Zwei BSV-Heimspiele Dassels Kickers-Abschied macht die Mama wehmütig
Kickers Emden beendet die erfolgreiche Saison mit einer Doppelschicht zu Pfingsten. Der Kapitän beendet am Montag seine Laufbahn. Am Dienstagmorgen steigen dann 25 Akteure in den Flieger.
Emden - Genau 30 Jahre lang hat Kapitän Bastian Dassel vom Oberliga-Meister BSV Kickers Emden die Fußballschuhe geschnürt. In acht Jahren für den BSV trug er mehr als 200-mal das Kickers-Trikot. Am Pfingstmontag aber geht seine Ära zu Ende. Der beliebte Mannschaftsführer, kompromisslose Verteidiger und lautstarke Motivator wird beim Saisonfinale um 16 Uhr gegen den SV Ramlingen/Ehlershausen das letzte Mal als Spieler das Feld betreten. Mit seinen Söhnen Leonard (4) und Jonathan (3) an der Hand wird der 34-Jährige zum Schlussakkord seiner Karriere auflaufen. Trainer Stefan Emmerling macht eine Ausnahme von seinen Gepflogenheiten und gibt seinem Freund und Spieler eine Einsatzgarantie. „Natürlich steht Basti in der Startelf.“ Das Dassel-Abschiedsspiel ist Teil der Emder Heimspiel-Doppelschicht zu Pfingsten. Bereits am Samstag um 16 Uhr erwartet Kickers den SSV Vorsfelde.
Der Kapitän aber blickt auf den Montag und weiß nicht, wie es dann um seine Emotionen bestellt sein wird. „Ich wusste es ja lange. Aber nun kommt das Ende doch irgendwie ganz schnell.“ Immerhin zieht „Basti“, wie ihn alle nennen, nur die Fußballschuhe aus. Sein Fußballherz schlägt auch künftig für Blau und Weiß. Er tauscht lediglich die Position - vom Feld an den Seitenrand und von der Abwehr auf den Posten des Geschäftführers der künftigen Kickers-GmbH.
Laufbahn begann in Wiesmoor
Zum letzten Kapitel am Ball hofft er nicht nur wieder auf mehr als 1000 Zuschauer. Dassel hat Freunde und Familie eingeladen. Neben den Söhnen sitzt auch Ehefrau Olga im Stadion. Vater, Mutter und ehemalige Mitspieler nehmen ebenfalls auf der Tribüne Platz. Dann endet eine Laufbahn, die vor 30 Jahren in der F-Jugend der SG Wiesmoor begann. „Ich habe darüber dieser Tage noch mit meiner Mutter gesprochen“, erzählt Dassel und verschweigt auch nicht, dass der Mama dabei wehmütig ums Herz wurde. „Sie hat gleich davon erzählt, zu welchen Sportplätzen sie mich als Kind überall hingefahren hat.“
Nach dem Abpfiff der Saison bleibt für den scheidenden Kapitän aber nicht viel Zeit für Sentimentalitäten. Schon am Dienstagmorgen um 5 Uhr startet der Bus zum Bremer Flughafen. Um 9 Uhr geht Kickers in die Luft Richtung Mallorca. Der Kapitän persönlich hatte die Organisation der viertägigen Reise übernommen und ist begeistert von der Beteiligung. „25 Spieler fahren mit. Wir haben wirklich einen tollen Teamgeist.“ Ein einziger Akteur fehlt. Alagie Jabbie ist aus beruflichen Gründen verhindert.
BSV-Kampf um einmalige Heimserie
Vor dem Vergnügen steht noch zweimalige Schufterei auf dem Spielfeld auf dem Programm. „Ich erwarte sechs Punkte“, sagt Trainer Emmerling klipp und klar. Vor heimischen Publikum hofft er auf die Fortsetzung der Superheimserie (14 Siege, ein Remis). Alle im Stadion erhoffen sich noch zwei Fußballfeste des Regionalliga-Aufsteigers. Viele Zuschauer werden sicherlich das Meister-Shirt tragen. Fast 200 der von Otto kreierten Shirts hat der BSV laut Fanclub-Chef Philipp Hartke verkauft. „Jetzt sind sie aber nur noch im Otto Huus erhältlich.“
Mit den überragenden Leistungen hat die Mannschaft die gesamte Saison über auch das Geschäft im Fanshop angekurbelt. Das soll auch zu Pfingsten so bleiben. Die Samstag-Partie gegen den SSV Vorsfelde hat für beide Teams eher Freundschaftsspiel-Charakter. Der Gast aus Wolfsburg hat mit Auf- und Abstieg nichts mehr zu tun. Am Montag hingegen wird der Gast vom SV Ramlingen/Ehlershausen um jeden Zähler im noch offenen Abstiegskampf kämpfen.
In dieser Partie geht es für einen Kickers-Akteur noch um eine spezielle Serie. Während am Samstag der lange verletzte Marcel Bergmann weiter Spielpraxis sammeln soll, darf zum Abschluss laut Trainer Emmerling noch einmal der Saison-Stammtorhüter Isaak Djokovic seine Unüberwindbarkeit beweisen. „Djoko“ hat einen besonderen Nimbus zu verteidigen. Er hat 2024 kein einziges Gegentor kassiert. Seit sechs Spielen und neun Stunden ist er unbezwungen und möchte Montag auch noch die Zehn-Stunden-Marke übertreffen.