Deutschland  Campen mitten in der Natur: Diese Trekking-Plätze gibt es in Deutschland

Arlena Schuenemann
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Von Arlena Schuenemann
| 28.05.2024 08:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auf manchen Trekking-Plätzen werden die Zelte auf einer Holzplattform aufgeschlagen, wie hier im Nationalpark Eifel. Foto: dpa/Rheinland-Pfalz Tourismus
Auf manchen Trekking-Plätzen werden die Zelte auf einer Holzplattform aufgeschlagen, wie hier im Nationalpark Eifel. Foto: dpa/Rheinland-Pfalz Tourismus
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Mit Rucksack und Wanderschuhen die Natur erkunden und abends das Zelt im Wald aufschlagen: Die Vorstellung klingt idyllisch, doch Wildcamping ist in Deutschland verboten. Sogenannte Trekking-Plätze bieten eine legale Alternative. Was es dabei zu beachten gibt.

Skandinavien und Schottland sind beliebte Reiseziele bei Outdoorfans und Wanderfreunden. Denn dort gilt das sogenannte Jedermannsrecht. Sogar auf Privatgelände darf man dort wandern, klettern, schwimmen und sogar im Zelt übernachten.

Wer die Natur hautnah erleben will, muss jedoch nicht zwingend weit verreisen. Auch in Deutschland gibt es beliebte Wanderwege, die beispielsweise durch Mittelgebirge oder Nationalparks führen. Bei Einbruch der Dunkelheit einfach so sein Zelt am Wegesrand aufzuschlagen, ist in der Regel jedoch nicht erlaubt. Wildcamping ist in Deutschland grundsätzlich verboten.

In manchen Bundesländern können Ausnahmen gelten, beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern. Ob und in welcher Form man im Freien zelten darf, ist in den jeweiligen Naturschutz- und Waldgesetzen der Länder festgelegt. Wanderer müssen sich also erstmal mit den entsprechenden Gesetzestexten vertraut machen und häufig auch die Erlaubnis des Grundbesitzers einholen. Und ein gewisses Restrisiko bleibt: Wer sein Zelt unerlaubt aufgestellt hat, muss im Zweifelsfall mit einer Geldstrafe rechnen.

Bleibt also nur der Campingplatz als legale Alternative? In den vergangenen Jahren haben die Behörden und Tourismusverbände den wachsenden Bedarf an naturnahen Zeltmöglichkeiten erkannt. In vielen Regionen gibt es daher mittlerweile spezielle Trekking-Plätze – gewissermaßen ein Kompromiss aus Wildcamping und Naturschutz. Diese Lagerplätze befinden sich oft an bekannten Wanderwegen und lassen sich häufig für einen längeren Trekkingtrip kombinieren.

Doch wer dort übernachten möchte, sollte einige Besonderheiten beachten. Zum einen befinden sich Trekking-Camps meist in abgelegener Lage und sind nur zu Fuß zu erreichen. Zum anderen sind die Plätze sehr ursprünglich gehalten. Es gibt größtenteils nur ein einfaches Plumpsklo oder eine Komposttoilette. Wasser und Verpflegung müssen die Wanderer selbst mitbringen. Der Aufenthalt ist also weniger komfortabel als auf einem Campingplatz. Dafür ist man unter sich und mitten in der Natur.

Also einfach loswandern und abends den nächsten Trekking-Platz ansteuern? So spontan funktioniert das nicht. Aus Naturschutzgründen ist die Anzahl an erlaubten Zelten in den meisten Camps begrenzt. Daher sollten sich Wanderer schon im Vorfeld anmelden und einen Platz buchen. Manchmal erfährt man die genaue Lage des Camps auch erst, nachdem man dort eine Übernachtung reserviert hat.

Die meisten Trekking-Plätze sind in den Sommermonaten, also von April bis Oktober, nutzbar. Je nach Camp gibt es gegebenenfalls spezifische Regeln, an die sich Wanderer halten sollten. Am besten informiert man sich vorab in der jeweiligen Platzordnung, was erlaubt ist und was nicht.

Unabhängig dessen gelten beim Zelten in der Natur zwei Grundsätze: Respektiere die Natur und hinterlasse keine Spur. Wanderer sind daher angehalten, auf den Wegen und festgelegten Plätzen zu bleiben und Wildtiere nicht zu stören. Auf Lärm sollte verzichtet werden. Wichtig ist außerdem, seinen Müll wieder mitzunehmen und den Platz so zu verlassen, wie man ihn vorgefunden hat.

Ob in Schleswig-Holstein oder in Süddeutschland, in der Eifel oder der Sächsischen Schweiz: In den vergangenen Jahren sind in Deutschland zahlreiche Trekking-Plätze entstanden. In dieser Liste finden Sie eine nach Regionen geordnete Übersicht sowie weitere Informationen zu den Camps.

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