Tier in Sicherheit gebracht Veterinäramt greift bei verwahrlostem Hund aus Norden ein
Das Veterinäramt hat den Bruder des kürzlich gefundenen verwahrlosten Hundes aus Norden abgeholt und in Sicherheit gebracht. Die Besitzerin konnte das offenbar kaum fassen.
Norden - Das Veterinäramt des Landkreises Aurich hat den Hund aus Norden, dessen Bruder kürzlich verwahrlost und schwerkrank am Straßenrand gefunden und danach eingeschläfert wurde, abgeholt und in Sicherheit gebracht. Das bestätigt Kreissprecher Lennart Adam auf Nachfrage dieser Zeitung. Weitere Details wollte er mit Verweis auf laufende Ermittlungen nicht nennen.
Der Tierschutzverein „Aktive Tierfreunde“ aus Norden postete dazu am Montag, 23. April 2024, bei Facebook: „Wir hatten heute um 12.15 Uhr einen Termin beim Tierarzt mit dem Bruderhund und die Besitzerin wollte uns den Hund hierfür mitgeben. Als wir bei ihr ankamen, öffnete sie weinend die Tür und erklärte uns, das Veterinäramt hätte den Hund soeben abgeholt und sie würde ihn nicht wieder bekommen, weil sie nicht mehr für ihn sorgen könne.“
Das passiert jetzt mit den Spenden
„Das Veterinäramt wird den Hund sicher in die Obhut eines Tierheims geben und wir bitten dieses Tierheim, sich zu melden, damit wir das Geld, das für den Bruderhund gespendet wurde, für die tierärztliche Behandlung weiterreichen“, heißt es weiter. In einem vorherigen Beitrag hatte der Verein zu Spenden für die Behandlung des Tieres aufgerufen. Wenn das Geld nicht benötigt werde, werde der Verein davon gute Flohmittel kaufen, um sie bei der Norder Tier-Tafel an bedürftige Tierhalterinnen und Halter weiter zu geben oder Behandlungen anderer Hunde bedürftiger Halter zu unterstützen. „Wir hoffen, dass man dem kleinen Bruderhund helfen kann und für ihn eine private Pflegestelle sucht, in der er noch ganz viel Zuwendung bekommt“, schreibt der Verein.
Einen Hund aus seiner bekannten Umgebung zu holen und zum Beispiel in ein Tierheim zu bringen, sei nämlich nicht immer die beste Lösung - sofern die medizinische Versorgung sichergestellt sei, sagte Sonja Lindemann von den Aktiven Tierfreunden dieser Zeitung am Montag, 22. April. „Er war ja seit 14 Jahren an 24 Stunden am Tag mit seiner Besitzerin zusammen.“ Einem vermutlich blinden Hund tue man nicht unbedingt einen Gefallen damit, ihn aus dieser Umgebung rauszunehmen. Wo genau der Hund nun untergebracht wurde, wollte der Pressesprecher des Landkreises dieser Zeitung nicht sagen.
Vergangenen Sonntag, 14. April 2024, hatten Passanten am Straßenrand in Norden einen zusammengerollten, stark verwahrlosten und kranken Rüden entdeckt und die Tierschützer alarmiert. Die Tierärztin, zu der der Hund gebracht worden war, konnte das Tier nur noch von seinem Leid erlösen und einschläfern. Wenig später hatte sich die Besitzerin des Hundes eigenständig bei den Aktiven Tierfreunden gemeldet und erwähnt, dass sie auch noch einen zweiten Hund, den Bruder des anderen Tieres, habe. Die Aktiven Tierfreunde sicherten ihr zu, die Kosten für die Behandlung des Bruderhundes zu übernehmen, denn auch dieses Tier war in einem verwahrlosten Zustand, wie Sonja Lindemann gegenüber dieser Zeitung sagte. Der Verein erstattete Anzeige wegen Tierquälerei, die Ermittlungen laufen, wie auch die Polizei bestätigte.
Besitzerin des verwahrlosten Hundes in Norden gefunden
Misshandelter Hund in Norden am Straßenrand gefunden
Das Problem mit den Auslandshunden
„Futterkorb“ unterstützt Tierbesitzer mit kleinem Budget