Tourismus in Uplengen  Neue Technik für Wohnmobilisten in Remels eingeführt

Rieke Heinig
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Von Rieke Heinig
| 02.07.2024 18:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Gemeinde Uplengen hat ein neues Buchungssystem für die Wohnmobilstellplätze in Remels vorgestellt. Mit dabei (von links) waren Nadja Schiller von der Tourismusinformation, Platzwart Gehde Goosmann, Torsten Stephan von der Gemeinde Uplengen und Bürgermeister Heinz Trauernicht. Foto: Gemeinde Uplengen
Die Gemeinde Uplengen hat ein neues Buchungssystem für die Wohnmobilstellplätze in Remels vorgestellt. Mit dabei (von links) waren Nadja Schiller von der Tourismusinformation, Platzwart Gehde Goosmann, Torsten Stephan von der Gemeinde Uplengen und Bürgermeister Heinz Trauernicht. Foto: Gemeinde Uplengen
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In Remels setzt die Gemeinde auf ein neues digitales Buchungssystem für Wohnmobilstellplätze. Wir haben uns erklären lassen, wie die neue Technologie funktioniert und welche Vorteile sie bietet.

Remels - Der Urlaub mit Wohnmobilen boomt: Auf Deutschlands Straßen sind immer mehr Wohnmobile unterwegs, allein im ersten Quartal dieses Jahres wurden knapp 20.000 Caravans neu zugelassen, schreibt die Gemeinde Uplengen. Um der entsprechend steigenden Nachfrage nach Wohnmobilstellplätzen auch dort gerecht zu werden, hat die Gemeinde zu Beginn der Saison ein innovatives digitales Buchungssystem eingeführt. Wir erklären, was dahinter steckt.

Wie funktioniert die Stellplatzbuchung?

Die Stellplätze am Schützenplatz und am Nordgeorgsfehnkanal wurden mit speziellen Stromsäulen ausgestattet. Diese können bequem und ohne Bargeld die über QR-Codes bedient werden, heißt es von der Gemeinde. Gebucht werde dann über die womo.cloud-App der Firma Pramux aus Moormerland. Heißt: Gäste scannen den QR-Code an der Stromsäule, beantworten Fragen zu ihrem gewünschten Aufenthalt und bezahlen direkt über die App. „Ein großer Vorteil des neuen Systems ist, dass Gäste sich selbst einchecken und nur für die tatsächlich genutzten Leistungen zahlen“, erläutert Nadja Schiller, die im Team der Tourismusinformation federführend für die Betreuung der Wohnmobilstellplätze verantwortlich ist. Torsten Stephan, Sachgebietsleiter für Gemeindeentwicklung, Klimaschutz und Tourismus, ergänzt: „Diese Methode steigert die Attraktivität der Plätze und vereinfacht die Zahlungsabwicklung erheblich.“

Wie viele Stellplätze betrifft das?

Die Stellplätze am Schützenplatz befinden sich direkt im Ortskern von Remels. Zehn Wohnmobile können dort abgestellt werden. Direkt am Nordgeorgsfehnkanal, am Ortsrand von Remels, finden sich weitere vier Stellplätze. „Beide Plätze zeichnen sich dadurch aus, dass in wenigen Minuten das vielfältige gastronomische Angebot und die zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten genossen werden können“, schreibt die Gemeinde.

Gibt es denn so viele Wohnmobile, die in Remels Halt machen?

Mit 1.912 Übernachtungen im Jahr 2023 – ein Anstieg gegenüber 1.888 im Jahr 2022 – belegten die Wohnmobilstellplätze in Uplengen die wachsende Beliebtheit des Caravanings, so die Verwaltung. „Die Gemeinde suchte nach einer innovativen Lösung, um der steigenden Anzahl an Gästen gerecht zu werden und gleichzeitig den Verwaltungsaufwand zu minimieren“, erklärt Bürgermeister Heinz Trauernicht die Entscheidung für das neue Buchungssystem.

Ist dann niemand mehr vor Ort, wenn es mal Probleme gibt?

Trotz der digitalen Innovation bleibt der persönliche Service erhalten, betont die Gemeinde. Der Platzwart Gehde Goosmann stehe weiterhin als erster Ansprechpartner zur Verfügung und hilft Gästen, die möglicherweise Schwierigkeiten mit der Technik haben. „Noch nicht alle unsere Gäste sind mit digitalen Systemen vertraut, daher bieten wir weiterhin Unterstützung vor Ort an“, so Goosmann. Seit vier Jahren kümmert er sich um die ankommenden Gäste und teile gerne seine Ideen, was die Gemeinde Uplengen touristisch zu bieten hat.

Was sagen denn die Gäste?

Als erster Gast konnte Oliver Möbius aus Dörentrup (Nordrhein-Westfalen) das neue Angebot ausprobieren. Zusammen mit seiner Frau habe er die Ruhe in Ostfriesland gesucht und sie in Remels gefunden. Und wie der Zufall es so will: Am Tag der Anreise wurden die neuen Energiesäulen aufgebaut. Innerhalb von zwei Minuten sei die Buchung laut Gemeinde abgeschlossen gewesen: Die Farbe der Säule wechselte von blau auf grün und der Strom stand zur Verfügung. „So etwas habe ich in der Form noch nicht gesehen und war sofort begeistert“, freut sich Möbius.

Scannen, buchen, fertig? Wohnmobilist Oliver Möbius hat die neue Technik ausprobiert. Foto: Gemeinde Uplengen.
Scannen, buchen, fertig? Wohnmobilist Oliver Möbius hat die neue Technik ausprobiert. Foto: Gemeinde Uplengen.

Und in Zukunft?

Torsten Stephan ist überzeugt, dass die digitale Buchung in Zukunft überwiegend zum Einsatz kommen wird. „Der geplante Wohnmobilstellplatz nördlich der Freizeitanlage in Großsander wird von Anfang an mit einem solchen System ausgestattet sein“, kündigt er an. Die Gemeinde Uplengen setze damit einen wichtigen Schritt in Richtung moderner und effizienter Verwaltung ihrer touristischen Angebote und erhöhe gleichzeitig den Komfort für ihre Gäste.

Wie sieht es in anderen Gemeinden aus?

Nicht nur die Wohnmobilstellplätze in Uplengen werden auf diese Weise modernisiert. Eine ähnliche Technik soll es künftig auch im Fischerdorf Ditzum geben. Seit Jahren spricht man dort über eine Modernisierung und Automatisierung des Platzes. Geld ist dafür im Haushalt 2024 eingeplant. Es gibt aber mehrere „Pakete“, die man für den Wohnmobilstellplatz geschnürt hat. Neben der Stromversorgung und damit verbunden eine App wie in Remels sind darin die Pflege und Sanierung der jetzigen Anlage, ein neues Schrankensystem, die Erneuerung der Frischwasserversorgung, der Grauwasserentsorgung – und vielleicht sogar irgendwann neue Plätze.

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