Nach Müll-Eskapaden Emden geht das Problem „Vatertags-Party am Schwanenteich“ an
Hunderte Feiernde kommen an Vatertag abends am Schwanenteich in Emden zusammen. Das ufert schnell mal aus. Jetzt sagt die Stadt: „Klar ist, wir können es nicht ‚einfach laufen lassen‘.“
Emden - Hunderte völlig betrunkene junge Menschen, Müll, Erbrochenes und andere Exkremente, Lärm: Die private Vatertagsparty am Schwanenteich in Emden soll jetzt einmal mehr kritisch in den Blick genommen werden. Seit ein paar Jahren sammeln sich am Abend des Himmelfahrtstags zahlreiche Partygruppen mit Bollerwagen, Rädern, Lautsprechern und ganz viel Alkohol in der Parkanlage am Wall. Nachdem 2023 fünf Polizei-Anzeigen wegen Körperverletzung die Bilanz der damaligen Feier waren, ist es in diesem Jahr laut Polizei zwar deutlich friedlicher verlaufen. Aber: Es ist deutlich mehr Müll zusammengekommen als im Vorjahr.
Hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bau- und Entsorgungsbetriebs (BEE) im Vorjahr am frühen Morgen nach Himmelfahrt 15 120-Liter-Säcke mit Müll gefüllt, waren es dieses Mal 25 Säcke. Das schreibt Stadtsprecher Eduard Dinkela auf Nachfrage dieser Zeitung. Im vergangenen Jahr war nach der Party die Rede davon, dass der BEE möglicherweise einen Container aufstellen könnte, damit darin die Feiernden ihren Müll entsorgen. Die wenigen vorhandenen Mülleimer am Schwanenteich waren am Vatertag völlig überfüllt. Hier ist die Stadt aber in einer kniffligen Lage, wie Dinkela andeutet.
Stadt will nicht noch mehr Feiernde anlocken
Die Müllproblematik sehen sie natürlich auch, schreibt er. „Stellen wir am Schwanenteich nun aber Infrastruktur (Müllcontainer, ggf. Toiletten – denn auch das war ein Problem - ) zur Verfügung, könnte der Eindruck entstehen, dass die ‚Himmelfahrtssause‘ eine ‚offizielle Veranstaltung der Stadt Emden‘ ist und dies noch mehr Menschen anlockt“, so der Sprecher. Die Stadtverwaltung verstehe den Wunsch, den wunderschönen öffentlichen Raum am Schwanenteich zu nutzen. Der Park soll sogar durch eine Millionen-Investition noch attraktiver werden. Die Arbeiten hätten längst beginnen sollen, doch eine Ausschreibung, also Suche nach Firmen, muss wiederholt werden. Die angebotenen Preise von den Unternehmen hatten das Budget gesprengt. Der Umfang der Sanierung muss jetzt etwas verringert werden.
So oder so: „Klar ist, wir können es nicht ‚einfach laufen lassen‘“, schreibt Dinkela zu den Vatertags-Eskapaden. Stattdessen wolle man nun gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des Ordnungsamts, der Polizei, der Citystreife, die an dem Abend laut Stadt auch vor Ort war, des Stadtmarketings und des BEEs genau schauen, welche Schlüsse man aus den zurückliegenden Vatertags-Partys ziehen kann. „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir das einmal vollständig abwägen und daraus dann unsere Schlüsse für das kommende Jahr ziehen und rechtzeitig kommunizieren“, so Dinkela.
Den Eindrücken vieler Emderinnen und Emder, mit denen wir gesprochen haben, und unseren eigenen Beobachtungen zufolge hat sich der Schwanenteich erst während und nach Corona zum derartigen Hotspot für Vatertags-Feierende entwickelt. Viele, insbesondere sehr junge Menschen, kommen dort stark alkoholisiert zusammen. In diesem Jahr schienen besonders viele in der Park-Anlage und drumherum unterwegs zu sein. Auch tagsüber waren in diesem Jahr unseren Eindrücken nach besonders viele junge Menschen, schätzungsweise unter 18 Jahre alt, mit Bollerwagen auf Vatertagstouren in der Stadt - etwa am Friesenhügel, an der Gracht in Constantia und anderen beliebten Treffpunkten.