Osnabrück Diesen neuen Film empfiehlt Cinema Arthouse-Mitarbeiterin Paula Bongers
Paula Bongers, Mitarbeiterin im Cinema Arthouse, empfiehlt diese Woche den Film „Civil War“ über einen zweiten Bürgerkrieg in den USA. Im Interview verrät sie, warum.
Frage: Frau Bongers, diese Woche gibt es nur drei Neustarts in Osnabrück, da ist die Wahl auf den Film der Woche wahrscheinlich recht leicht gefallen, oder?
Antwort: Ja, das ist „Civil War“, auf den ich mich auch schon seit längerer Zeit gefreut habe. Das ist ein Film aus den A 24-Studios, die ich sehr mag. Und auch der Regisseur, Alex Garland, gefällt mir sehr gut.
Frage: Und worum geht es da?
Antwort: Viele denken durch den Trailer, dass es ein Kriegsfilm ist, in dem es um ein gespaltenes Amerika geht. Aber tatsächlich geht es in erster Linie um Kriegsfotografie und weniger um die Ursachen von Krieg. Es geht um eine Gruppe von Journalisten und Fotografinnen und darum, wie sie den Krieg dokumentieren.
Frage: Der Film ist im Vorfeld in den USA kontrovers diskutiert worden. Ist da eine politische Parteiname erkennbar?
Antwort: Der Film wird wahrscheinlich als kontrovers empfunden, weil er jetzt im Wahljahr rauskommt. Aber ich würde nicht sagen, dass „Civil War“ etwas oder jemanden widerspiegelt, das man wiedererkennen kann, auch wenn es eine Szene gibt, die schon einen hohen Wiedererkennungswert hat, weil sie deutlich an den Sturm aufs Capitol vom 6. Januar 2021 erinnert.
Frage: Was macht diesen Film denn so besonders?
Antwort: Insbesondere die Filmografie, die Schnitte, die Szenenbilder und auch der Sound. Es sind vor allen Dingen die technischen Aspekte, die den Film ausmachen. Die Geschichte gerät leider etwas ins Hintertreffen.
Frage: Es heißt, der Film nutze auch das Stilmittel des Road Movies, um ein Stimmungsbild zu zeichnen?
Antwort: Ja, man kann den Film auf jeden Fall Road Movie nennen. Der Film ist tatsächlich eine Reise durch Amerika, bei der man durch die verschiedenen Zwischenstopps unterschiedliche Situationen kennenlernt.
Frage: Im Film kämpfen vier Parteien in unterschiedlichsten Konstellationen gegeneinander. Blickt man da als Zuschauer überhaupt durch?
Antwort: Genau, es ist sehr undurchsichtig, und auch die Journalisten stehen nicht klar auf einer Seite. Ich glaube, die Absicht des Regisseurs war es, Kriegsjournalismus darzustellen.
Frage: Wie gut ist Kirsten Dunst in der Hauptrolle der Kriegsfotografin Lee?
Antwort: Ich fand sie sehr gut, sehr überzeugend, und sie hat es auch sehr gut dargestellt, wie diese langjährige Kriegsfotografin Lee aufgrund ihrer Erfahrungen im Laufe der Zeit abgestumpft ist.
Frage: Wenn Sie den Film mit maximal fünf Sternen bewerten würden, was würde er bekommen?
Antwort: Dreieinhalb von fünf Sternen, hauptsächlich, weil ich die Filmografie und das Szenenbild und den Schnitt sehr gut fand. Die schauspielerische Leistung hat mir auch sehr gut gefallen. Ich war leider ein wenig enttäuscht von der Story, aber das tut dem Film nicht so viel ab.
Frage: Vielen Dank, Frau Bongers!
Civil War. 109 Minuten. FSK: ab 16. Cinema Arthouse, Hall of Fame.
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