Geld für Existenzgründung  Emden will neue Geschäfte und Restaurants einfacher fördern

| | 13.06.2024 17:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wer in Emden ein neues Geschäft oder Restaurant eröffnen will, kann von der Stadt Emden finanziell unterstützt werden. Fotos: Hanssen
Wer in Emden ein neues Geschäft oder Restaurant eröffnen will, kann von der Stadt Emden finanziell unterstützt werden. Fotos: Hanssen
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Um die Emder Innenstadt zu beleben, sollen insbesondere Neuansiedlungen im Einzelhandel und in der Gastronomie finanziell von der Stadt Emden unterstützt werden. Wie funktioniert das?

Emden - Um die Ansiedlung von neuen Geschäften, Restaurants, aber auch beispielweise Arztpraxen in Emden weiter voranzutreiben, hat die Stadt Richtlinien für einen Fördertopf überarbeitet. Bereits seit rund 20 Jahren werden jährlich bis zu 100.000 Euro an kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) vergeben. Die Richtlinie sei seitdem stets unverändert von Jahr zu Jahr verlängert worden, sagte Lutz Stomberg, zuständig für das Fördermanagement bei der städtischen Wirtschaftsförderung, im Wirtschaftsausschuss des Emder Rats am 12. Juni 2024. Doch jetzt soll der Fokus verändert und der Zugang zum Geld für Existenzgründer und Kleinunternehmen vereinfacht werden.

Zum einen wolle man damit genau denen helfen, die bei anderen Förderungen etwa von der N-Bank durchs Raster fallen, sagte Martje Merten, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing GmbH. Zum anderen wolle man verhindern, dass Unternehmen, die die Finanzmittel für Investitionen eigentlich hätten, für Neuanschaffungen die Förderung der Stadt „noch eben mitnehmen“. Man habe gründlich überprüft, wie effektiv die Fördermaßnahmen bislang seien und wie man den Bedürfnissen der lokalen Wirtschaft besser gerecht werden könne.

Die Innenstadt soll attraktiver werden. Dafür sind auch Neuansiedlungen mit spannenden Konzepten nötig.
Die Innenstadt soll attraktiver werden. Dafür sind auch Neuansiedlungen mit spannenden Konzepten nötig.

Fördertopf wird jedes Jahr voll genutzt

In den neuen Richtlinien geht es neben dem Bürokratieabbau und der Reduzierung von sogenannten Mitnahmeeffekten, auch darum, mehr vielfältigere Unternehmen und Projekte zu unterstützen, „die zur wirtschaftlichen Entwicklung unserer Stadt beitragen“, heißt es in der Beschlussvorlage. Die Fördermittel sollen gezielt an kleine Unternehmen mit einem echten Bedarf gelangen. Ein Förderbonus für Existenzgründer soll außerdem dazu führen, den Start in die Selbstständigkeit zu erleichtern und innovative Unternehmensgründungen zu fördern. Auch soll eine gezielte Förderung von Unternehmen in der Innenstadt dazu führen, die Attraktivität und Vielfalt des Stadtzentrums zu stärken.

Gefördert werden kann beispielsweise die Erweiterung oder der Erwerb einer Betriebsstätte, ein Mietzuschuss in der Innenstadt, eine Außengestaltung des Geschäfts, die Erstellung einer Website oder die Teilnahme an einer Messe. Alles, was sich in Emden befindet, könnte förderfähig sein. In der Innenstadt liegt der Fokus auf dem Einzelhandel und der Gastronomie, in den Außenbereichen könne aber beispielsweise auch eine Arztpraxis gefördert werden, so Stomberg.

„Es ist ein einfaches Instrument, mit dem wir gezielt helfen können“, so Merten. Der Fokus der Förderung könne nach einem Jahr auch wieder geändert werden, wenn das nötig wäre. „Wir haben viel Spielraum.“ Jedes Jahr werde der Fördertopf geleert, so Stomberg. Im Schnitt nutzten pro Jahr 20 bis 25 Unternehmen die Förderung. Im Emder Rat muss der neuen Richtlinie an diesem Donnerstag, 13. Juni 2024, noch zugestimmt werden. Im Wirtschaftsausschuss war der Beschluss einstimmig, das deutet sich auch für den Rat an.

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