Washington  Biden gibt auf: So geht es jetzt bis zur US-Wahl im November weiter

Lorena Dreusicke
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Von Lorena Dreusicke
| 21.07.2024 21:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Lange weigerte sich Biden die Bewerbung zurückzuziehen. Jetzt soll seine Vize Harris übernehmen. Foto: AFP/BRENDAN SMIALOWSKI
Lange weigerte sich Biden die Bewerbung zurückzuziehen. Jetzt soll seine Vize Harris übernehmen. Foto: AFP/BRENDAN SMIALOWSKI
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Joe Biden steigt aus dem Rennen um die US-Präsidentschaft aus und schlägt seine Vizepräsidentin als Kandidatin vor. Was kommt jetzt auf Kamala Harris zu und wie geht es bis zur Wahl weiter?

Nun also doch: Der an Corona erkrankte US-Präsident Joe Biden hat mit einem Brief in sozialen Netzwerken seinen Rückzug aus dem Wahlkampf erklärt. Stattdessen unterstützt der 81-Jährige seine Vizepräsidentin, die 59-jährige Kamala Harris. Zuvor hatte Biden stets betont, er halte an seinem Plan fest, die USA noch einmal vier Jahre zu regieren. Nach desaströsen öffentlichen Patzern wurde der Druck immer größer, die Kandidatur aufzugeben – auch von Parteifreunden.

Wie viel Zeit hat seine Nachrückerin nun noch, Partei und Nation davon zu überzeugen, dass sie sich fürs höchste politische Amt eignet? Hier ist der Zeitplan für das verbleibende US-Wahljahr 2024:

Biden hat die internen Vorwahlen seiner Partei bereits gewonnen und sich dort die nötigen Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag gesichert, der vom 19. bis 22. August in Chicago im Bundesstaat Illinois abgehalten wird. Biden sollte dort offiziell als Präsidentschaftskandidat gekürt werden. Nach seinem Ausstieg sind die Delegierten in Chicago allerdings nicht mehr an den Ausgang der Vorwahl in ihrem Bundesstaat gebunden, sondern können frei entscheiden.

Indem Biden direkt Harris für den Topjob vorschlägt, bleiben den Parteistrategen nun knapp vier Wochen, um die Partei hinter der neuen Spitzenkandidatin zu versammeln. Das Ziel dürfte sein, Kampfkandidaturen beim Parteitag zu verhindern, die so kurz vor der Wahl dem Ansehen der Partei weiter schaden könnten.

Noch ist nicht klar, wen Harris ihrerseits als Vize vorschlägt. Bis zum Parteitag muss das „Ticket“ beider Kandidaten feststehen. Weitere Namen, die zuletzt häufig als Alternativen zu Biden fielen, sind Gavin Newsom (56, Gouverneur von Kalifornien) und Gretchen Whitmer (52, Gouverneurin von Michigan). Laut US-Medien haben beiden jedoch intern klargemacht, nicht als Vize antreten zu wollen. Für ein möglich diverses Kandidatenpaar taugen beide zudem auch wenig – Newsom vertritt Kalifornien, wie schon Harris, und mit Whitmer würden zwei Frauen kandidieren.

Präsidentschaftsbewerber Donald Trump und Biden hatten sich ein TV-Duell geliefert, in dem Biden schlecht wegkam. Ein zweites Duell ist für den 10. September beim Sender ABC angesetzt – jetzt höchstwahrscheinlich mit Trump und Harris.

Am Wahltag wählen die US-Amerikaner den US-Präsidenten, das Repräsentantenhaus sowie ein Drittel des Senats. Die Vereidigung des neuen Präsidenten ist am 20. Januar 2025.

(mit dpa)

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