Auf Rettungsmission  So erlebte Borkums Vormann die Suche nach dem vermissten Fischer

| | 17.06.2024 19:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Michael Haack ist erster Vormann der Borkumer DGzRS-Station. Foto: Archiv/ Keller/DGzRS
Michael Haack ist erster Vormann der Borkumer DGzRS-Station. Foto: Archiv/ Keller/DGzRS
Artikel teilen:

Das Team vom Borkumer Seenotrettungskreuzer „Hamburg“ um Michael Haack beteiligte sich am Sonntag an der Suche nach dem Fischer, der südöstlich der Insel über Bord ging. Auch am Montag wurde gesucht.

Borkum - Auch am Montag war der Seenotrettungskreuzer „Hamburg“ der DGzRS-Station Borkum um Vormann Michael Haack noch einmal an der Unglücksstelle unterwegs, um bei der Suche nach dem sonntagfrüh über Bord gegangenen Fischer zu helfen. „Wir haben selber mit der ,Hamburg‘ und unserem Tochterboot ,St. Pauli‘ gesucht“, berichtet Haack, der mit seinem Team die Fischer aus Greetsiel, die ebenfalls erneut vor Ort waren, unterstützte.

Tags zuvor waren vier Mitglieder der Borkumer Station der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger aufgebrochen, um bei der Suche nach dem Vermissten, der im Wattengebiet südöstlich der Insel von Bord eines Krabbenkutters gestürzt war, zu helfen. Der Kapitän sei aufgrund der Umstände total durcheinander gewesen und habe bei der Alarmierung Borkums früheren Seenotrettungskreuzer „Alfried Krupp“ angefragt, schildert Haack.

Nur zwei Gummistiefel gefunden

Etwa eine halbe Stunde nach dem Notruf sei die „Hamburg“ am Sonntag am Einsatzort gewesen und habe unmittelbar mit der Suche begonnen. „Das Tochterboot hat den ganzen Tag über selbständig gesucht“, schildert der Vormann. Eine Unterbrechung habe es lediglich für die Versorgung mit Proviant gegeben. Am Ende hätten sich rund 40 Einheiten an der flächendeckenden Suche beteiligt. Aufgrund des Tageslichts lief diese ohne Scheinwerfer ab. „Es sind zwei Gummistiefel gefunden worden, die dem Besatzungsmitglied zugeordnet werden konnten“, so Michael Haack. Von der vermissten Person fehle aber weiterhin jede Spur, hieß es am Montagnachmittag.

Daraus, dass Einsätze wie diese auch für die Rettungskräfte nicht einfach sind, macht der Vormann keinen Hehl. „Ich komme selber aus der Fischerei, ich weiß, wie das ist. Die Fischer haben ja auch mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu tun“, erklärt Michael Haack seine besondere Betroffenheit in diesem Fall. Auch wenn die Suche nicht von Erfolg gekrönt worden sei, sei er trotzdem zufrieden, es versucht zu haben.

Keine Illusion, alle retten zu können

DGzRS-Sprecher Ralf Baur ergänzt: „Die Anspannung ist immer da, weil man nie genau weiß, was auf einen zukommt. Wir fahren raus, um andere zu retten. Wenn wir das nicht können, sind das für uns auch immer schwere Momente.“ Wilm Willms vom Borkumer Seenotrettungskreuzer „Hamburg“ war im Oktober nach der Kollision der Frachter „Polesie“ und „Verity“ in der Nordsee mit im Einsatz bei der Suche nach Schiffbrüchigen. „Man darf sich nicht der Illusion hingeben, alle retten zu können“, beschrieb er seinerseits gegenüber dieser Zeitung die Kehrseite seines Berufs.

Ähnliche Artikel