Ostfriese bei EM  Janssen zwischen Kreißsaal in Magdeburg und Wurfring in Rom

| | 04.06.2024 18:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Henrik Janssen plant den nächsten großen Wurf für die EM in Rom. Foto: DPA
Henrik Janssen plant den nächsten großen Wurf für die EM in Rom. Foto: DPA
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Henrik Janssen glänzte am Sonntag als Vierter der Diamond League in Stockholm. Am Freitag startet der Diskuswerfer bei den Europameisterschaften - danach geht es schnell nach Hause.

Magdeburg/Norden - Der Norder Weltklasse-Diskuswerfer Henrik Janssen macht gerade die wohl aufregendste Zeit seines Lebens mit. Er schielt Richtung Olympia in Paris. Ein sportlicher und ein privater Höhepunkt sind noch vorher terminiert – und zwar beide für die nächsten Tage. Der EM-Start am Freitag in Rom und der Kreißsaal quasi zur selben Zeit in Magdeburg sind die nächsten spannenden Stationen. Auf ein weiteres Großereignis blickt der werdende Vater zudem hochzufrieden zurück. Der 26-Jährige gehörte am Sonntag zum erlesenen Acht-Mann-Starterfeld beim Diamond-League-Wettkampf in Stockholm.

Schon die Einladung zur größten Wettkampfserie der Leichtathletik-Welt durfte er als Auszeichnung empfinden. Die Bestleistungen aller anderen sieben Stockholm-Starter lagen deutlich über den 67,43 Metern des Norders. „Platz sieben oder sechs wären also normal gewesen“, sagt Janssen. Doch der Ostfriese, der seit etlichen Jahren in Magdeburg lebt, ließ gleich vier Weltklasse-Athleten hinter sich und belegte mit 65,85 Metern einen herausragenden vierten Platz.

Janssen besiegte Olympiastars

Der schwedische Olympiasieger von Tokio 2021, Daniel Stahl, warf als Dritter nur 25 Zentimeter weiter als Janssen. Die weiteren Tokio-Edelmetallgewinner Simon Petersson (Schweden) und Lukas Weißhaidinger (Österreich) ließ der 2,04 Meter große Hüne vom Wattenmeer sogar hinter sich. „Damit war ich hochzufrieden.“ Es siegte Weltrekordinhaber Mykolas Alekna (Litauen) mit 68,64 Metern. Der Flug nach Stockholm lohnte sich auch finanziell für Henrik Janssen. Denn ein vierter Rang wird bei der Diamond League mit 2000 Dollar honoriert.

Nach dem Rückflug am Montag, 3. Juni, steigt Janssen am Mittwoch, 5. Juni, in den Flieger nach Rom, wo ab Freitag die Leichtathletik-Europameisterschaften stattfinden. Die Diskuswerfer kämpfen gleich zum Auftakt um die Medaillen. Mit ihrer Qualifikation der Gruppe A am Freitag um 8 Uhr eröffnen sie sogar die Titelkämpfe. „Ich hoffe, ich komme in die Gruppe B, dann muss ich nicht schon um 5 Uhr aufstehen“, sagt Janssen. Die Athleten der zweiten Gruppe werfen erst ab 11 Uhr um den Einzug ins Finale.

EM-Endkampf Freitagabend

Der Endkampf um die Medaillen beginnt dann am Freitag um 21 Uhr. „Da will ich auf jeden Fall dabei sein“, sagt Janssen. „Wenn ich den sechsten Platz erreiche und damit bester Deutscher würde, könnte ich glücklich nach Hause fliegen.“ Janssens Rückflug ist direkt für Samstagmorgen geplant, der Geburtstermin seines ersten Kindes wurde für Montag errechnet. Bekanntlich halten sich Babys an solche Daten höchst selten. Vielleicht drängt die kleine Janssen-Tochter sogar schon vorher in Abwesenheit des Papas auf die Welt.

Henrik Janssen hat mit seiner Ehefrau Maria, die ebenfalls aus Norden stammt, alle Eventualitäten durchgesprochen. „Ich habe ihr gut zugesprochen, dass sie zumindest bis Sonntag warten soll“, sagt der Sportler lächelnd. Dann würde der EM-Starter quasi direkt vom Wurfring in Rom zum Kreißsaal nach Magdeburg fliegen.

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