Tübingen  Boris Palmer kann sich Rückkehr zu den Grünen vorstellen – unter dieser Bedingung

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 12.06.2024 11:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer war am Dienstagabend in der Talkshow von Sandra Maischberger zu Gast. Foto: IMAGO/HMB-Media
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer war am Dienstagabend in der Talkshow von Sandra Maischberger zu Gast. Foto: IMAGO/HMB-Media
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Vor rund einem Jahr war Boris Palmer bei den Grünen ausgetreten. Jetzt kann sich der Oberbürgermeister von Tübingen offenbar eine Rückkehr vorstellen. Aber nicht um jeden Preis.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer scheint einer Rückkehr zu den Grünen nicht abgeneigt zu sein. In der Talkshow von Sandra Maischberger sagte der parteilose Politiker am Dienstagabend, dass er „im Herzen Grüner“ sei und sich gut vorstellen könne, wieder Mitglied zu werden.

Dazu müsse es allerdings eine Annäherung beim Thema Migration geben – „das Thema, das mich am meisten von den Grünen trennt“, so Palmer.

In diesem Zusammenhang sprach der ehemalige Grünen-Wähler auch über die Jungwähler, die bei der Europawahl in großen Teilen die AfD gewählt hatten. Palmer sei nach eigenen Angaben davon überzeugt, dass diese jungen Leute „Gewalterfahrungen“ durch Migranten gemacht hätten.

Das Problem sei, dass der Staat an dieser Stelle nicht eingreife und den Menschen keine Sicherheit gebe. Stattdessen würde häufig eine Täter-Opfer-Umkehr stattfinden. „Wenn wir dieses Problem in den Griff bekommen haben, dann kann ich auch wieder zurück zu den Grünen“, so Palmer.

Zuvor hatte Bundeslandwirtschaftsminister und Grünen-Politiker Cem Özdemir am Wochenende erklärt, dass er sich eine Rückkehr Palmers durchaus vorstellen könne. „Natürlich würde ich mich freuen, wenn er [Boris Palmer, Anm. d. Red.] sagt: ‚,Ich lasse mir helfen, ich höre jetzt auf mit dem Blödsinn, dass ich nachts um zwölf Uhr bei Facebook mir Schlachten liefere mit irgendwelchen Leuten und konzentriere mich auf meinen Job‘.“ Palmer sei ein herausragender Oberbürgermeister, so Özdemir.

Vor rund einem Jahr war Palmer aus der Partei ausgetreten, nach einem Eklat um die Verwendung des N-Wortes bei einer Migrationskonferenz in Frankfurt. Schon vorher hatte seine Mitgliedschaft wegen anderer umstrittener Äußerungen geruht. Nach einer Auszeit änderte er unter anderem die Regeln für Kommentare auf seinem Facebook-Profil.

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