SpVg Aurich vor der neuen Saison Frischer Wind am Ellernfeld
Mit 13 Neuzugängen strebt die SpVg Aurich in der Bezirksliga nach oben. Auch im Umfeld hat sich einiges getan.
Aurich - Viele Jahre herrschte sportliche Tristesse im Auricher Männerfußball. Die SpVg Aurich dümpelte bestenfalls im grauen Mittelfeld der Bezirksligatabelle oder kämpfte bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg. Die Trainer kamen und gingen, bei den Spielen verloren sich immer weniger Zuschauer. Diese düstere Zeit soll nun der Vergangenheit angehören. Trainer Claudio Casto hat das Projekt „Aurich 2.0“ ausgerufen. Am Ellernfeld ist fast alles neu, Casto und sein neu formiertes Team um den neuen Sportlichen Leiter Steffen Reifschneider haben 13 neue Spieler geholt. Selbst der Mann im Sprecherturm ist ausgetauscht worden. Der Auricher Jens Schmidt, früher schon bei Auricher Handballspielen als Sprecher aktiv, wird künftig die Aufstellungen und Torschützen durchgeben.
Fast eine komplette Fußball-Mannschaft haben Casto und sein Team nach Aurich gelotst. „13 Spieler müssen wir erst einmal integrieren“, sagt Casto über die hohe Fluktuation. Mit Julien Schreitling (TB Twixlum), Lars Küßner (Kickers U19), und Kacper Kempisty (TuS Middels) kommen gleich drei neue Torhüter. Festgelegt hat sich Casto noch nicht, wer die Auricher Nummer eins im Tor ist.
Gute Mischung
Für die Abwehr haben die Auricher sich die Dienste des wieselflinken Außenspielers Jean-Pierre Bamezon (TuS Pewsum) gesichert. Routine soll Maximilian Beccard (SV Wallinghausen) in die Abwehrarbeit bringen. Die Eigenschaft Erfahrung war bei der Verpflichtung neuer Spieler ein Hauptaugenmerk. Neben Beccard konnte Casto auch Hendrik Schulz, Amar Karan, Ibrahim Balhas und Eliel Delphonse für ein Engagement bei der Sportvereinigung gewinnen. „Jetzt habe ich meine Mannschaft beisammen – eine gute Mischung aus jung und alt“, sagt Casto.
Der Königstransfer ist wohl die Verpflichtung des ehemaligen Kickers-Stürmers Keno Buß, der nun bei der SpVg für Tore sorgen soll. „Er ist ein richtig Guter, hat aber auch seit einem Jahr nicht mehr gespielt“, sagt Casto. Die jungen Wilden Dirk Frerichs, Klaas Folkerts und Nico Möhle waren in der Rückrunde ausgeliehen und sind nun fest verpflichtet worden.
Trainer Claudio Casto darf nun durchpusten. Seit seinem Amtsantritt in der Winterpause der vergangenen Saison hat der Gastronom insgesamt 21 Spieler geholt – also fast zwei Fußball-Mannschaften. „Es war harte Arbeit, aber es hat sich gelohnt“, sagt Casto. Unter seiner Regie hat sich auch die Spielweise der Auricher zum Positiven verändert. Jung, dynamisch, charakterstark und mit viel Spaß beim Kicken. „Es soll wieder Spaß machen, bei der Sportvereinigung zuzuschauen“, sagt Casto. In der Rückrunde war dies häufiger der Fall – mit legendären Aufholjagden gegen Wallinghausen oder Großefehn.
Bei der Saisonprognose ist Casto vorsichtig
Die Konkurrenz beäugt die Veränderungen am Ellernfeld mit Erstaunen. Für den Trainer des SV Großefehn, Bi Le Tran, gehören die Auricher sogar zu den Titelfavoriten. Davon will Casto nichts wissen. „Klar, die Mannschaft besitzt viel Qualität. Aber nach den mageren Jahren sollten wir lieber demütig sein. Die Qualifikation für den Ostfriesland-Cup wäre eine tolle Sache“, sagt Casto. In drei bis vier Wochen könne er eine genauere Prognose über den Saisonverlauf geben, bis dahin müsse sich die Mannschaft finden. „Deswegen stand auch das Teambuilding im Vordergrund. Deswegen waren wir auch drei Tage im Trainingslager“, sagt Casto. Die vielen Neuverpflichtungen waren für Casto unumgänglich. „Niemand hat sich so verstärkt, aber niemand hatte auch so viel Nachholbedarf wie wir“, sagt der SpVg-Trainer.
Für den Kampf um den Aufstieg hat Casto Pewsum, Großefehn oder Esens auf dem Zettel. „Das sind erfahrene und eingespielte Mannschaften. Bei uns wird es im Laufe der Saison sicherlich auch Rückschläge geben“, so Casto.
Fest steht aber schon jetzt: Am Ellernfeld weht ein frischer Wind. Mit dem Abstieg wird die SpVg Aurich nichts zu tun haben. Mit der guten Mischung aus jung und alt und viel Talent kann die SpVg bei einem optimalem Saisonverlauf unter den besten fünf Mannschaften der Liga mitmischen.