Wacken  Access-Pässe für Wacken: Warum ein Osnabrücker 100 Kilometer Umweg fahren muss

Anna Krohn
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Von Anna Krohn
| 26.07.2024 21:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Marco Schütz (l.) mit seinem Vater (78) und seiner Frau Michaela auf dem WOA 2022 – da gab es die Access-Pass-Regelung wie auch in 2023 noch nicht. Foto: Marco Schütz
Marco Schütz (l.) mit seinem Vater (78) und seiner Frau Michaela auf dem WOA 2022 – da gab es die Access-Pass-Regelung wie auch in 2023 noch nicht. Foto: Marco Schütz
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Fahrzeuge benötigen in Wacken erstmals einen Access-Pass. Vielen Inhabern wurde schon eine der drei Anreise-Routen zum WOA zugewiesen. Für Marco Schütz aus Osnabrück bedeutet das ein langer Umweg.

Wacken-Besucher Marco Schütz ärgert sich. 2024 sind erstmals Access-Pässe Pflicht, wenn man zum Wacken Open Air (WOA) mit einem Fahrzeug kommt. Der 53-Jährige aus Osnabrück sagt: „Natürlich ist der Access-Pass richtig und eine gute Idee.“ Er kritisiert allerdings, dass er nun zum WOA einen erheblichen Umweg in Kauf nehmen müsse, wenn er die ihm zugewiesene Route befolge. Hinzu kommt: „Ich persönlich bin ein wenig verärgert über die dürftige Weitergabe von Infos. Die Umsetzung ist für den Eimer.“

Schütz hat wie alle anderen Festival-Besucher, die mit Auto, Transporter, Van und Co. kommen, einen KFZ-Zugangspass mit seinem WOA-Ticket verbunden. Eine der drei verfügbaren Routen – es gibt „Hut der Hexe“, „Schlüssel der Geheimnisse“ und „Zauberbuch“ – wurde ihm jetzt in den Tagen vor dem Festival zugewiesen. Mit der Konsequenz:

Das Besondere in seinem Fall: Er fahre mit zwei weiteren Personen am Freitag (26. Juli) zum „Burning Q Festival“ nach Osterholz-Scharmbeck (Niedersachsen). Dies geht bis Sonntag. Da ihnen die Sonntagsanreise in Wacken zum Preis von 66,66 Euro pro Fahrzeug (sonntags kostet der Access-Pass etwas, alle anderen Tage sind frei) aber anfangs zu teuer gewesen sei, „wollten wir erst Montag anreisen und deshalb in Itzehoe übernachten“. Nun aber habe er Access-Pässe für Sonntag bei einem Gewinnspiel gewonnen, „somit passt es jetzt natürlich noch viel besser“.

Also will er von Osterholz-Scharmbeck nun doch direkt nach Wacken, „und da wäre halt der kürzeste Weg über Glückstadt“. Vom WOA-Team habe er per E-Mail aber die klare Ansage erhalten: „Ich habe den Access-Pass ,Schlüssel der Geheimnisse‘ und das heißt Anreise über die A7 und A23.“

Und das wiederum führt zu jenem Umweg vom Burning Q aus über die A7 an Bremen vorbei nach Hamburg, und von dort über die A23 nach Wacken. Insgesamt 209 Kilometer, über Glückstadt per Fähre wären es etwa 120. Er sagt ganz klar: „Nachhaltigkeit geht in meinen Augen anders.“ Auf der A23 erwarten ihn nun außerdem noch Stau-Probleme aufgrund der Baustelle bei Pinneberg.

Und was ihn ebenfalls enttäuscht:

Die Sache mit den zwei Autos und Wohnwagen begründet Schütz so: „Wir müssen mit zwei Pkw fahren, um alles mitzubekommen, da der Wohnwagen schon ein ziemlich hohes Eigengewicht hat und kaum Zuladung zulässt.“ Außerdem komme seine Frau am Mittwoch zum WOA-Start mit einem Freund per Bahn nach, da sie vorher keinen Urlaub bekommt.

Einige Wacken-Besucher mit Access-Pass, auch solche, die Sonntag (28. Juli) bereits anreisen und dafür 66,66 Euro extra bezahlt haben, haben (Stand Freitagmorgen, 26. Juli), wie unsere Redaktion erfuhr, vom WOA-Team noch keine Route zugeteilt bekommen. Aktivieren konnten viele den Access-Pass immerhin schon am Dienstag (23. Juli) – und warten nun gespannt, welche der drei Anreisestrecken sie erhalten.

Eine aktuelle Anfrage unserer Redaktion an die WOA-Pressestelle von Donnerstag (25. Juli), wann denn spätestens eine Route an Access-Pass-Inhaber zugewiesen wird, blieb bislang unbeantwortet.

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