Schenefeld Giersch: Darum ist das Unkraut ein unterschätztes Superfood
Giersch ist nicht nur ein Unkraut, das vielen Gartenbesitzern auf die Nerven geht. Giersch ist auch gesund und schmackhaft. Mit Giersch kann man sogar Krankheiten vorbeugen – welche, das erklärt ein Ernährungsberater.
Jens Clausen aus Schenefeld ist nicht nur Experte für naturnahes Gärtnern, sondern auch Ernährungsberater. Er erklärt, warum der Salat aus dem Supermarkt wenig Vitamine enthält und warum man stattdessen öfter mal Giersch und andere Wildkräuter essen sollte.
Gesundes Essen schmeckt doch eh nicht? Über diesen Glaubenssatz sind viele Menschen inzwischen hinausgewachsen. Doch der Gedanke, dass sogenanntes Unkraut lecker schmeckt, klingt wohl doch noch recht befremdlich für viele. Aber es kommt noch besser: Unkraut ist gut für die Gesundheit, weiß Jens Clausen. „Aus dem Salat im Supermarkt sind Geschmack, Vitamine und Nährstoffe zu großen Teilen herausgezüchtet.“ Er erklärt weiter:
Das bedeute nun nicht, dass der Eisbergsalat von der Speisekarte verschwinden solle. „Doch können sogenannte Unkräuter wie Giersch und Brennnessel als Beigabe zum Salat die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln überflüssig machen.“
Giersch hat entschieden mehr Vitamin C als Eisbergsalat, weiß Jens Clausen – 15 Mal so viel sogar, sagen Experten vom Nabu. 100 Gramm davon decken den gesamten Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C, erklärt die Verbraucherzentrale Bremen.
Der lateinische Name von Giersch ist übrigens Aegopodium podagraria. Und das bedeutet übersetzt so viel wie: Die Gicht heilend. Gicht entsteht nämlich durch Übersäuerung und dagegen hilft eben Giersch, auch das haben Experten vom Nabu herausgefunden.
Außerdem enthält Giersch Kalium, Eisen, Calcium, Vitamin A und E und weitere wichtige Inhaltsstoffe. Er kann seiner entzündungshemmenden Wirkung wegen bei Blasenentzündungen helfen, ein Gierschbad kann gegen Rheuma und Krampfadern helfen, erklären die Nabu-Experten weiter.
Bei vielen Tieren ist Giersch bereits ein fester Bestandteil der Speisekarte: „Die wissen eben intuitiv, was gut für sie ist. Anders als wir Menschen“, erklärt Jens Clausen.