Brokstedt Tödliche Messerattacke in Brokstedt: Angeklagter zu lebenslanger Haft verurteilt
Nach fast 40 Verhandlungstagen hat das Landgericht Itzehoe das Urteil gegen Ibrahim A. gesprochen. Daran, dass er am 25. Januar 2023 in einem Regionalzug bei Brokstedt (Schleswig-Holstein) mit einem Küchenmesser zwei Menschen getötet hatte, herrschte letztlich kein Zweifel.
Die Tat am Abend des 25. Januar 2023 in einem Regionalzug von Kiel nach Hamburg hatte Menschen bundesweit schockiert: Ibrahim A. zog kurz vor dem Bahnhof Brokstedt ein Küchenmesser und stach auf mehrere Fahrgäste ein. Zwei Menschen starben, vier weitere wurden schwer verletzt. Am Mittwoch (15. Mai) um kurz nach 11 Uhr hat das Landgericht Itzehoe das Urteil verkündet: Ibrahim A. ist schuldfähig und wurde vom Gericht wegen Mordes und versuchten Mordes zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Außerdem erkannte das Gericht die besondere Schwere der Schuld an.
Der Vorsitzende Richter Johann Lohmann sagte in seiner Urteilsbegründung über den Angeklagten:
Auch sei das Gericht davon überzeugt, dass Ibrahim A. keine spontane Tat begangen habe, sondern die Idee dazu schon länger hatte.
An 38 Verhandlungstagen seit Juli 2023 hatte das Gericht 97 Zeugen und Gutachter befragt. Fahrgäste, Polizisten und Rettungskräfte berichteten, wie sie das Grauen im Regionalexpress und auf dem Bahnhof an jenem Winterabend erlebten.
Erst wenige Tage vor der tödlichen Messerattacke war Ibrahim A. in Hamburg aus einer Untersuchungshaft wegen einer anderen Straftat entlassen worden. Während dieser Zeit hatte er sich wegen psychischer Auffälligkeiten 16 Mal mit einem Psychiater getroffen. Wenige Monate vor seiner Entlassung soll sich der mutmaßliche Mörder mit dem Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz, Anis Amri, verglichen haben.
Zu Beginn des Prozesses hatte der Angeklagte in einer wirren Rede abgestritten, der Täter zu sein. Später ließ er seinen Verteidiger jedoch eine Erklärung verlesen, dass ihm die Tat leidtue. Er sei provoziert worden und habe die Kontrolle verloren. In der Untersuchungshaft fiel der Mann nach Zeugenaussagen durch Renitenz und Gewalt auf. Er legte sogar Feuer in seiner Zelle und wurde deswegen verlegt.