Extrem-Radrennen  Wiesmoorer meistert 312 Kilometer und 5000 Höhenmeter

| 02.05.2024 12:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Um 5.30 Uhr kurz vor dem Start: Die Ostfriesen (von links) Matthias Benthien, Holger Hemken, Silvia Jünke, Dennis Brunken und Heiko Engelbrecht. Foto: Privat
Um 5.30 Uhr kurz vor dem Start: Die Ostfriesen (von links) Matthias Benthien, Holger Hemken, Silvia Jünke, Dennis Brunken und Heiko Engelbrecht. Foto: Privat
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Fünf Ostfriesen gingen beim Rennen „Mallorca 312“ an den Start. Vier von ihnen schieden vorzeitig aus. Nur Heiko Engelbrecht aus Wiesmoor schaffte es ins Ziel – trotz einer Zerrung im Oberschenkel.

Mallorca - In jedem Jahr einmal Urlaub auf Mallorca – kaum jemand, der damit nicht Sangria, Sandstrand und Partyurlaub verbindet. Zwei befreundete Radsportclubs aus Wiesmoor und Remels starten auch jedes Jahr eine Woche voll durch. Sie feiern jedoch eine Party der ganz anderen Art: Mit Helm auf dem Kopf und Trikot am Leib klicken sie in ihre Pedalen und ziehen auf dem Rennrad ihre Runden über die Insel – an manchen Tagen mehr als 100 Kilometer am Stück.

Auch in der letzten Aprilwoche ging es wieder an den Start. Diesmal stand für fünf von ihnen aber ein ganz besonderes Erlebnis auf dem Programm. Sie hatten es Anfang Oktober 2023 geschafft, fünf der begehrten Startplätze für das jährliche Radrennen „Mallorca 312“ zu ergattern. Die insgesamt 8.000 Startplätze, die für die drei Distanzen (167 km, 225 km und 312 km) am 27. April zur Verfügung standen, waren binnen weniger Minuten komplett ausverkauft. Die fünf Ostfriesen hatten sich für den längsten Rundkurs angemeldet. Auch bei ehemaligen Profis ist diese Distanz sehr beliebt. So waren diesmal die spanische Radsportlegende Alberto Contador und die amtierende Zeitfahr-Olympiasiegerin Annemiek van Vleuten auf der Distanz von 312 km mit im Starterfeld.

Völlig entkräftet, aber gut gelaunt

Trotz des regnerischen Winters hatten sich die Teilnehmer Silvia Jünke, Matthias Benthien, Dennis Brunken, Holger Hemken und Heiko Engelbrecht in vielen Trainingseinheiten gut auf die lange Distanz und die zu bewältigenden rund 5000 Höhenmeter vorbereitet. Die 1. Hälfte der Strecke führte sie direkt durch die Serra de Tramuntana, eine Gebirgskette im Nordwesten der mallorquinischen Baleareninsel mit ihrem höchsten Berg, dem Puig Major, der bis auf fast 900 Höhenmetern auf den Bikes erklommen werden musste. Doch trotz aller Vorbereitung wurden vier Athleten vorzeitig aus der Wertung genommen und konnten das Rennen nicht regulär beenden. Eine zu kraftsparende Fahrweise im Gebirge war ihnen zum Verhängnis geworden. Nur um wenige Minuten wurde die Zeitvorgabe der Rennleitung verfehlt. So schaffte es am Ende nur einer der Ostfriesen bis ins Ziel. Nach 12:39 Stunden und 312 Kilometern auf dem Bike überquerte Heiko Engelbrecht zwar völlig entkräftet, aber immer noch gut gelaunt die Ziellinie. Eine Zerrung im linken Oberschenkel hätte auch ihn beinahe aus dem Rennen geworfen. „Das Bein hat mich ab Kilometer 148 ganz schön Nerven gekostet. Am Ende hat es gehalten“, sagt Engelbrecht. Nur eine angeschwollene Achillessehne konnte er nicht verhindern. „Etwas, das mich beim Überqueren der Ziellinie überhaupt nicht interessiert hat“, lacht der 53-jährige Radsportler aus Wiesmoor.

„Der Gebirgszug war ein harter Brocken. Von der Schönheit der Landschaft und der mediterranen Natur habe ich fast nichts mitbekommen, musste mich vielmehr auf mich selbst konzentrieren“, so Engelbrecht. Jetzt gelte es, die Streckenergebnisse auf dieser Langdistanz auszuwerten, das Rennen im nächsten Jahr mit seinen Radsportkollegen erneut anzugehen und die Ergebnisse möglichst zu verbessern.

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