg zunächst wohl tatsächlich glaubte, der landesweite Notfallplan habe nach dem Einbruch in eine Schule in Goslar gut funktioniert, mehrten sich die kritischen Stimmen in den Folgetagen.

Verzögerungen aufgrund technischer Probleme beim Hochladen der Ersatzklausuren, wichtige Informationen, die einige Schulen zu spät oder gar nicht erreicht haben, oder von einigen Schulleitungen schlicht zu spät gelesen wurden, und eine Ministerin, die sich zunächst rar machte: Wie sich gezeigt hat, lief bei der Bewältigung dieser Abi-Panne mitnichten alles rund.

Umso besser, dass Ministerin Hamburg den Ernst der Lage erkannt und nur wenige Tage nach dem Vorfall öffentlich über die Konsequenzen informiert hat. Gerade in solchen Krisen ist die Präsenz der Hausspitze unabdingbar.

Und gut, dass die Ministerin nicht eingeknickt und der Forderung nach einer pauschalen Notenanhebung nachgekommen ist. Das wäre nicht nur übertrieben gewesen, sondern hätte auch den Eindruck einer Wiedergutmachung erweckt.

Dass die Schüler zusätzlichem Stress ausgesetzt waren, steht außer Frage. Aber sie konnten wählen, ob sie an dem Tag noch schreiben oder einen neuen Anlauf unternehmen und auf den Nachschreibetermin ausweichen. Das ist eine faire Regelung, wenngleich reflexartige Schüler-Rufe nach einem Bonus als Ausgleich für den wilden Prüfungstag freilich nachvollziehbar sind.

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