Einlaufkind beim EM-Halbfinale Emderin Mila singt Hymne mit England-Star Bellingham
Die zehnjährige Ostfriesin hätte sich das Einlauf-Riesenerlebnis beim EM-Halbfinale kaum schöner erträumen können. Dabei sorgte die Ostfriesin vor einem Millionenpublikum für Aufsehen.
Dortmund - Voller Inbrunst sang die zehnjährige Mila Klug aus Emden die englische Nationalhymne. Direkt vor einem ihrer Idole: Weltstar Jude Bellingham. Und das ausgerechnet im Stadion ihres Lieblingsvereins Borussia Dortmund. „Es war einfach alles toll“, weiß die kleine Ostfriesin gar nicht, wie sie die Erlebnisse von Mittwochabend sortieren soll. Mila Klug durfte mit der englischen Nationalmannschaft beim EM-Halbfinale gegen die Niederlande (2:1) einlaufen. An der Hand hielt sie dabei den englischen Außenbahn-Spieler Bukayo Saka, der mit einem von Transfermarkt.de geschätzten Marktwert von 140 Millionen Euro der sechstwertvollste Fußballer der Welt ist.
Nach dem Einlaufen stellten sich die Mannschaften in der Spielmitte in einer Reihe auf, die Einlaufkinder standen vor den Spielern. Zum Singen der jeweiligen Nationalhymnen rutschten die Spieler dann ein wenig zusammen, um sich in den Arm zu nehmen. So stand dann die kleine Mila auf einmal direkt vor Jude Bellingham, der sogar ein noch größerer Star ist als Saka. Der 21-Jährige wechselte im vergangenem Sommer von Milas Lieblingsklub BVB zu Real Madrid, reifte dort zum absoluten Weltstar. Bellingham ist – gemeinsam mit Kylian Mbappé, Erling Haaland und Vinicius Junior – mit einem Marktwert von 180 Millionen Euro der wertvollste Fußballer der Welt.
Mila Klug lernt Hymne auswendig
Und genau vor jenem stand nun die zehnjährige Mila aus Emden. Kurz vor dem EM-Halbfinale. In einem sehr emotionalen Moment, dem Singen der Nationalhymne. Vor einem Millionenpublikum. Allein in Deutschland schauten 15,40 Millionen die Partie zwischen den Niederlanden und England im Ersten – so viele wie kein anderes bisherige EM-Spiel ohne deutsche Beteiligung. Die Emderin sorgte für Aufsehen, da sie als einziges Einlaufkind bei „God Save the King“ mitsang – voller Leidenschaft, als wäre es die Nationalhymne ihres eigenen Landes. „Ich fand es cool, wenn ich bei der Hymne mitsingen kann“, schildert Mila Klug.
Also lernte die Zehnjährige aus Eigeninitiative die Nationalhymne der Engländer auswendig, als feststand, mit welcher Nationalmannschaft sie einläuft. „Am Sonntag hatte ich per Mail die Info bekommen, dass Mila mit einem Engländer einlaufen wird. Wäre es mit einem Niederländer gewesen, hätte Mila bestimmt die niederländische Hymne gelernt“, sagt ihr Patenonkel Michael Mielke.
Autogramm von Niederlande-Legende
Er hatte Mila das große Einlauferlebnis erst möglich gemacht, indem er bei Lidl an einem entsprechenden Gewinnspiel mitgemacht hatte – und gewann. Michael Mielke hatte selbst auch eine Menge davon. Denn der Gewinn beinhaltete nicht nur das Einlaufen, sondern unter anderem auch ein weiteres Stadion-Ticket für das Spiel und eine Hotelübernachtung für zwei Personen. „Wir hatten super Plätze im Stadion“, schwärmte Michael Mielke von der tollen Sicht im Signal-Iduna-Park. Er wurde ebenso wie sein Patenkind von Lidl eingekleidet. Selbst einen Rucksack und eine Regenjacke beinhaltete die Komplett-Ausstattung.
Mila Klug musste schon seit 15.30 Uhr im Stadion sein. Nach der Einkleidung gab es eine Menge Programm für die Einlaufkinder. Dazu zählte unter anderem eine Animation mit dem EM-Maskottchen, eine Einlauf-Probe und ein Treffen mit der niederländischen Fußball-Legende Clarence Seedorf, von der sich die Ostfriesin auch ein Autogramm auf dem neuen Rucksack sicherte. Parallel lernten die Begleitpersonen der Einlaufkinder, also auch Michael Mielke, die Stadt Dortmund bei einer einstündigen Tour kennen.
Gutes Timing wegen der Altersgrenze
Gegen 20.45 Uhr stieg bei Mila Klug die Stimmung ins Unermessliche. Die Einlaufkinder wurden vor dem Spielertunnel nach der Größe sortiert. Mit 1,52 Metern ist die Ostfriesin das drittgrößte Einlaufkind gewesen und lief dann entsprechend mit dem drittletzten englischen Spieler ein: Das war Bukayo Saka. Direkt dahinter lief Jude Bellingham.
„Auf dem Platz stand ich dann vor Bellingham. Das konnte ich kaum glauben“, sagt Mila Klug, die am Sonntag, am Tag des EM-Finales, ihren elften Geburtstag feiert. „Das ist gutes Timing“, erzählt ihr Patenonkel. „Denn die Einlaufkinder durften maximal zehn Jahre alt sein. So lag Mila also gerade so unter der Altersgrenze.“
Familie sieht Spiel in der Großkreutz-Kneipe
Während sich Mila Klug mit ihrem Patenonkel das zweite EM-Halbfinale von mit den besten Plätzen aus im Stadion verfolgten, schaute sich Mila Klugs Eltern und ihr Bruder die Partie in der Dortmunder Kneipe „Mit Schmackes“ – dem Stammlokal von Ex-Nationalspieler Kevin Großkreutz – an.
Nach dem 2:1-Sieg der Engländer ging es für Mila Klug und Michael Mielke recht flott ins Hotel. Am Folgetag machte sich die Familie nach einer Shoppingtour wieder auf den Weg in die Heimat.