Umbau der Markthalle  So plant das Café Extrablatt in Aurich

| | 29.05.2024 13:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
In der Markthalle werden die Abwasserleitungen neu verlegt. Foto: Ortgies
In der Markthalle werden die Abwasserleitungen neu verlegt. Foto: Ortgies
Artikel teilen:

Noch ist die Markthalle in Aurich eine Baustelle. Sie verwandelt sich in eine Filiale des Cafés Extrablatt. Wie lange dauert das noch?

Aurich - Aus der leerstehenden Markthalle in Aurich dröhnt Rockmusik. „Die feiern da bestimmt ′ne Party“, sagt eine Passantin. Nicht ganz. Es sind Bauarbeiter, die sich ein wenig beschallen lassen. Es geht gut voran mit dem Umbau der Stahl-Glas-Konstruktion, die seit 1991 auf dem Marktplatz steht. Dort wird womöglich noch in diesem Jahr eine Filiale des Cafés Extrablatt eröffnet, und dann kann tatsächlich eine Party gefeiert werden.

So soll die Markthalle künftig von der Südseite – vom Marktplatz aus – aussehen. Visualisierung: 3ing
So soll die Markthalle künftig von der Südseite – vom Marktplatz aus – aussehen. Visualisierung: 3ing

Das Gebäude ist mittlerweile entkernt. Die Stadt Aurich lässt die Markthalle für zwei Millionen Euro energetisch sanieren und eine neue, behindertengerechte öffentliche Toilette einbauen. Die Firma Extrablatt übernimmt den Innenausbau, so ist es vertraglich vereinbart. Die Gastrokette aus Emsdetten (Nordrhein-Westfalen) pachtet die Markthalle für mindestens zehn Jahre von der Stadt, mit einer Option auf Verlängerung von dreimal fünf Jahren. Extrablatt betreibt unter diesem Namen bundesweit mehr als 100 Cafés im Franchise-System, unter anderem in Leer, Oldenburg und auf Norderney.

„Wir liegen im Zeitplan“

Derzeit werden in der Markthalle die Abwasserleitungen neu verlegt, wie Gerhard Boekhoff vom Liegenschafts- und Gebäudemanagement der Stadt auf Anfrage mitteilt. „Im Moment sieht das gut aus“, sagt Boekhoff. „Wir liegen im Zeitplan.“ In den kommenden Tagen werde Glasschaumschotter eingebaut, eine Art Dämmung. Darauf werde eine neue Betonplatte gegossen. „Danach geht es weiter mit den Arbeiten an der Hülle.“

Als Hauptunternehmer hat die Stadt die Firma Rolfes aus Rastdorf (Landkreis Emsland) beauftragt. Das Unternehmen G + C aus Loquard erledigt die Sanitär- und Heizungsarbeiten. Die Firma Döding aus Ostrhauderfehn kümmert sich um die Lüftung, die Firma Heuermann aus Hesel um das Dach. Einige Gewerke müssen nach Angaben Boekhoffs noch vergeben werden. Gemeint sind die Außenfassade und die Fensterelemente.

Probleme werden gemeinsam gelöst

„Wir arbeiten eng mit dem Pächter zusammen“, sagt Boekhoff. Ab Mitte Juli/Anfang August sollen die von der Firma Extrablatt beauftragten Arbeiter dazustoßen, um mit dem Innenausbau zu beginnen. „Wir arbeiten sehr gut zusammen mit dem Team von Extrablatt“, betont der Fachdienstleiter. „Man merkt, dass sie sehr professionell aufgestellt sind.“

Carsten Dreyer von der Firma Extrablatt gibt das Kompliment zurück. „Die Abstimmung mit der Stadt läuft wirklich super“, sagt der Expansionsleiter. Die Zusammenarbeit sei „richtig, richtig schön“. „Es gibt immer Probleme auf einer Baustelle“, fügt Dreyer hinzu. „Die werden gemeinsam gelöst.“ Im Hinblick auf den Innenausbau spricht er von ersten Vorbereitungen ab Juni. Mit voller Mannstärke werde man Ende August/Anfang September eingreifen. „Ich bin guter Dinge, dass das alles reibungslos funktioniert.“

Kritiker fordern Abriss

Ob es mit der Eröffnung des Cafés Extrablatt noch in diesem Jahr klappt? Da will Dreyer nicht zu viel versprechen. „Einen Eröffnungstermin kann ich noch nicht nennen“, sagt er. „Dafür ist es noch zu früh.“ Mit viel Glück werde es noch in diesem Jahr gelingen, sonst im ersten Quartal 2025. Ursprünglich hatte das Auricher Café Extrablatt Ende 2023 eröffnet werden sollen. Dieses Datum war genannt worden, als der Rat Ende 2022 grünes Licht für die Zusammenarbeit mit der Gastrokette gab. Die Verhandlungen der Stadt mit der Firma Extrablatt zogen sich dann aber noch fast ein Jahr hin. Der Vertrag wurde im Herbst 2023 unterzeichnet.

Endlich handelseinig: Im Herbst 2023 besiegelten Bürgermeister Horst Feddermann (links) und Carsten Dreyer von der Firma Extrablatt vor der Markthalle per Handschlag die Zusammenarbeit. Foto: Archiv/Ortgies
Endlich handelseinig: Im Herbst 2023 besiegelten Bürgermeister Horst Feddermann (links) und Carsten Dreyer von der Firma Extrablatt vor der Markthalle per Handschlag die Zusammenarbeit. Foto: Archiv/Ortgies

Kritiker hatten wiederholt den Abriss der Markthalle gefordert. Sie blockiere die Entwicklung des Marktplatzes, mache den Wochenmarkt kaputt und binde die Norderstraße ab, hieß es von Mitgliedern der Grünen und der Linken. Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) hielt dagegen: Ein solch großer Marktplatz könne nicht dauerhaft bespielt werden. Mit einem neuen Lokal komme mehr Leben in die Stadt als mit einem großen leeren Marktplatz, argumentierte unter anderem CDU-Fraktionschef Arnold Gossel.

Ähnliche Artikel