90 Betten Jufa erteilt Hotel-Vorhaben in Greetsiel eine Absage
Eigentlich wollte Jufa in Greetsiel ein Hotel bauen. Jetzt erteilt die Hotel-Kette dem Vorhaben eine Absage. Was sind die Gründe?
Greetsiel - Die österreichische Hotel-Kette Jufa hat dem Vorhaben, in Greetsiel ein Hotel mit 90 Zimmern zu errichten, eine Absage erteilt. „Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung lässt aus derzeitiger Sicht kein absehbares realistisches Umsetzungsszenario zu. Wir treten daher zum jetzigen Zeitpunkt vom Projekt zurück“, schreibt Unternehmenssprecherin Ulrike Grochot am Mittwoch, 17. Juni 2024, auf Nachfrage dieser Zeitung. Im November 2023 hieß es, dass im Laufe des Jahres 2024 eine Entscheidung fallen werde, wann und ob das Hotelprojekt umgesetzt werden kann.
Für das Projekt hatten sich Gemeinde, Investor und Jufa eigentlich ein Grundstück in bester Lage nahe des Deiches ausgeguckt. „Wir wollen bei Jufa Meeresluft schnuppern“, sagte Hotelkettengründer Gerhard Wendl bereits 2019 in einem österreichischen Tourismus-Fachmagazin. Im Februar 2023 hatten Wendl und Projektleiterin Claudia Oberhofer die Pläne für das Jufa-Hotel in Greetsiel dann erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt und dabei nicht nur Zuspruch erhalten. Dennoch gaben sich die beiden Österreicher optimistisch und offen, was das Projekt angeht.
Region weiter im Fokus
Während viele Greetsieler skeptisch auf das Hotel-Vorhaben reagierten, sahen die Touristiker um Geschäftsführer Benjamin Buserath viele Chancen in dem möglichen Hotel-Neubau. Die Anlage käme nicht nur Gästen, sondern auch Einheimischen zugute, hieß es. Die Gegend könnte so weiter touristisch erschlossen und zum Beispiel auch der Badesee aufgewertet werden. Jufa hatte zwischen Deich und der Straße Zur Hauener Hoge eine Anlage mit mehreren Gebäuden und bis zu 90 Betten errichten wollen. Dort sollte es nicht nur Gastronomie geben, sondern auch beispielsweise eine Indoor-Spielanlage für Kinder und Jugendliche. Dass es dazu nun nicht kommt, findet Benjamin Buserath „grundsätzlich sehr schade“, sagt er auf Nachfrage. „Das Hotel wäre eine sehr gute Ergänzung für Greetsiel gewesen. Es hätte sicher eine Zielgruppe angesprochen, die wir bisher vielleicht noch nicht so sehr ansprechen, es hätte ein Lückenschließer sein können.“
Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) sieht das ähnlich. „Ich finde es schade, aber es kommt auch nicht ganz unerwartet“, sagt sie. Sie habe bereits am Dienstag, 16. Juli, ein Schreiben mit der Absage erhalten und anschließend auch die Ratsmitglieder informiert. Nach der politischen Sommerpause werde man sich sicherlich über das Thema unterhalten und auch überlegen, was stattdessen mit auf dem Grundstück passieren soll. „So wie das Areal jetzt ist, kann es nicht bleiben“, sagt auch Benjamin Buserath.
Eine endgültige Absage an Ostfriesland formuliert Jufa gleichwohl nicht: „Sollte sich die Situation hinsichtlich einer Standort-Realisierung und Hotelprojekt-Realisierung wieder verbessern, haben wir die Region sicherlich im Fokus“, so Ulrike Grochot. Sie hebt zudem hervor, wie gut der Austausch mit der Gemeinde und den Tourismus-Vertretern gelaufen sei. Die Jufa-Gruppe betreibt nach eigenen Angaben über 60 Hotels in Österreich, Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz.