Hamburg Diese 13 Slang-Wörter verraten, dass Sie Millennial sind
Morgen hartzen? YOLO! Fett! Wer das für einen vollständigen Dialog hält, ist wahrscheinlich zwischen 1980 und 1996 geboren. Die aktuellen Jugendwörter werden gerne belächelt – dabei war die Sprache der Teenager schon immer kreativ. Das sind die besten Wortkreationen der Millennials.
„Diggah, darf er so?“ „Bombastic Side Eye!“ Die Begriffe der jungen Generation sorgen immer wieder für Irritationen. Doch Sprache verändert sich. Jede Generation prägt eigene Wörter und Wendungen, die sich vor allem in der Jugendsprache etablieren. Was früher einmal bombastisch oder oberaffengeil war, ist heute lit oder wild.
So kann die Verwendung von bestimmten Wörtern auch einen Hinweis darauf geben, wann jemand aufgewachsen ist. Die Sprachlern-App „Babbel“ hat ermittelt, welche Slangwörter für welche Generation typisch sind. Gehören Sie der Generation der Millennials an (auch Generation Y genannt), sind also zwischen 1980 und 1996 geboren, dann sind Sie vermutlich mit diesen Begriffen groß geworden:
Großartig, fabelhaft, erste Sahne: Das Wort „knorke“ entstand im Berlin der Goldenen Zwanziger. Der genaue Ursprung ist jedoch unklar. Angeblich soll die Berliner Kabarettistin Claire Waldorf den Begriff mit aus der Taufe gehoben haben. Andere Theorien besagen, das Wort stamme von dem Wort knorrig – also kraftvoll – ab, oder es war ein Reimwort zu dem Berliner Wort „Lorke“ – wobei „Lorke“ so viel wie dünner Kaffee bedeutet. In den 90ern und 2000ern hat die Jugend das Wort für sich wiederentdeckt. Knorke, wa?
Fett! Das klingt ein bisschen nach einer Beleidigung. Anders ist das bei den Millennials. Fett ist cool. Fett ist super. Fett ist geil.
Bei wem das Wort „gruscheln“ nostalgische Gefühle auslöst, der ist sicher Millennial und hatte einmal ein StudiVZ- oder SchülerVZ-Profil. Anders als viele Netzbegriffe hat „gruscheln“ seinen Ursprung nicht in der englischen Sprache, sondern im Deutschen. Als Mixform zwischen grüßen und kuscheln wurde das „Gruscheln“ in den 2000ern populär.
Gemeint ist nicht die Comedy-Sendung „Last One Laughing“. Lol steht als Abkürzung für „laughing out loud“, englisch für lautes Auflachen, und wurde besonders häufig in Foren oder Chats verwendet. Später wurde die Wendung dann auch in die gesprochene Sprache übernommen.
YOLO ist das Akronym für den englischen Ausdruck „you only live once“ („du lebst nur einmal“). Die Idee: Man solle das Leben in vollen Zügen genießen und gelegentlich auch Risiken eingehen. YOLO galt dem ein oder anderen Millennial aber auch als Ausrede für eine unüberlegte Aktion.
Angetrunken ist doch langweilig. Die Generation Y hat gerne gut getankt und war dann richtig voll.
Blöd gelaufen? Dann war das wohl ein „fail“. Das Wort stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Fehler, Fehlschlag, Scheitern, Missgeschick oder auch peinlicher Auftritt.
Chatten kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „plaudern“ oder „unterhalten“. Nur tut man das eben nicht von Angesicht zu Angesicht, sondern online.
Seit den 1950er Jahren gibt es in deutschen Kneipen Daddelautomaten, also Glücksspielgeräte. Heute daddeln die meisten am Computer oder Smartphone. Wer verliert, der hat sich verzockt.
Wer keine Arbeit hat, der muss faul sein. Dieses Vorurteil hält sich hartnäckig und hat sogar ein Jugendwort inspiriert. Wer harzt, der hängt rum, tut nichts, sitzt vielleicht mit einer Flasche Bier auf der Couch. Abgeleitet wurde der Begriff vom Hartz IV, dem Vorgänger des Bürgergelds.
Die Zeichenlimits einer SMS (und später bei Twitter) führten dazu, dass Anfang der 2000er alles abgekürzt werden musste. Aus der besten Freundin wurde die BF, aus der allerbesten Freundin die ABF und wer sich dann auch noch ganz doll lieb hat, der setzte ein herzliches HDGDL ans Ende der Nachricht.
Ever, wahlweise auch evaaaa mit langgezogenem A, drückt eine Verallgemeinerung oder eine Höchststufe aus. Der beste Film ever oder der beste Fim aller Zeiten, überhaupt und in jeder Hinsicht.
Wer erinnert sich noch ans „lindnern“? Die Wortschöpfung tauchte im Jahr 2017 nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen von Union, FDP und Grünen auf. Christian Lindner erklärte mit dem Satz: „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren!“, dass seine Partei keine Einigung mit der CDU und den Grünen erzielen konnte. Es war die Geburtsstunde des „lindnerns“, was so viel bedeutet wie: „Lieber etwas gar nicht machen, als etwas schlecht machen.“
Lindner ist aber nicht der erste Politiker mit eigenem Verb: Auch die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ein Jugendwort inspiriert. „Merkeln“ bedeutet „nichts tun, keine Entscheidung treffen, keine Äußerung von sich geben“.