Regionalliga-Umfrage vor Saisonstart SV Meppen großer Favorit, ein Trainer nennt Kickers Emden
Am SV Meppen führt in dieser Spielzeit der Fußball-Regionalliga kein Weg dran vorbei. Das ergab eine große Trainerumfrage vor dem Saisonstart. Ein Coach nennt auch Kickers Emden.
Meppen/Lübeck / MSPW - Der aktuelle Vizemeister SV Meppen gilt in der bevorstehenden Saison 2024/2025 der Regionalliga Nord als erster Anwärter auf die Meisterschaft und damit auch auf die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga gegen den Titelträger der Regionalliga Nordost. Das geht aus der Trainerumfrage vor dem Saisonstart hervor. 15 der insgesamt 18 Experten trauen den Emsländern, die in der Vorsaison lediglich der U 23 von Hannover 96 den Vortritt lassen mussten, den „großen Wurf“ zu.
SVM-Trainer Adrian Alipour lässt zwar durchaus Ambitionen durchklingen („Wir wollen möglichst permanent Tuchfühlung zur Spitzengruppe haben.“), sieht aber eher die Konkurrenten VfB Oldenburg, VfB Lübeck und SV Drochtersen/Assel in der Favoritenrolle. Auch seine Kollegen haben diese Klubs als Hauptkonkurrenten des SVM ausgemacht. Oldenburg wurde von zwölf Trainern als Titelkandidat genannt. Drittliga-Absteiger Lübeck, der am Freitag (26. Juli) ab 19 Uhr das Eröffnungsspiel gegen den Liganeuling SV Todesfelde bestreitet, und Drochtersen/Assel kamen auf jeweils acht Stimmen.
Neben diesen vier Klubs gelten vier weitere Teams als mögliche „Geheimtipps“. Die U23 des SV Werder Bremen, die ohne jeden Punktverlust in der Bremen-Liga und auch in der Aufstiegsrunde die Rückkehr in die vierthöchste deutsche Spielklasse geschafft hatte, haben zwei Trainer für einen Spitzenplatz auf der Rechnung. Mitaufsteiger Kickers Emden sowie der 1. FC Phönix Lübeck und Holstein Kiel II bekamen jeweils eine Stimme. Die Trainerumfrage vor der Saison 2024/2025:
Sebastian Kmiec (Bremer SV): Den SV Meppen und die SV Drochtersen/Assel sehe ich weit vorne. Beide Vereine haben schon eine sehr stabile Rückrunde gespielt und ihre Kader noch einmal verstärkt. Wir wollen dort anknüpfen, wo wir in der zurückliegenden Saison aufgehört hatten, und wollen uns möglichst von der Gefahrenzone fernhalten.“
Christian Brand (SV Werder Bremen II): Der VfB Oldenburg und der VfB Lübeck sind für mich die großen Meisterschaftsfavoriten. Wir wollen unsere junge Mannschaft weiterentwickeln und eine gute Runde spielen, ohne mich auf einen Tabellenplatz festzulegen. Es geht darum, die Jungs möglichst für den Bundesligakader auszubilden.
Oliver Ioannou (SV Drochtersen/Assel): Wir streben zunächst einen guten Saisonstart an, denken in Etappen und werden nach einem Drittel der neuen Saison sehen, wohin unsere Reise gehen kann. Wir wollen möglichst die Leistung aus der letzten Saison bestätigen und in einem Tabellenbereich landen, in dem es Spaß macht zu spielen. Top-Favorit ist für mich SV Meppen. Der Kader wurde gehalten, mit Marek Janssen und Christopher Schepp stehen zwei außergewöhnlich gute Angreifer im Aufgebot. Als ärgste Mitkonkurrenten habe ich den VfB Oldenburg und Drittliga-Absteiger VfB Lübeck auf dem Zettel.
Stefan Emmerling (Kickers Emden): Den VfB Lübeck muss man immer auf der Rechnung haben. Dahinter werden der SV Meppen, die SV Drochtersen/Assel, der VfB Oldenburg und der 1. FC Phönix Lübeck ebenfalls eine gute Rolle spielen. Wir haben unsere Lehren aus dem Abstieg von 2023 gezogen, gehen diesmal mit weitaus besseren Voraussetzungen in die Saison. Wir wollen uns in der Liga etablieren und möglichst schnell die nötigen Punkte für den Klassenverbleib einfahren.
Torsten Fröhling (SC Weiche Flensburg 08): Nach den Erfahrungen aus der letzten Saison wollen wir in der neuen Spielzeit so schnell wie möglich die nötigen Punkte für den Klassenverbleib holen. Der SV Meppen verfolgt aus meiner Sicht eine gute Philosophie, spielt stabil und verfügt mit den eigenen Fans über ein Faustpfand. Als weiteren Meisterschaftsfavoriten traue ich dem VfB Oldenburg einiges zu. Die Mannschaft wurde verjüngt und der Verein verfügt über gewachsene Strukturen.
Loic Favé (Hamburger SV U 21): Für eine U 21 steht die Aus- und Weiterbildung junger Talente immer im Mittelpunkt. Wir wollen unsere Spieler näher an den Profikader heranführen und die Verbindung zu den Profis verbessern. In Sachen Meisterschaft traue ich dem SV Meppen den Titel zu. Ich habe die Mannschaft in der letzten Saison mehrfach beobachtet. Das Team spielt sehr stabil und hat auch den Anspruch, wieder hochzugehen.
Samir Ferchichi (TSV Havelse): Mit unserem kleinen Etat wollen wir die Mannschaft weiterentwickeln und möglichst wieder auf einen einstelligen Tabellenplatz führen. Der SV Meppen ist für mich der Favorit auf die Meisterschaft. Nach der starken Rückrunde konnte der Kader gehalten werden. Hinzu kommt die Kulisse bei den Heimspielen, die Fans sind immer für einige Punkte gut. Dahinter traue ich der SV Drochtersen/Assel, die einige vielversprechende Transfers getätigt hat, eine gute Rolle zu.
Björn Lindemann (SSV Jeddeloh): Wir wollen frühzeitig in ein ruhiges Fahrwasser kommen und uns möglichst schnell von der Gefahrenzone absetzen. Der SV Meppen wird mit seinen Zuschauern im Rücken mit Sicherheit oben mitspielen. Dahinter räume ich auch der SV Drochtersen/Assel gute Chancen auf die Meisterschaft ein.
Willi Weiße (Holstein Kiel II): Dem VfB Lübeck, aber auch dem SV Meppen und dem VfB Oldenburg, die bereits in der Vorsaison gut performt hatten, traue ich die Meisterschaft zu. Wir habe einen großen Kaderumbruch vollzogen, müssen uns erst noch finden und einen guten Saisonstart hinlegen. Für uns hat deshalb der Klassenverbleib Priorität.
Uwe Möhrle (TuS Blau-Weiß Lohne): Der VfB Lübeck hat für mich nach dem Abstieg aus der 3. Liga gute Chancen, oben mit dabei zu sein. Auch den SV Meppen, der eine gute Rückrunde gespielt und den Kader in der Offensive gehalten hat, habe ich oben auf dem Zettel. Die Regionalliga Nord ist aus meiner Sicht deutlich stärker geworden. Deshalb steht für uns der Klassenverbleib an oberster Stelle, was uns allerdings nicht davon abhalten soll, wieder eine gute Platzierung anzustreben.
Cristiano Dinalo Adigo (1. FC Phönix Lübeck): Vizemeister SV Meppen und dem VfB Oldenburg, die sich beide gut verstärkt haben, räume ich die besten Chancen auf den Titel ein. Auch die SV Drochtersen/Assel wird im Meisterschaftsrennen ein Wörtchen mitreden. Mit Aufsteiger SV Werder Bremen II und Holstein Kiel II könnten zwei Teams überraschen. Uns erwartet eine Mammutaufgabe. Wir müssen nach einem gewaltigen Kaderumbruch erst noch zu einer Einheit werden. Das gute Abschneiden aus der letzten Saison ist Geschichte, auf uns wartet sehr viel Arbeit.
Guerino Capretti (VfB Lübeck): Mein Meisterschaftsfavorit heißt SV Meppen. Die Mannschaft war schon während der letzten Saison äußerst stabil und ist im Offensivbereich sehr gut besetzt. Auch der VfB Oldenburg hat große Ambitionen, hat sich gut verstärkt und wird eine gute Rolle spielen. Wir haben die Kaderplanungen noch nicht abgeschlossen, müssen personell noch etwas tun. Wichtig ist, dass wir gut aus den Startlöchern kommen. Wir streben möglichst einen einstelligen Tabellenplatz an.
Adrian Alipour (SV Meppen): Durch die Aufsteiger SV Werder Bremen II und Kickers Emden ist die Regionalliga Nord in dieser Spielzeit aus meiner Sicht noch stärker besetzt. Drittliga-Absteiger VfB Lübeck, die SV Drochtersen/Assel, die eine überragende Rückrunde gespielt hatte, und den VfB Oldenburg sehe ich im Meisterschaftsrennen weit oben. Uns erwartet ein brutal schweres Auftaktprogramm. Wir wollen gut aus den Startlöchern kommen und möglichst permanent Tuchfühlung zur Spitzengruppe haben.
Jean-Pierre Richter (FC Eintracht Norderstedt): Für mich ist der VfB Lübeck der Titelfavorit. Im engeren Kreis sehe ich außerdem den SV Meppen und den VfB Oldenburg. Wir haben einen großen Kaderumbruch vollzogen, müssen elf neue Spieler integrieren. Unser Ziel ist es, das junge Team weiterzuentwickeln und möglichst frühzeitig den Klassenverbleib perfekt zu machen.
Fuat Kilic (VfB Oldenburg): Wir wollen uns stabilisieren, tabellarisch das Maximum herausholen und möglichst nicht mehr so viele Punkte liegenlassen, wie wir es in der letzten Saison getan hatten. Der SV Meppen hat seinen Kader größtenteils gehalten und punktuell noch einmal verstärkt. Deshalb sehe ich das Team vorne. Der VfB Lübeck hat als Absteiger aus der 3. Liga ebenfalls den Anspruch, ganz oben mitzuspielen.
Nabil Toumi (FC Teutonia 05 Ottensen): Dem SV Meppen und dem VfB Oldenburg räume ich die besten Chancen auf die Meisterschaft ein. Die SV Drochtersen/Assel, die ihren Kader zusammengehalten hat, könnte ebenfalls oben angreifen. Wir haben 18 Abgänge und insgesamt 21 neue Spieler im Kader. Die Mannschaft muss sich erst einmal möglichst schnell finden. Deshalb streben wir eine sorgenfreie Saison an.
Benny Hoose (FC St. Pauli II): Für mich ist die SV Drochtersen/Assel der erste Anwärter auf die Meisterschaft. Das Team ist gewachsen, hat mit Oliver Ioannou einen guten Trainer und kann defensiv sehr stabil auftreten. Bei den großen Namen der Liga wird man abwarten müssen, der VfB Oldenburg wird aber wohl ebenfalls eine gute Rolle spielen. Wir wollen unsere Jungs in ihrer Entwicklung schnell an die Regionalliga Nord heranführen und idealerweise auf den Sprung in den Profibereich vorbereiten.
Björn Sörensen (SV Todesfelde): Der SV Meppen und der VfB Oldenburg sind für mich die heißesten Kandidaten auf den Meistertitel. Der SVM hatte bereits eine sehr starke Rückserie gespielt und verfügt auch über die notwendigen Rahmenbedingungen. Der VfB verfolgt ebenfalls große Ambitionen, hat seinen Kader entsprechend verstärkt. Wir wollen vier Mannschaften hinter uns lassen, Akzente setzen und zeigen, dass wir auf dem Dorf auch Regionalliga-Fußball spielen können.