Weil’s so schön war Großsegler „Gulden Leeuw“ kommt schon wieder nach Emden
Die niederländische Dreimaster „Gulden Leeuw“ nimmt wenige Tage nach seinem Besuch bei den Matjestagen überraschend erneut Kurs auf Emden. Wie es dazu kam.
Emden - Das kommt überraschend: Nur wenige Tage nach seinem Besuch bei den Emder Matjestagen nimmt der niederländische Großsegler „Gulden Leeuw“ erneut Kurs auf die ostfriesische Seehafenstadt. Das Schiff wird am Freitag, 7. Juni 2024, voraussichtlich gegen Abend am Alten Binnenhafen im Zentrum der Stadt festmachen und bis zum Sonntag, 9. Juni, bleiben.
Wie Martin Sährig von der Emder Veranstaltungs-Gesellschaft (EVG) dieser Zeitung nach einem Telefonat mit dem Kapitän und Eigner Robert Postuma am Dienstag mitteilte, wird es voraussichtlich wieder Gelegenheit geben, das Schiff zu besichtigen. Die Zeiten für das „Open Ship“ stünden aber noch nicht fest.
Ein Teil der Besatzung wechselt
Den Angaben Sährigs zufolge wird der dreitägige Aufenthalt des Dreimast-Toppsegelschoners in Emden für einen Wechsel von Teilen der Besatzung genutzt. Einige Trainees werden nach einem Schnuppertörn von Bord gehen und einige neue Segelschüler auf das Schiff gehen. Am Wochenende darauf ist die „Gulden Leeuw“ (zu deutsch: Goldener Löwe) bei dem großen Windjammer-Spektakel „Delfsail“ in Delfzijl auf der niederländischen Seite der Emsmündung zu Gast.
Martin Sährig, der maritimer Koordinator der EVG und Vorsitzender des Arbeitskreises für historischen Schiffbau in Ostfriesland ist, hatte den Traditionssegler für den Abstecher zu den Matjestagen gewonnen. Der Kapitän habe ihm versichert, dass sich die Besatzung während des ersten Besuchs in Emden sehr wohl gefühlt habe und begeistert von der Aufnahme in der Stadt gewesen sei.
Das Schiff hat eine bewegte Geschichte
„Für mich ist das ein Beleg dafür, mit der Wahl des Schiffes die richtige Entscheidung getroffen zu haben“, sagte Sährig. Möglicherweise könnten sich aus den ersten Kontakten engere Beziehungen zwischen Emden und dem Schiff entwickeln.
Das gut 70,10 Meter lange, 8,60 Meter breite und 4,20 Meter tiefgehende Schiff mit Heimathafen Kampen hat eine bewegte Geschichte. Es wurde 1937 als motorisiertes Forschungsschiff MS „Dana“ für das dänische Landwirtschaftsministerium gebaut und war zunächst für meeresbiologische Forschungen in dänischen sowie internationalen Gewässern unterwegs. Zwei Jahre nach dem Stapellauf wurde das Schiff um neun Meter verlängert.
Die Segelfläche umfasst 1400 Quadratmeter
Von 1980 an wechselte das Schiff mehrmals den Eigner und seinen Namen. Als „Dana Researcher“ und Esvagt Dana“ war es etwa 20 Jahre lang als Unterstützungsschiff im Offshore-Bereich im Einsatz. Danach diente es der dänischen Seefahrtsakademie unter dem Namen „Dana Nyborg“ als Ausbildungsschiff.
Im Jahr 2007 kauften die Niederländer Robert Postuma und Arjen Töllter (P&T Charters) das Schiff, ließen es auf der Königlichen Werft Balk in Urk zu einem schnellen Dreimast-Toppsegelschoner mit einer insgesamt 1400 Quadratmeter großen Segelfläche umbauen.
Seitdem erobert es unter dem Namen „Gulden Leeuw“ und unter anderem als „segelndes Klassenzimmer“ die Weltmeere. Die bewegte Geschichte ist bis heute an Bord spürbar. Besucher können an Bord noch handgefertigte Originaldetails aus dem Geburtsjahr des Schiffes entdecken und unter Deck die Atmosphäre der 1930er Jahre spüren, heißt es in den Beschreibungen.