Deutschland Diese bekannten Brauereien stecken hinter Billig-Bier vom Discounter
Manche Bier-Liebhaber rümpfen beim Billig-Bier im Discounter verächtlich die Nase. Was viele nicht wissen: Hinter den günstigen Eigenmarken stecken häufig bekannte Brauereien. Eine Übersicht.
Bier gilt als das Nationalgetränk der Deutschen. Und die Auswahl an verschiedenen Sorten ist groß: Neben den Markenprodukten von Brauereien wie Krombacher oder Warsteiner werden im Discounter und Supermarkt oft auch No-Name-Biere angeboten – und das zu deutlich günstigeren Preisen.
Ein gängiges Vorurteil über das Billig-Bier lautet: „Diese Plörre in den Plastikflaschen schmeckt doch nicht.“ Dabei sind sich vermutlich viele Bier-Fans gar nicht bewusst, dass einige der günstigen Eigenmarken aus traditionellen Brauereien stammen.
Diese wollen nämlich ihre vorhandenen Kapazitäten voll auslasten und bieten daher Zweitabfüllungen an, berichtet die „Wirtschaftswoche“. Die entsprechenden Aufträge kommen häufig von großen Supermarkt- oder Discounterketten. Das bedeutet im Klartext: Die Brauereien füllen ihr eigentliches Markenprodukt in Flaschen mit einem anderen Etikett – und diese landen dann in den unteren Regalreihen im Laden.
Der Discounter Lidl vertreibt sein eigenes Bier unter dem Label „Perlenbacher“. Angeboten wird es unter anderem als Pils, Hefeweißbier oder alkoholfrei. Dahinter steckt das Frankfurter Brauhaus aus Frankfurt an der Oder. Die Brauerei vertreibt vor allem das Markenprodukt „Frankfurter“ – das Bier gibt es als Pils, Export, Hefeweizen, Radler oder Helles.
In den Regalen von Aldi findet man die Bier-Eigenmarke „Schultenbräu“, die als Dosenbier vertrieben wird. Sie stammt aus der Brauerei Mönchengladbach, die wiederum eine Zweigniederlassung der bekannten Brauerei Oettinger ist. Selbst als Billig-Bier bekannt geworden, gehört Oettinger mittlerweile zu den größten Brauereigruppen in Deutschland.
Auch das Bier „Turmbräu“, die Eigenmarke vom Discounter Penny, stammt von Oettinger. Als Hersteller ist hier die Brauerei Braunschweig angegeben, die seit 2009 ebenfalls zur Braugruppe Oettinger gehört.
Ein ehemaliger Klassiker unter den Billig-Bieren ist das „Karlsquell“ von Aldi. In den Achtzigern und Neunzigern waren die Dosen wegen ihres günstigen Preises insbesondere in der Punk-Szene beliebt. Die Band Slime widmete „Karlsquell“ sogar einen eigenen Song. Hergestellt wurde das Bier ebenfalls von der Brauerei Mönchengladbach, die 2003 von Oettinger übernommen wurde.
Inzwischen ist das „Karlsquell“, ebenso wie das ehemalige Aldi-Bier „Maternus“, in die neuere Eigenmarke „Karlskrone“ von Aldi übergegangen. Die verschiedenen Biersorten werden von mehreren Brauereien hergestellt, darunter Oettinger und das Frankfurter Brauhaus sowie die Brauerei Martens mit Sitz in Bocholt.
Hinter der Bier-Eigenmarke von Kaufland, „Stephans Bräu“, steckt die renommierte Brauerei Feldschlößchen aus Dresden. Die Traditionsbiere der gleichnamigen Marke sind vor allem in Sachsen bekannt.
Der Discounter Netto bietet ebenfalls ein günstiges Bier unter eigenem Label an – „Schloss Pilsener“ sowie „Schloss Export“. Auch hier steckt eine große Brauerei dahinter, und zwar die Darguner Brauerei mit Sitz in Mecklenburg-Vorpommern. Dabei handelt es sich um eine Tochtergesellschaft der dänischen Brauerei Harboes Bryggeri A/S. Die Produkte werden in Deutschland vor allem über Handelsketten wie Netto vertrieben, zu großen Teilen aber ins Ausland exportiert.