Hamburg Rentenpaket: Lob vom SoVD, Kritik von der Rentenversicherung
Das Rentenpaket II der Ampel sorgt für viel Kritik, doch zumindest der Sozialverband SoVD und die Deutsche Rentenversicherung sind erleichtert. Der Behörde liegen zwei Punkte schwer im Magen.
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat die Bundesregierung für das zweite Rentenpaket gelobt. „Wir begrüßen, dass das Rentenpaket nach langem Hin und Her nun endlich vom Kabinett beschlossen wurde und in das parlamentarische Verfahren gehen kann“, teilte Verbandspräsidentin Michaela Engelmeier unserer Redaktion mit. Jetzt müsse die Reform zeitnah durch den Bundestag gebracht werden. „Es ist Eile geboten“, so Engelmeier. Neben der Einführung der viel diskutierten Aktienrente verlängert die Ampel auch die Festlegung des Rentenniveaus auf 48 Prozent bis 2039.
„Das Versprechen, ein Absinken des Rentenniveaus zu verhindern, wird mit dem zweiten Rentenpaket und konkret mit der Stabilisierung des Rentenniveaus eingelöst“, sagte Engelmeier weiter. Die damit einhergehenden höheren Beiträge für Arbeitnehmer und Unternehmen seien kein Problem: „Es ist für uns im SoVD nicht nachvollziehbar, warum immer wieder ein Generationenkonflikt heraufbeschworen wird“, so Engelmeier. Mit der gesetzlichen Rente werde ohnehin niemand reich und die Lohnkoppelung beteilige die Rentner am wachsenden Wohlstand der Gesellschaft. „Das nützt allen Generationen“, findet Engelmeier.
Auch die Deutsche Rentenversicherung lobt die Einigung: „Ein verlässliches Sicherungsziel gibt Orientierung und Vertrauen“, teilte Präsidentin Gundula Roßmann unserer Redaktion mit. Doch ganz zufrieden ist die Rentenversicherung nicht. Vor allem die steigenden Beiträge sorgen dort für Unmut: „Das bisher in der doppelten Haltelinie vorgesehene Beitragsziel, das eine Überforderung der Beitragszahler vermeiden sollte, wird aufgegeben“, stellt Roßbach fest.
Auch die Aktienrente sorge für Unsicherheit: „Sollten die Zahlungen an die Rentenversicherung aus den Kapitalerträgen nicht in der vorgesehenen Höhe geleistet werden können, müssten insbesondere die Beitragszahlenden dies zusätzlich ausgleichen“, befürchtet die Präsidentin der Rentenversicherung.
Mehr Sicherheit könne eine Anhebung der Untergrenze der Nachhaltigkeitsrücklage schaffen, die das Rentenpaket ebenfalls vorsieht. Dabei handelt es sich um das einzige Finanzpolster der umlagefinanzierten Rentenkasse: „Sie ist ein entscheidender Baustein zur Absicherung von unterjährigen Liquiditätsrisiken und ermöglicht uns, noch besser auf künftige wirtschaftliche Schwankungen reagieren zu können“, erklärt Roßbach.