Nach Vorfällen in Remels Belästigt vom Exhibitionisten – so verhalte ich mich richtig
In Remels wurden mehrere junge Mädchen von einem Exhibitionisten belästigt. Die Polizei gibt Tipps, wie man sich in solchen Situationen am besten verhält.
Remels/Leer - Es ist ein Tag wie jeder andere: Nichtsahnend dreht eine Joggerin ihre Runden im Park. Auf einmal tritt ein Mann aus den Büschen auf den Weg vor sie und entblößt sich. Dann verschwindet der Exhibitionist so schnell, wie er erschienen ist. Zu Situationen wie hier fiktiv beschrieben, kommt es so oder so ähnlich immer wieder, auch im Landkreis Leer.
In Remels in der Gemeinde Uplengen zum Beispiel. Mehrere junge Mädchen sind dort von einem Exhibitionisten belästigt worden. Vor einigen Wochen machte eine entsprechende Whatsapp-Nachricht in vielen Gruppen die Runde. Wie die Polizei auf Nachfrage dieser Redaktion bereits bestätigt hatte, seien drei um die 13 Jahre alten Mädchen bereits im Februar 2024 Opfer einer solchen Straftat geworden. „Allerdings wurden die Taten nicht angezeigt, sondern sind erst im Nachgang durch polizeiliche Ermittlungen zu zwei erneuten Fällen im April bekannt geworden“, teilte Polizeihauptkommissarin Svenia Temmen, Sprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden, mit. Wir haben die Vorfälle zum Anlass genommen, nachzufragen, wie man sich in solchen Situationen am besten verhalten sollte.
Wie verhalte ich mich am besten?
Personen, die auf einen Exhibitionisten treffen, sollten sich grundsätzlich erstmal von dem Täter entfernen, rät Temmen. „So ist das Ignorieren der Person und sich zu entfernen die beste Reaktion auf die Tat“, schreibt die Polizeisprecherin. Auch wenn Exhibitionisten meistens keinen körperlichen Kontakt suchten, so die Polizeisprecherin, und sich eher zeigen und ihre Opfer erschrecken wollen, sollte niemand alleine auf die Person zugehen.
Was, wenn der Täter auf mich zugeht?
Es gibt aber Fälle, bei denen Exhibitionisten ihre Opfer doch ansprechen oder sogar auf sie zugehen. Kommt es zu solchen Situationen dann sei es wichtig, umgehend einen Sicherheitsabstand zwischen sich und die Person zu bringen. „Lautes Ansprechen und deutliche Unmutsbekundungen können ebenfalls hilfreich sein, um die Situation aufzubrechen und dem Täter die eigene Wehrhaftigkeit deutlich zu machen“, so Temmen. Wenn möglich, können Passanten um Hilfe gebeten werden.
Worauf sollte ich sonst noch achten?
Opfer sich nach Möglichkeit das Aussehen des Täters gut einprägen und auf Besonderheiten achten.
Ist es hilfreich, den Täter zu fotografieren?
Den Täter offensiv zu fotografieren, ihm dabei vielleicht sogar noch zu folgen, ist nicht empfehlenswert, schreibt Temmen. Der Grund: Die anschließende Reaktion des Täters sei nicht einzuschätzen. „Da geht die Sicherheit des Opfers in jedem Fall vor.“
Gelten diese Tipps auch für Kinder?
Bei Kindern seien Situationen, in denen sie mit exhibitionistischen Handlungen konfrontiert werden, noch einmal sensibler, betont Temmen. Sie rät: „Kinder sollten sich auf alle Fälle schnell entfernen, Hilfe bei Passanten oder in anliegenden Geschäften suchen und schnellstmöglich Eltern und Polizei verständigen.“
Und nach der Tat?
Wer einem Exhibitionisten zum Opfer gefallen ist, sollte die Tat und alle damit im Zusammenhang stehenden Beobachtungen umgehend der Polizei mitteilen. „Da heutzutage beinahe jeder ein Telefon mit sich führt, sollte das zeitnah möglich sein“, erklärt Temmen. „In jedem Fall raten wir dringend dazu, eine Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten und Strafantrag zu stellen.“