Schülerzahlen Ein kleiner Jahrgang für die neuen fünften Klassen
Die Anmeldungen für den neuen fünften Jahrgang sind zum Großteil gelaufen. Zufrieden ist vor allem das Auricher Gymnasium – weil es kleiner bleibt.
Aurich - Schon früh ist in diesem Jahr die offizielle Anmeldezeit für die kommenden fünften Jahrgänge zu Ende gegangen. Schuld daran ist der frühe Beginn der Sommerferien in diesem Jahr. Es ist immer noch möglich, Kinder für den neuen fünften Jahrgang anzumelden. Endgültig sind daher die Zahlen aller Schulen nicht. Es deutet sich aber bereits an, dass ein relativ kleiner Jahrgang in die weiterführenden Schulen wechselt. Unsere Redaktion hat bei den weiterführenden Schulen im Altkreis Aurich nachgefragt.
So wird das Auricher Gymnasium Ulricianum, dass jahrelang neunzügig in die fünften Jahrgänge startete, eventuell nur sieben fünfte Klassen haben in diesem Sommer. Das teilte Schulleiter Rüdiger Musolf mit. Wegen der Außenstelle seien sogar acht Parallelklassen erlaubt. „Wir haben unser Ziel also erreicht.“
Realschul-Bremse wirkt bislang nur begrenzt
Bislang gebe es 203 Anmeldungen für den kommenden fünften Jahrgang, zwölf mehr als im vorigen Jahr. Noch nicht ganz klar sei, wie viele Schüler schließlich die Außenstelle, also die Waldschule Egels, besuchen werden. Auf jeden Fall, so Musolf, werde es zwei Bläserklassen geben. Schon wegen des Lehrermangels hoffe er, dass es möglich sein wird, nur sieben Parallelklassen am Ulricianum einzurichten. Es sei aber noch unklar, wie viele Schüler des jetzigen Jahrganges die fünfte Klasse wiederholen müssten.
Die Realschule Aurich hat in den vergangenen Jahren einen enormen Zulauf erfahren. So viele Eltern wollten diese Schule für ihre Kinder, dass die Auricher Politik vor zwei Jahren die Notbremse ziehen musste: Bei 150 Anmeldungen ist Schluss, es sei denn, es handelt sich um Auricher Kinder. Es soll eine Fünfzügigkeit in der Realschule gelten. Im vorigen Jahr gab es am Ende 166 Kinder im fünften Jahrgang. Für sie mussten sechs Klassen gebildet werden, weil es auch in der Realschule Wiederholer gab.
IGS Aurich hat mehr Anmeldungen als 2023
In diesem Jahr gibt es laut Schulleiterin Kathrin Peters erst 132 Anmeldungen. Dennoch rechnet sie mit sechs Parallelklassen. Denn es seien noch weitere Anmeldungen angekündigt, und auch in diesem Schuljahr gebe es Schüler, die die fünfte Klasse wiederholen müssten. Dringend erwartet wird in der Realschule der beschlossene Erweiterungsbau. Die ersten Ausschreibungen für den Neubau laufen derzeit. Mit einem Baubeginn wird im Sommer gerechnet.
Nur 90 Kinder wurden im vorigen Jahr im fünften Jahrgang der IGS Aurich angemeldet. Wenig für eine Schule, die auf Sechszügigkeit ausgelegt ist. Und im Grunde verbirgt sich hinter der Zahl ein Drama, das sich in jedem Jahr wiederholt: Denn in den höheren Jahrgängen nimmt die Zahl der Schüler regelmäßig zu, weil Kinder vom Gymnasium oder von der Realschule zur Gesamtschule wechseln. So hat der jetzige sechste Jahrgang der IGS Aurich 136 Schüler. Für die Jahrgänge sechs bis zehn gibt es laut Schulleiterin Dr. Dorothee Göckel bereits jetzt 25 Anmeldungen. Bis zu den Sommerferien würden es sicher noch mehr.
Schulen im Umland sind stabil
Seit Jahren wirbt Göckel bei den Eltern dafür, ihre Kinder gleich im fünften Jahrgang der IGS anzuvertrauen. Denn dann würden die Schüler das System Gesamtschule gleich von Beginn an kennenlernen. Der Erfolg des Werbens ist begrenzt. Gleichwohl kann Göckel in diesem Jahr bereits 100 Anmeldungen verbuchen. Und sie erwartet noch Nachzügler. Daher werde die IGS Aurich im Sommer mit fünf vergleichsweise kleinen fünften Klassen starten. Das sei mit dem Regionalen Landesamt für Schule und Bildung abgesprochen, so Göckel. Denn auf diese Weise könne vermieden werden, dass Klassen schon im sechsten Jahrgang wieder geteilt werden müssten, weil zu viele neue Schüler kommen würden.
Stabil sind die Anmeldezahlen in den übrigen weiterführenden Schulen im Altkreis Aurich sowie in der IGS Marienhafe-Moorhusen, die für Südbrookmerland und Brookmerland zuständig ist. Deren Schulleiter Kai-Dieter Hoop hat sich im jetzigen vierten Jahrgang umgeschaut. Insgesamt gebe es 305 Viertklässler in den beiden Gemeinden. Davon seien bislang 91 an der IGS Marienhafe-Moorhusen angemeldet worden. Im vorigen Jahr waren es 97 Anmeldungen bei 305 Schülern. Gestartet sei man im fünften Jahrgang am Ende wegen der Nachzügler mit 114 Kindern in fünf Klassen. Dies auch, weil 13 Schüler einen anerkannten Förderstatus hätten. Sie zählen also doppelt bei der Bildung der Klassen. Ob es in diesem Jahr wieder für fünf Klassen reiche, müsse abgewartet werden, so Hoop.
KGS Großefehn wartet auf den Neubau
An der KGS Wiesmoor gibt es laut Schulleiterin Ulrike Sieckmann derzeit 120 Anmeldungen für den fünften Jahrgang. Das seien neun weniger als im vorigen Jahr. Der Rückgang lasse sich durch die kleineren Grundschuljahrgänge in der Stadt Wiesmoor erklären.
In der KGS Großefehn verzeichnet Schulleiterin Silvia Fleßner bislang 128 Anmeldungen. „Das ist eine gute Zahl“, sagt sie, es seien zwölf Kinder mehr als im vorigen Jahr. Und es handele sich nicht um den Endstand, da immer noch nachträglich Anmeldungen kämen. Insgesamt sechs Klassen sollen gebildet werden. Es werden zwei Gymnasialklassen, drei Realschulklassen und eine Hauptschulklasse sein.
Wie an der Realschule Aurich freut man sich auch in Großefehn auf den Neubau. Die Fehntjer sind jedoch schon deutlich weiter. Der Rohbau steht, die ersten Klinker sind verbaut. Zum Sommer können die Räume allerdings noch nicht genutzt werden. „Das wird erst im kommenden Jahr etwas“, so Fleßner. Bis dahin müssten weiter Gruppenräume als Klassenräume genutzt werden.
Eindeutig vierzügig wird in diesem Jahr die IGS Ihlow, wie Schulleiter Günter Tautz mitteilt. Es gebe bislang 97 Anmeldungen. Er rechnet wie alle Schulleiter aber noch mit Nachzüglern. Im vorigen Jahr gab es in der IGS Ihlow 92 Fünftklässler.