Seenotkreuzer geht ins Dock Emder Museumsschiff „Georg Breusing“ soll saniert werden
Der Seenotkreuzer „Georg Breusing“ soll ertüchtigt werden, damit er mit Gästen ausfahren kann. Der Förderkreis des Emder Museumsschiffs rechnet mit Kosten in Höhe von mehr als eine Millionen Euro.
Emden - Der Emder Delft wäre ohne deutlich weniger schön: die Museumsschiffe. Damit das auch lange so bleibt, muss oft Hand angelegt werden. Bei dem Seenotkreuzer „Georg Breusing“, der nach dem Emder Gründer des Vereins zur Rettung Schiffbrüchiger in Ostfriesland benannt ist, hat der Förderkreis jetzt den Startschuss für eine umfangreiche Sanierung gegeben. Das teilt der erste Vorsitzende Thomas Fröhling mit.
Demnach werde das mehr als 60 Jahre alte Schiff bald in ein Dock verholt, um den Rumpf zu begutachten. Außerdem sollen die Maschinenanlage sowie alle technischen Einrichtungen überprüft und gegebenenfalls erneuert werden. Im Maschinenraum muss eine Feuerlöschanlage installiert werden. Das Schiff soll außerdem einen kompletten Neuanstrich bekommen. Um die Arbeiten, deren Gesamtkosten Fröhling auf mehr als eine Millionen Euro schätzt, finanzieren zu können, seien sie auf Fördermittel angewiesen. Diese wolle man im Anschluss der Überprüfung im Dock beantragen.
Gäste sollen auf dem Kreuzer mitfahren können
Ein Anlass der Überprüfung sei auch, dass man zukünftig mit dem Museumsschiff öfter als jetzt in See stechen wolle. Weil dann auch externe Gäste, also nicht nur die Ehrenamtlichen des Förderkreises, auf der „Georg Breusing“ mitfahren sollen, müssen mehr Auflagen der Berufsgenossenschaft erfüllt werden, erklärt Thomas Fröhling. Dass der Seenotkreuzer noch mit eigenem Antrieb überhaupt zum Dock kommt, wurde Ende Juni bei einer kleinen Ausfahrt getestet. „Es hat alles wunderbar geklappt“, so Fröhling. Die Maschinen, Ruderanlage und Propeller hätten die Besatzung nicht enttäuscht.
Der Emder Oberzollinspektor Georg Breusing hatte 1861 den „Verein zur Rettung Schiffbrüchiger in Ostfriesland“ gegründet, der der Vorgänger der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mit Sitz in Bremen ist. Ihm zu Ehren erhielt der Seenotkreuzer, der heute im Emder Delft liegt, 1963 seinen Namen. Bis zum Jahr 1988 war das Schiff bei Borkum stationiert. In dieser Zeit konnten die Rettungsmänner mit der „Georg Breusing“ 1672 Menschen aus Seenot retten oder aus lebensbedrohlicher Gefahr befreien, heißt es auf der Website des Förderkreises.
185.000 Besucher seit Eröffnung des Museums
Am 23. Dezember 1988 lief die außer Dienst gestellte „Breusing“ gegen Mittag im Ratsdelft in Emden ein und wurde dem dann gegründeten Förderkreis übergeben. Dieser betreibt den Kreuzer seitdem als Museumsschiff. Besucher können sich in dem Schiff anschauen, wie beengt die Retter früher über Wochen lebten und arbeiteten. Das scheint offenbar einige Gäste der Stadt zu interessieren: „Seit die ‚Georg Breusing‘ als Museumsschiff dient, haben sich über 185.000 Besucher über die Arbeit der Rettungsmänner informiert“, heißt es vom Förderkreis.
In der Saison, die von März bis Oktober geht, können Interessierte das Schiff zu den Öffnungszeiten besichtigen. Diese sind freitags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr. Auch Gruppen können nach Absprache das Schiff besichtigen. Am 10. August ist außerdem Museumsnacht - dann können Schiffe und Museen von 18 bis 1 Uhr kostenlos besichtigt werden.
Damit das Museumsschiff weiter betrieben werden kann, braucht es nicht nur Geld für die Sanierung. Für das Museum sucht der Förderkreis noch Ehrenamtliche, die einen Tag in der Woche Zeit haben, um die Besucher auf dem Schiff zu betreuen, schreibt Fröhling. „Dafür müssen sie nicht alles über die Seenotrettung wissen. Die wichtigen Fakten werden den Museumsführern beigebracht, damit sie den Gästen etwas über das Schiff berichten können“, so der erste Vorsitzende.