E-Autos  Neuen Stromtankstellen von EWE und Hochtief fehlt noch die Power

| | 26.06.2024 18:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Hier gibt es schon Strom: Ein Carsharing-Fahrzeug des Anbieters „all to drive“ steht an einer Ladestation von EWE Go am Schlossplatz in Oldenburg und wird geladen. Foto: Dittrich/dpa
Hier gibt es schon Strom: Ein Carsharing-Fahrzeug des Anbieters „all to drive“ steht an einer Ladestation von EWE Go am Schlossplatz in Oldenburg und wird geladen. Foto: Dittrich/dpa
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Die Pläne für den Ladesäulenbau in Ostfriesland gibt es seit einem Dreivierteljahr. Passiert ist nicht viel. Wie soll es mit den Stromtankstellen nun weitergehen?

Ostfriesland/Oldenburg - Das in Berlin vielzitierte Deutschlandtempo kommt auf dem flachen Land nicht an. Das zeigt sich jetzt einmal mehr bei dem von EWE und Hochtief bereits im September vergangenen Jahres angekündigten Ausbau von Ladesäulen für E-Autos. Noch immer ist keines der Projekte in Ostfriesland umgesetzt worden. Auf Nachfrage unserer Redaktion erläutert der Oldenburger Energiedienstleister nun, woran es hakt.

„Für die Errichtung eines Ladeparks wird zuerst mit dem Grundstückseigentümer eine Vereinbarung geschlossen“, teilte eine EWE-Sprecherin mit. Gemeinsam mit diesem könne ein Netzanschluss beim zuständigen Netzbetreiber gestellt und dann auch eine entsprechende Transformatorstation in Auftrag gegeben werden. „Leider ist es dem Ladesäulenbetreiber nicht möglich, dies schon vor der Standortsicherung zu tun“, so EWE weiter. „Durch die aktuellen Lieferzeiten kann die Bauphase somit erst 40 bis 60 Wochen nach der Bestellung beginnen.“ Diese Herausforderung betreffe alle Anbieter öffentlicher Ladeinfrastruktur gleichermaßen. Eine Ausnahme bildeten Standorte, die von Ausbauern bereits schon vor Bekanntgabe der Deutschlandnetz-Standorte akquiriert und geplant waren. EWE Go verstehe das Deutschlandnetz aber klar als Auftrag, zusätzliche Ladeinfrastruktur zu errichten – und müsse daher alle Schritte komplett durchlaufen. Die EWE-Sprecherin: „Als ambitionierter Betreiber wünschten wir uns an dieser Stelle aber ebenfalls beschleunigte Prozesse.“

Was ist in Ostfriesland geplant?

Konkret von dieser Bürokratie sind in Ostfriesland und umzu gleich mehrere geplante Stromtankstellen betroffen. In Weener, Uplengen und Wittmund sollen Stromtankstellen mit jeweils vier Ladepunkten (früher: Zapfsäulen) errichtet werden, in Emden mit acht und in Oldenburg mit zwölf Ladepunkten.

„Für den Standort in Weener können wir bereits mitteilen, dass dieser an der Boenster Straße 25 errichtet wird“, so EWE. „Ebenso können wir bereits sagen, dass der Standort in Uplengen auf dem Parkplatz Ecke Alter Postweg/Schützenstraße errichtet wird.“ Alle anderen Standorte befänden sich noch im laufenden Prozess. Kleiner Lichtblick: Weener wird laut EWE zu den ersten Standorten gehören, bei denen im Spätsommer mit den Bauarbeiten begonnen werde und im Herbst die Inbetriebnahme zu erwarten sei.

Wie sind die Stromtankstellen ausgestattet?

Alle Ladesäulen der Ladeparks werden laut EWE mit 100 Prozent Ökostrom versorgt; die Leistung jedes Schnellladepunktes soll bei mindestens 200 Kilowatt liegen. Der Ladevorgang dauere damit nicht wesentlich länger als eine Kaffee- oder Snackpause. EWE und Hochtief wollen die Ladeparks – je nach Größe und Standort – nach eigenen Angaben mit WC-Anlagen und Snackautomaten ausstatten, „um die Pause für die Elektromobilisten so angenehm wie möglich zu gestalten“. Die Ladestationen seien barrierearm zu erreichen und mindestens ein Stellplatz erfülle die Maße eines Behindertenparkplatzes.

EWE und der internationale Baukonzern Hochtief hatten Ende September vergangenen Jahres mitgeteilt, vom Bundesverkehrsministerium den Auftrag zu Finanzierung, Planung, Bau und Betrieb eines Schnellladenetzes mit insgesamt 850 Ladepunkten in den Regionen Nordwest und West erhalten zu haben. Die Gebiete liegen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bremen, Hamburg sowie in Teilen von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. EWE Go und Hochtief wollen das Projekt mit rund 25 Mitarbeitern umsetzen.

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