Freizeit in Emden  Eröffnung und Betrieb im Freibad Borssum – das ist der Plan

| | 13.05.2024 16:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Alle fiebern der Wiedereröffnung des Freibads Borssum am 18. Mai 2024 entgegen: Jens Gieselmann (von links), Lydia Reimann, Tim Kruithoff, Jörg van Grieken, Rainer Wortelker, Wolfgang Linnemann, Nadine Behrensdorf und Tanja Schlichting. Fotos: Hanssen
Alle fiebern der Wiedereröffnung des Freibads Borssum am 18. Mai 2024 entgegen: Jens Gieselmann (von links), Lydia Reimann, Tim Kruithoff, Jörg van Grieken, Rainer Wortelker, Wolfgang Linnemann, Nadine Behrensdorf und Tanja Schlichting. Fotos: Hanssen
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An diesem Samstag eröffnet das Freibad Borssum in Emden wieder. Jetzt steht fest: Die Friesentherme wird dann für reguläre Badegäste schließen. Was ist sonst noch neu?

Emden - Die Spannung steigt: Mit einer großen Poolparty soll am Samstag, 18. Mai 2024, das Freibad Borssum in Emden nach der großen Sanierung wiedereröffnen. Ab 11 Uhr geht’s los. Der Eintritt ist für alle an dem Tag frei. „Wir werden wohl bis 10.59 Uhr brauchen, damit alles fertig wird“, sagte Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) humorvoll am Montag, 13. Mai, bei einem Pressetermin vor Ort.

Es sei viel passiert in den vergangenen Wochen; in dieser letzten Woche vor Eröffnung müssten die Restarbeiten aber noch einmal koordiniert und konzentriert erledigt werden. „Es stehen alle Gewehr bei Fuß“, so der Rathauschef. Als letzte Arbeiten nannte er unter anderem die Montage des Geländers am Sprungturm, der auch noch vom TÜV geprüft werden müsse. Auch muss drumherum noch einiges aufgeräumt werden. Ein Bereich auf der Ecke des Geländes neben dem Lehrschwimmbecken wird abgesperrt werden, weil dieser nicht mehr rechtzeitig fertig wird. Im Technikraum wurde am Montag noch offenbar an Kleinigkeiten gebastelt.

So wird der Betrieb geregelt

Das Freibad Borssum gehört - genau wie die Friesentherme - den Wirtschaftsbetrieben der Emder Stadtwerke. Betreiber beider Einrichtungen ist das Unternehmen GMF aus Neuried bei München. Vom 18. Mai an wird das Personal der Friesentherme im Freibad Borssum eingesetzt. Das heißt: Ab dann schließt das Hallenbad. Allerdings nur für den normalen Badbetrieb, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Jens Gieselmann. Schulschwimmen, Kurse und Vereinstermine sollen weiter in der Friesentherme stattfinden. Auch die Sauna bleibe geöffnet. „Es ist unser Versprechen, hier im Freibad einen tollen Sommerbetrieb zu gewährleisten“, sagte er. „So werden wir allen gerecht“, sagte Tim Kruithoff. Der Emder Stadtsportbund habe sich eine solche Lösung ebenfalls gewünscht. Kinder können somit in dem Hallenbad Schwimmen lernen und müssen womöglich nicht draußen frieren.

Die Friesentherme schließt ihren regulären Betrieb, wenn das Freibad Borssum öffnet. Foto: Hanssen/Archiv
Die Friesentherme schließt ihren regulären Betrieb, wenn das Freibad Borssum öffnet. Foto: Hanssen/Archiv

Während der Schließungszeit soll der Schwimmbereich der Friesentherme umfangreich saniert werden, heißt es in einer Pressemitteilung vom Montagnachmittag. Die vollständige Sanierung der Duschen für Damen und Herren, die Reparatur eines Rohrbruchs im Kinderbecken sowie die Vorbereitungen für die Installation einer PV-Anlage und weitere Verbesserungen seien in der Zeit geplant. „Diese Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten sind bei ‚normalem‘ Betrieb mit zahlreichen Badegästen so nicht durchführbar“, heißt es dort.

Förderverein ist die „Qualitätspolizei“

Unterstützt wird das hauptamtliche Team der Schwimmmeister vor Ort vom im Jahr 2020 gegründeten Förderverein des Bads. Dieses hat beispielsweise ein Team Grünpflege, kümmert sich mit um Instandhaltungsarbeiten und Veranstaltungen. Während der Sanierung wurden viele Arbeiten auch von den Ehrenamtlichen übernommen oder unterstützt. „Wir haben viereinhalb Jahre gekämpft. Es war anstrengend“, sagte Rainer Wortelker als Vorsitzender zum Prozess insgesamt. Sie fühlten sich als Förderverein ernst genommen und wollen vor und nach jeder Saison mit allen Beteiligten darüber sprechen, was gut laufe und was man noch verbessern könne.

Neue Umkleiden, frisch gestrichene Decken und sparsames Licht: der Haupttrakt des Freibads von innen.
Neue Umkleiden, frisch gestrichene Decken und sparsames Licht: der Haupttrakt des Freibads von innen.

Der Förderverein will das Freibad wieder zum Treffpunkt für den Stadtteil machen und diesen mit Leben füllen. Und: „Wir gucken genau hin“, betonte Wortelker. „Wir legen den Finger in die Wunde“ sagte auch Jörg van Grieken vom Team Grünpflege des Vereins. Viele ehrenamtliche Arbeitsstunden hätten er und seine Kollegen für das Bad aufgebracht, sagte der Rentner. Alle sind sich einig: Das Freibad soll kein weiteres Mal in einen so schlechten Zustand geraten, dass es aus Sicherheitsgründen geschlossen werden muss wie 2016.

Das Innere des Technikraums ist prall gefüllt.
Das Innere des Technikraums ist prall gefüllt.

Damals hatte es keinen Förderverein gegeben. Sie seien die „Qualitätspolizei“, sagte auch Kruithoff. Man habe mit allen Beteiligten ein gemeinsames Betreiberkonzept erstellt, das man im Laufe der Jahre noch weiterentwickeln könne. Er hob auch hervor, dass der Verein durch die Förderbeiträge Anschaffungen ermöglichen könne, die das Freibad noch attraktiver machen. „Jetzt geht der Verein erst richtig in die Akquise“, sagte der Oberbürgermeister. Es werden Mitglieder geworben und mögliche Ideen angesprochen.

Kruithoff: Freibad wichtig für den Stadtteil

Es sei eine absolute Teamleistung, dass das Bad nun fertig werde, betonte Tim Kruithoff. Die Stadt - er hob insbesondere Lydia Reimann und Michael Groeneveld vom Fachdienst Schule, Bildung und Sport hervor -, die Stadtwerke, der Förderverein und insbesondere die regionalen Baufirmen, die vor Ort aktiv waren, hätten das gemeinsam möglich gemacht. Es sei nicht selbstverständlich, dass für die Sanierung zweimal Fördermittel von Bund und Land bewilligt wurden.

Die Sanitärräume mussten nicht groß saniert werden. Sie wurde einmal gründlich gereinigt.
Die Sanitärräume mussten nicht groß saniert werden. Sie wurde einmal gründlich gereinigt.

Der Emder SPD-Landtagsabgeordnete Matthias Arends und der Krummhörner SPD-Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff hätten das möglich gemacht. Auch der Emder Rat habe größtenteils geschlossen hinter dem Projekt gestanden. Kurz nach der Schließung des Freibads habe ein Großteil der Emder Politik gleich gesagt, dass es wiedereröffnet werden soll. Das war vor der Amtszeit von Kruithoff. „Politik muss verlässlich sein“, sagte er.

Große Umkleidekabinen für Familien.
Große Umkleidekabinen für Familien.

Insbesondere für einen Stadtteil wie Borssum mit vielen Geschosswohnungen, mit der größten Grundschule der Stadt und mit einer hohen Integrationsleistung sei das Freibad ein wichtiger „freier Raum zum Entwickeln“, sagte Kruithoff. In Barenburg gebe es den Kulturbunker, in Port Arthur/Transvaal die Pumpstation und in Borssum eben das Freibad. Das Bad soll nicht nur technisch auf dem neuesten Stand sein, sondern auch barrierefrei und familienfreundlich, etwa durch große Umkleiden und Sanitärräume sowie einem hindernisfreien Zugang zum Schwimmbecken.

Eine barrierefreie Toilette für Badegäste.
Eine barrierefreie Toilette für Badegäste.

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