Osnabrück  Darum setzt FDP-Vize Wolfgang Kubicki seine Politik-Karriere nun doch fort

Burkhard Ewert, Lucas Wiegelmann
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Von Burkhard Ewert, Lucas Wiegelmann
| 19.07.2024 11:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
„Meine Frau hat zugestimmt“: Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (72) Foto: dpa/Michael Kappeler
„Meine Frau hat zugestimmt“: Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (72) Foto: dpa/Michael Kappeler
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Vor zwei Jahren sagte er in einem Interview: „Das ist definitiv meine letzte Legislaturperiode.“ Nun hat FDP-Mann Wolfgang Kubicki es sich anders überlegt. Er will 2025 noch einmal für den Bundestag kandidieren – und nennt verschiedene Gründe.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) hat seinen angekündigten Abschied aus der Politik wieder zurückgenommen. „Ich habe mich entschieden, bei der kommenden Bundestagswahl noch einmal anzutreten“, sagte der 72-Jährige im Interview mit unserer Redaktion. „Wir liegen bei der FDP in Meinungsumfragen um die fünf Prozent. Christian Lindner und ich haben das gemeinsame Ziel, dass wir bis zur Bundestagswahl zweistellig werden.“

2022 hatte Kubicki seinen Rückzug als Berufspolitiker verkündet. „Das ist definitiv meine letzte Legislaturperiode“, sagte er damals dem „Focus“. „Da wusste ich noch nicht, dass wir uns in einer Vorkriegsphase befanden und die Russen die Ukraine angreifen würden“, so Kubicki nun im Interview. „Ich wusste auch nicht, dass sich die Konstellation in dieser Ampelregierung so problematisch gestalten würde, dass dadurch auch die Situation der FDP mit Blick auf die Wählerzustimmung so schwierig wird.“

Der gebürtige Braunschweiger Kubicki ist seit den 1970er-Jahren in der Politik, war unter anderem FDP-Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein und ist seit 2013 Vize-Chef der Bundespartei. Seit Oktober 2017 ist er Vizepräsident des Deutschen Bundestages.

Er wolle sich in der aktuellen Lage nicht aus der Verantwortung stehlen, sagte Kubicki im Interview. „Übrigens ist Friedrich Merz 68 und möchte gerne Bundeskanzler werden, dann kann ich doch wohl mit 72 noch mal antreten.“ Seine Frau habe der erneuten Kandidatur auch zugestimmt, „unter der Bedingung, dass ich bis dahin zehn Kilo abnehme. Fünf habe ich schon“.

Ein Ministeramt nach der Bundestagswahl schließe er aber definitiv aus, so Kubicki weiter: „Dabei bleibt es. Ich will mir mein Leben nicht dadurch ruinieren, dass andere darüber bestimmen. Ich will auch nicht dauernd Personenbegleitung haben, das würde mich nerven.“

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