Weltklasseleistung  Ostfriese freut sich als EM-Fünfter von Rom aufs Baby

| | 08.06.2024 14:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Henrik Janssen verließ hochzufrieden den Wurfring von Rom.
Henrik Janssen verließ hochzufrieden den Wurfring von Rom.
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Der Norder Henrik Janssen gehört zur erweiterten Weltspitze im Diskuswerfen. Das bewies er in Rom. Am Samstag flog er bereits wieder nach Hause. Dort wird er sehnsüchtig erwartet.

Rom - Diskuswerfer Henrik Janssen bringt scheinbar nichts aus der Ruhe. Während in Magdeburg seine Ehefrau Maria fast stündlich mit der Geburt des ersten Kindes rechnen muss, demonstrierte der Ostfriese bei der Leichtathletik-Europameisterschaft am Freitagabend scheinbar völlig gelassen seine Weltklasseform. Das Ergebnis des Norders, der sich weitenmäßig Jahr für Jahr steigert, war überragend. Mit 65,48 Metern ist der Hüne vom Wattenmeer nun die Nummer 5 in Europa und war zugleich der Beste des Deutschland-Trios. Das Ticket für OIympia ist dem 26-Jährigen vom SC Magdeburg wohl endgültig nicht mehr zu nehmen. „Ich bin mit meiner Leistung jedenfalls super zufrieden“, sagte er.

Zwischen den Würfen holte sich Henrik Janssen noch Ratschläge vom Bundestrainer, der auf der Tribüne saß. Fotos: Imago
Zwischen den Würfen holte sich Henrik Janssen noch Ratschläge vom Bundestrainer, der auf der Tribüne saß. Fotos: Imago

Nach der EM und vor Olympia wartet nun auf den 2,04 großen Modellathleten noch ein weiteres Großereignis - der Kreißsaal. Der errechnete Geburtstermin ist Montag, 10. Juni. Doch vorher, hinterher oder Punktlandung - alles ist möglich bei dem kleinen Mädchen, das in Kürze das Licht der Welt erblicken wird.

Pizza vor Rückflug

Gemeinsam mit seinem Trainingskollegen Clemens Prüfer, der sich in Rom direkt hinter Janssen auf Platz sechs einreihte, flog der werdende Vater am Samstagmittag zurück nach Deutschland. Auch am Flughafen kannte Janssen vor dem nächsten Höhepunkt seines Lebens keinerlei Aufregung. „Wir essen gerade eine leckere neapolitanische Pizza“, erzählte er beim Telefongespräch.

Natürlich hatte er sich schon am Morgen nach dem Befinden seiner Frau erkundigt. „Sie ist ganz entspannt und hält durch bis ich wieder da bin“, sagte Henrik Janssen locker und lässig. Er wirkte noch beschwingt vom tollen Wettkampf am Vorabend, der ihm zeigte, dass selbst die Medaillenplätze gegen die besten Werfer der Welt nicht mehr weit entfernt sind.

Podest nicht mehr fern

„Es fehlt noch ein bisschen für ganz vorne. Aber wir sind dran“, analysierte er den EM-Wettkampf, den der Slowene Kristjan Ceh mit 68,08 Metern vor dem Österreicher Lukas Weißhaidinger (67,70) und dem litauischen Weltrekordler Mykolas Alekna (67,48) gewann.

Nach seinen 65,09 Metern im ersten Versuch probierte es der „Riesen-Friese“ noch in die Nähe der Medaillen zu gelangen. „Ich habe entsprechend Gas gegeben und konnte die Würfe dann nicht halten“, erklärte er seine vier Fehlversuche in Folge. Am Ende steigerte er sich dann auf 65,48 Meter. „Theoretisch war noch etwas mehr drin.“

In Ostfriesland macht Janssens Auftritt auf jeden Fall Appetit auf Olympia. Vorher werden Verwandten und Freunde aus Norden – von dort stammt auch Ehefrau Maria – die Daumen für die Dame drücken. Wenn bei der Geburt alles glatt läuft, wird der junge Vater sicherlich in Paris beflügelt antreten. Wer weiß, wie weit der „Papa‘“ dann die Scheibe im Olympiastadion segeln lässt.

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