Hamburg  Tödlicher Messerstich in Stade: Täter und Opfer laut Ermittlern wohl Clan-Mitglieder

Dirk Fisser
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Von Dirk Fisser
| 27.05.2024 05:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die tödliche Messerstecherei in Stade, Niedersachsen, löste einen Großeinsatz der Polizei aus. Foto: dpa
Die tödliche Messerstecherei in Stade, Niedersachsen, löste einen Großeinsatz der Polizei aus. Foto: dpa
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Nach dem tödlichen Messerstich von Stade im Frühjahr sieht die Staatsanwaltschaft bei Täter und Opfer Bezüge zur Clan-Kriminalität. Eine entsprechende Spezialeinheit führt die Ermittlungen zu der eskalierten Auseinandersetzung zwischen zwei Großfamilien.

Der Streit schwelte offenbar schon länger, mündete dann aber im März in der Katastrophe: Auf offener Straße wurde einem Mann mit einem Messer in den Kopf gestochen. Er starb später im Krankenhaus. Das Opfer stammte aus der Großfamilie El Zein, der mutmaßliche Täter soll aus der Miri-Familie stammen.

Beide Namen werden in Deutschland immer wieder in Verbindung gebracht mit sogenannter Clan-Kriminalität. Bislang war aber unklar, ob auch die Ermittlungen in Stade in diese Richtung gehen. Bekannt war lediglich, dass zwischen einzelnen Mitgliedern beider Familien offenbar schon länger Zoff herrschte. Vor dem tödlichen Stich war ein Geschäft zertrümmert worden.

Auf Anfrage bestätigte nun ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Stade, dass Spezial-Ermittler der Anklagebehörde den Fall bearbeiten. „Es gibt Hinweise, dass sowohl das Opfer als auch der inhaftierte Tatverdächtige sowie weitere teilweise noch zu ermittelnde Beschuldigte einem hier als grundsätzlich kriminell eingestuften Clan angehören.“ Stade ist einer der insgesamt vier Standorte in Niedersachsen, an denen Schwerpunktstaatsanwaltschaften gegen Clan-Kriminalität eingerichtet worden sind. Sie übernehmen immer dann, wenn ein Bezug zu Clans nicht ausgeschlossen ist.

Mit weiteren Details hielt sich der Sprecher „mit Rücksicht auf die laufenden Nachforschungen“ zurück. Es sei aber in etwa zwei bis drei Monaten mit einer Anklage zu rechnen. Der mutmaßliche Messerstecher befindet sich in Untersuchungshaft. Er war nach der Tat zunächst geflüchtet, konnte dann aber später in Niedersachsen festgenommen werden.

Die Ermittlungen richten sich aber nicht nur gegen den mutmaßlichen Messerstecher. Es werde gegen weitere Beschuldigte ermittelt, „mit dem Ziel deren Beteiligung an dem Tötungsdelikt und den vorherigen Streitigkeiten in der Stader Innenstadt aufzuhellen“. Die Staatsanwaltschaft geht dem Verdacht der Körperverletzung, der Sachbeschädigung und des schweren Landfriedensbruches nach.

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