Neuer Freizeitpark „Space Magic“  Raumschiffe landen noch in diesem Jahr in Aurich

| | 05.06.2024 12:09 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Steve Schröder ist Geschäftsführer von „Space Magic“. Fotos: Ortgies
Steve Schröder ist Geschäftsführer von „Space Magic“. Fotos: Ortgies
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Im Obergeschoss des Caro in Aurich ist kein Stein auf dem anderen geblieben. Wo einst der Dorfplatz Menschenmassen anlockte, entsteht nun ein Freizeitpark. Wir haben uns auf der Baustelle umgeschaut.

Aurich - Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2024. Das Einkaufszentrum Caro in Aurich macht sich bereit für die Landung mehrerer Raumschiffe. Nein, dies ist kein Science-Fiction-Roman und keine Persiflage auf „Raumschiff Enterprise“. Steve Schröder steht mit beiden Beinen in der Gegenwart. Der Unternehmer aus Aurich hat große Pläne und strahlt Zuversicht aus. Ende Oktober/Anfang November 2024 soll im Obergeschoss des Caro – dort, wo früher der Dorfplatz und das Kino waren – ein Freizeitpark namens „Space Magic“ eröffnet werden. Auf 4800 Quadratmetern, verteilt über zwei Etagen, dreht sich alles um das Thema Weltraum. „Noch ist das unvorstellbar“, sagt Schröder. „Auch für mich.“

So bunt wird die Welt im "Space Magic". Animation: Space Magic GmbH
So bunt wird die Welt im "Space Magic". Animation: Space Magic GmbH
So bunt wird die Welt im "Space Magic". Animation: Space Magic GmbH
So bunt wird die Welt im "Space Magic". Animation: Space Magic GmbH
So bunt wird die Welt im "Space Magic". Animation: Space Magic GmbH
So bunt wird die Welt im "Space Magic". Animation: Space Magic GmbH

Im Moment ist die Fläche ein großer leerer Raum. Von Magie fehlt noch jede Spur. Das Team der „Space Magic“-Gründer Steve Schröder und Christoph Vogels hat in den vergangenen Wochen und Monaten ganze Arbeit geleistet. Vom alten Dorfplatz ist nichts übrig geblieben. Keine Spur mehr von Diskotheken, Bowlingbahn und Gaststätten. Auf dem blanken Betonboden liegen vereinzelt Stapel mit Holzpaletten, Brettern, Ziegelsteinen, Rohren und Kunststoffleisten. Säcke mit Dämmwolle stehen bereit. Nur die Architektur der Kinosäle mit Flächen für die Leinwände lässt erahnen, welchen Zweck diese Räume einmal erfüllt haben.

Auf dem blanken Betonboden stapeln sich Abfälle.
Auf dem blanken Betonboden stapeln sich Abfälle.
Kaum vorstellbar, dass hier demnächst Raumschiffe landen werden.
Kaum vorstellbar, dass hier demnächst Raumschiffe landen werden.

Sechs Millionen Euro investiert

„Wir sind so gut wie fertig mit der Demontage“, sagt Schröder bei einem Ortstermin mit der Redaktion auf der Baustelle. Nur ein paar Tapetenreste müssen noch entfernt werden. „Dann können wir mit dem Aufbau beginnen.“ Der 40-Jährige ist es gewohnt, Projektzeitpläne abzustimmen. Er hat elf Jahre lang als Prototypen-Manager beim Auricher Windenergieanlagenhersteller Enercon gearbeitet.

Noch ist der künftige Freizeitpark ein Rohbau.
Noch ist der künftige Freizeitpark ein Rohbau.

Die Elemente für den Freizeitpark wurden von einem Planungsbüro in Dresden exklusiv für Aurich entworfen. Im Juli werden sie geliefert. Dann soll es langsam losgehen mit dem Aufbau. „Der große Wurf kommt im August“, sagt Schröder. Zunächst aber, von der kommenden Woche an, lasse der Center-Eigentümer die Brandschutzanlage und die Elektrik erneuern. So werde die Basis für den Freizeitpark geschaffen. Es handelt sich um ein Millionenprojekt: Schröder und Vogels investieren rund 4,4 Millionen Euro. Der Center-Eigentümer TB Investments steckt rund 1,6 Millionen Euro in die Erneuerung der Gebäudetechnik.

Es gibt auch böse Überraschungen

Drei Monate Aufbauzeit: „Das ist ein ambitionierter Zeitplan“, räumt Schröder ein. Der Geschäftsführer spricht von einer Mammutaufgabe. Um sie zu lösen, sei gute Kommunikation wichtig. „Wenn man das ordentlich macht und als Team zusammenarbeitet, dann bekommt man alles andere hin.“ Dann lasse man sich auch von bösen Überraschungen nicht zurückwerfen, die es auf Baustellen immer geben könne. So hätten sich bei der Demontage der alten Brandschutzanlage plötzlich unzählige Kunststoffkügelchen über die ganze Ebene ergossen. „Das war schon eine kleine Herausforderung“, sagt Schröder. Genauso wie das demontierte Wasserrohr, auf dem noch Druck war. Der Unternehmensgründer lächelt und sagt: „Wo gehobelt wird, fallen Späne.“ Es habe jedoch keine gravierenden Zwischenfälle gegeben, die den Zeitplan über den Haufen geworfen hätten. „Die Vorzeichen stehen gut.“

Kein Stein ist auf dem anderen geblieben.
Kein Stein ist auf dem anderen geblieben.

Der Freizeitpark „Space Magic“ ist für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gedacht. Die Gründer sprechen von einer Multi-Entertainment-Erlebniswelt für die ganze Familie. Die Besucher können unter anderem auf 40 Trampolinen springen, auf dreistöckigen Klettergerüsten klettern, gigantische Rutschen bewältigen und in der Lasertag-Arena kämpfen. Der größte Kinosaal wird zur digitalen Kletterwand. Aus vier anderen ehemaligen Kinosälen werden Escaperäume. Sie sind der einzige Bereich, in dem extra gezahlt werden muss, weil die Escaperäume personalintensiv sind. Ansonsten können die Besucher zwischen Zwei-Stunden-, Vier-Stunden- und Tagestickets wählen. Um wirklich alles auszuprobieren, empfiehlt sich das Tagesticket.

Roboter bedienen Gäste im Restaurant

In einem Restaurant mit 350 Plätzen werden die Gäste von Robotern bedient. Sie werden dort optisch das Gefühl haben, auf einer Raumstation zu sitzen und auf die Erde zu schauen. Wer nur das Restaurant besuchen möchte, hat Pech gehabt. Da sich aus Brandschutzgründen maximal 1000 Personen gleichzeitig in der Anlage aufhalten dürfen, bleibt die Weltraum-Gastronomie Parkbesuchern vorbehalten.

Der Freizeitpark erstreckt sich über zwei Etagen.
Der Freizeitpark erstreckt sich über zwei Etagen.
Die Animation zeigt, wie das Restaurant einmal aussehen wird. Animation: Space Magic GmbH
Die Animation zeigt, wie das Restaurant einmal aussehen wird. Animation: Space Magic GmbH

Mit dem alten Dorfplatz hat das neue Angebot nicht viel gemein. Fans denken noch immer wehmütig daran zurück. Kneipen und Restaurants, dazu ein Kino, zwei Diskotheken und eine Bowlingbahn: Dieses Paket lockte in den 80er, 90er und 2000er Jahren vor allem am Wochenende Menschenmassen. Im Herbst 2014 wurde dem Pächter der sechs Gaststätten, der den Dorfplatz wenige Jahre zuvor völlig umgestaltet hatte, gekündigt. 2017 und 2018 verließen auch das Kino, die Diskothek „Dinis“ und die Bowlingbahn das Center.

Hier ist noch der ehemalige Kinosaal zu erkennen.
Hier ist noch der ehemalige Kinosaal zu erkennen.

Der neue Center-Eigentümer TB Investments, der im Carolinenhof jeden Stein umgedreht hatte, wollte aus dem Dorfplatz zunächst ein neues Kino machen, doch daraus wurde nichts. Discos und Kneipen wollte er dort nicht mehr haben, wegen der nächtlichen Schlägereien. Damit wird es im „Space Magic“ keine Probleme geben. Der Park macht pünktlich um 20 Uhr zu.

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